Projekt „Gebietsbetreuung in Bayern“

Projekt „Gebietsbetreuung in Bayern“ des Bayerischen Naturschutzfonds erhält  Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 

 6 der in Bayern bislang insgesamt tätigen 42 Gebietsbetreuer  sind in Unterfranken aktiv 

 Würzburg (ruf) – Vom Spessart bis zum Chiemsee, vom Bodensee bis ins Fichtelgebirge sind sie bereits seit rund 14 Jahren unterwegs: die 42 Gebietsbetreuer des neuesten Vorzeigeprojekts der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Das seit 2003 laufende Projekt „Gebietsbetreuung in Bayern“ des Bayerischen Naturschutzfonds wurde vor kurzem im Rahmen der UNDekade Projekt Biologische Vielfalt ausgezeichnet. 6 der in Bayern bislang insgesamt tätigen 42 Gebietsbetreuer sind dabei in Unterfranken aktiv. Unter dem Motto „Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.“ vermitteln sie in ihren  jeweiligen Schwerpunktgebieten (für Unterfranken siehe unten) die Einzigartigkeit zur biologischen Vielfalt. Sie sind Ansprechpartner für Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und Bildung und entwickeln konkrete Maßnahmen. Die besondere Kompetenz der Gebietsbetreuer ist die Vermittlung bei Konflikten zwischen Landnutzung und Naturschutz sowie bei fachlichen Fragen, beispielsweise im Bibermanagement. Als Vertreter des bayerischen Umweltministeriums überbrachte Amtschef Dr. Christian Barth Anfang Juni den bayerischen Gebietsbetreuern die hohe Auszeichnung im oberbayerischen Ampertal – einem der 37 ökologisch herausragenden Gebiete des Bundeslandes Bayern.  

 Spezialisten auf ihrem Gebiet Die UN-Dekade-Jury hebt mit ihrer Entscheidung die Gebietsbetreuer als vorbildliches Instrument für den Erhalt und die Kommunikation der biologischen Vielfalt in Deutschland hervor. Neben Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung gehört auch das Erfassen von Pflanzen- und Tierarten zu den Aufgaben der Gebietsbetreuer. Sie bereiten außerdem die Pflege wertvoller Biotopflächen vor, arbeiten Maßnahmen zu Artenschutz und Besucherlenkung aus und unterstützen die Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsplänen. Einige sind Fachleute für bestimmte Arten wie Biber, Große Hufeisennase und Wiesenweihe.  

 Ein breit aufgestelltes Projekt Träger des seit 2003 laufenden Projekts ist der Bayerische Naturschutzfonds. Er fördert die Stellen der 42 Betreuer. Darüber hinaus stellen weitere Partner finanzielle Mittel oder Arbeitszeit zur Verfügung: Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände, Kommunen, Stiftungen, Naturparke, Vereine und Ehrenamtliche.  

 Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.  

In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder -initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.  

 

 Die Unterfränkischen Gebietsbetreuer im Überblick:  

 

 Gebietsbetreuer für das Naturschutzgebiet Lange Rhön (Projektträger: Wildlandstiftung Bayern) ist Torsten Kirchner. Seine Haupteinsatzgebiete sind die Initiierung von Landschaftspflegemaßnahmen zur Biotopverbesserung der Bergwiesen sowie der Birkhuhn-Schutz.  

 

 Gebietsbetreuer für Grünland im Naturpark Spessart (Projektträger: Naturpark Spessart e.V.) sind Christian Salomon und Torsten Ruf. Sie unterstützen und beraten Landwirte und Gemeinden bei der Offenhaltung von Wiesentälern und bei der Bewirtschaftung naturschutzrelevanter Flächen.  

 

 Gebietsbetreuer für die Agrarlandschaft Mainfranken (Projektträger: Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) ist Marc Sitkewitz. Er betreut die landwirtschaftlich genutzten Gäuflächen zwischen Schweinfurt und Uffenheim mit Vorkommen von Arten wie Wiesenweihe, Feldhamster und Ortolan. 

 

 Gebietsbetreuerin für die Trockengebiete auf Muschelkalk (Projektträger: Landschaftspflegeverbände Würzburg und Main-Spessart) ist Christiane Brandt. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Schäfern und anderen Beweidern sowie die Biotopverbesserung von Trockenrasen. 

 

 Horst Schwemmer ist als Biberberater für Nordbayern tätig (Projektträger: Bund Naturschutz in Bayern e.V.) und bietet Gemeinden, Landnutzern, Eigentümern und Behörden Beratung und Konfliktmanagement zum Thema Biber an. 

 Anlage 1 Bild (Foto: Andreas Riedmüller): Bildunterschrift: Über die Preisverleihung im oberbayerischen Ampertal freuten sich auch die anwesenden unterfränkischen Gebietsbetreuer, von links: Torsten Kirchner (Wildlandstiftung), Dr. Christian Barth (Amtschef Bayrisches Umweltministerium), Georg Schlapp (Bayer. Naturschutzfonds), Christian Salomon (Naturpark Spessart), Christiane Brandt (Landschaftspflegeverbände MSP und WÜ), Horst Schwemmer (Bund Naturschutz). 

 

Weitere Informationen können auch der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz vom 2. Juni 2017 Nr. 86/17 entnommen werden. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0