Wenn die Alten erzählen“ Ausstellung über Dialekt und Lebensart in Unterfranken

Bild: Fränkisches Freilandmuseum Fladungen
Bild: Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

Früher war es in den Dörfern Unterfrankens die Regel, dass in den Familien Dialekt gesprochen wurde. Heute dagegen sprechen die jungen Menschen kaum noch den Dialekt ihrer Heimatorte und allenfalls die Eltern oder Großeltern unterhalten sich miteinander in Mundart. Die Sprache der Regionen zu erhalten, hat sich der Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes e.V. zur Aufgabe gemacht. Eines der Ergebnisse seiner Arbeit ist die Wanderausstellung „Wenn die Alten erzählen – Dialekt und Lebensart in Unterfranken“. Am Sonntag, den 2. Juli um 11.00 Uhr wird sie im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen offiziell eröffnet.

 

Alles ist im Fluss – nichts bleibt, wie es war. Das ist der Lauf der Dinge und das ist so auch gut eingerichtet. Daneben aber gibt es die stillen Umbrüche, das leise Abschied nehmen von lieb gewonnenen Gepflogenheiten und gewachsener Tradition. Auch der Dialekt und die Lebensart in Unterfranken bleiben hiervon nicht unberührt. Doch es gibt Gewährspersonen, die noch davon erzählen können – vom Leben mit der Natur, vom Alltag in der Dorfgemeinschaft sowie von Haushalt, Landwirtschaft und Handwerk.

 

In der Ausstellung „Wenn die Alten erzählen – Dialekt und Lebensart in Unterfranken“ kommen einige dieser Gewährspersonen zu Wort. Zentraler Ausstellungsbestandteil sind vier Video- und Audiostationen mit Berichten von Frauen und Männern aus der Region Werntal-Bachgrund. Anschaulich und authentisch sprechen sie über ihre Kindheit, die Jugend, das Erwachsensein und das Alter. An einer weiteren Station erhalten die Besucher Informationen zum Thema „Dialekt“ aus sprachwissenschaftlicher Sicht. Eine Fotoserie zum Thema ergänzt die multimedialen Inhalte. Das Mundartlexikon „Wos haste gsocht – oder das weggeworfene Gut“ aus dem Jahr 1988 erklärt viele mundartliche Begriffe an einer Lesestele. Zum Mitmachen lädt die „Poststation“ ein. Hier können Besucher ihr persönliches Dialekt-Lieblingswort versenden. Die Ausstellung ist ein Plädoyer für das Bewahrenswerte im Wandel und ein Bekenntnis zum Lebensraum Land.

 

Die Wanderausstellung wurde vom „Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialekts e.V.“ konzipiert und wird im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen erstmals gezeigt. Dort ist sie vom 2. Juli bis zum 5. November täglich von 9 bis 18 Uhr im Obergeschoss des Eingangsgebäudes zu sehen (im Oktober ist montags Ruhetag). Es gelten die normalen Eintrittspreise des Museums.

 

 

Gemeinsam geht´s besser“

Aktionen rund ums Miteinander

 

Gospelkonzerte, eine historische Löschübung und viele weitere Aktionen stehen am Sonntag, den 2. Juli auf dem Programm des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen. Unter dem Leitsatz „Gemeinsam geht´s besser“ präsentieren sich dort unterfränkische Vereine und Vereinigungen.

 

Dorf, Gemeinschaft, Miteinander“ lautet in diesem Jahr das Motto im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Es verweist auf den dörflichen Zusammenhalt, der heute genauso wichtig ist wie in früherer Zeit. Vielfach waren und sind Vereine oder vergleichbare Zusammenschlüsse die Träger des gesellschaftlichen Lebens in den ländlich geprägten Räumen. Ihre Mitglieder organisieren soziale, kulturelle oder sportliche Aktivitäten und bieten damit vielfältige Kontakt- und Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen trägt dem mit der Veranstaltung „Gemeinsam geht´s besser“ Rechnung. Mit zwei Konzerten in der Museumskirche „St. Bartholomäus“ (14.00 Uhr & 16.00 Uhr) beteiligt sich der Gospelchor Hohenroth „Spirit of Joy“ unter der Leitung von Sybille Scholz-Eckert an der daran. Mit seinen Auftritten sorgt der Chor schon seit 17 Jahren für Begeisterung. Mit rhythmischen und schwungvollen Liedern, wie sie in den schwarzen Kirchen Amerikas gesungen und „getanzt“ werden, verbreiten die etwa 30 Sängerinnen und Sänger den „Geist der Freude“ unter den Zuhörern. Gerne dürfen sich die Museumsbesucher davon anstecken lassen, denn mitsingen und klatschen ist in den Gospelkonzerten erwünscht.

 

Viel Schwung bringt auch der Rhönklub-Zweigverein Fladungen mit, dessen Volkstanzgruppe sich mit einem Auftritt um 15.00 Uhr an dem Aktionstag beteiligen wird. Kinder können unter Anleitung Nistkästen bauen. Außerdem erhalten die Besucher vor dem Truchseß-Haus aus Oberhohenried Informationen zur Geschichte des Rhönklubs und dessen aktueller Arbeit.

In der Aktionsscheune wird im Rahmen einer Videopräsentation über das soziale Engagement des Katholischen Frauenbundes berichtet. Der Zweigverein Fladungen informiert zudem über sein Veranstaltungsprogramm und läd zu kleinen süßen Kostproben ein.

An der Schafscheune wirbt der Rhön-Zügle e.V. um neue Mitglieder zwecks Durchführung der Dampf- und Diesellokfahrten auf der Museumsbahnstrecke zwischen Mellrichstadt und Fladungen. Wer Lokführer werden oder andere spannende Aufgaben übernehmen möchte, findet hier den richtigen Ansprechpartner.

 

 

Mit dabei ist auch die Freiwillige Feuerwehr Fladungen. Um 15.00 Uhr wird sie am Museumsweiher eine historische Löschvorführung zeigen. Ausgerüstet ist sie mit einer Saug- und Druckspritze aus dem Jahr 1914 und einer Druckspritze, Baujahr 1890. Demonstriert wird ein Löschaufbau nach historischem Vorbild in entsprechenden Uniformen.

 

Gleich mit drei Attraktionen beteiligt sich der „Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes e.V.“ an der Veranstaltung. Als Tagesaktion bringt der Verein am 2. Juli sein Bilderrätsel "Wos ist dos?" mit nach Fladungen. An der Hofstelle aus Mühlfeld können Jung und Alt ihr Dialektwissen in den Bereichen Garten und Küche, Haus und Hof, Viecher sowie Leut und Kinner testen. Sehr gespannt sind die Rätselmacher auf die Wortvariationen, die in den Antworten sicher das breite Spektrum der Sprachvielfalt unseres Regierungsbezirkes widerspiegeln.

Außerdem hat der Verein die „Unterfränkische Wortschatzkiste“ mit im Gepäck. Mit dem interaktiven Sprachvermittler will der Verein neue Wege gehen, damit das Wissen um den Dialekt erhalten bleibt und zeitgemäß weitergegeben wird. Auf einem berührungsgesteuerten Monitor im Erdgeschoss der Hofstelle aus Mühlfeld werden für den Nutzer Sprachzusammenhänge und Begriffe aus dem "Jiddischen" dargestellt, die sich bis in unsere Tage in vielen unterfränkischen Dörfern und Gemeinden in der Alltagssprache erhalten haben. Für die erklärenden Inhalte konnte der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Alfred Klepsch gewonnen werden.

Auch die Ausstellung „Wenn die Alten erzählen – Dialekt und Lebensart“ wurde vom „Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes e.V.“ konzipiert. Sie wird am Sonntag, den 2. Juli um 11.00 Uhr im Obergeschoss des Eingangsgebäudes eröffnet und dort bis einschließlich Sonntag, den 5. November zu den normalen Öffnungszeiten des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen gezeigt.

 

 

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