Ausstellung „Follow me around Würzburg“ Multimediale Visitenkarte für die Partnerstädte

So präsentiert sich Würzburg künftig in den Partnerstädten: Oberbürgermeister Christian Schuchardt mit den Machern und ersten Besuchern von „Follow me around Würzburg“. Das große Relief zeigt geschichtsträchtige Orte in der Stadt, aber auch die Lage im Kessel, umgeben von Weinbergen. Bild: Georg Wagenbrenner

 

Nach der feierlichen Eröffnung im David-Schuster-Saal des Johanna-Stahl-Zentrums konnten sich die Besucher nur gruppenweise die Ausstellung „Follow me around Würzburg“ im 3. Stock ansehen. Mit einem Andrang von rund 200 Gästen hatte Oberbürgermeister Christian Schuchardt nicht gerechnet und war mit Blick in den Saal erst einmal bass erstaunt. Es war die erste Gelegenheit, das Gemeinschaftswerk von 34 Museologie-Studierenden nach Vollendung zu betrachten. In zwei Semestern hatten sie ein Konzept entwickelt und realisiert, wie sich Würzburg mit einer Ausstellung in den zehn Partnerstädten facettenreich präsentieren kann. Diese Arbeit unter der Betreuung von Dr. Stefanie Menke (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Dr. Rotraud Ries vom Johanna-Stahl-Zentrum und Frank Findeiß von der Firma Echtzeitmedia war der ultimative Praxistest am Ende des Bachelor-Studiums und somit auch vielen theoretischen Lehreinheiten.

 

Diesen Test haben die Studierenden allesamt bestanden, denn Auftraggeber und Ideengeber Schuchardt war in seiner Festrede voller Lob. Ihm war bei Reisen in die Partnerstädte und dort insbesondere bei Besuchen in Botschaften oder anderen repräsentativen Einrichtungen aufgefallen, dass es doch ideal wäre genau hier Würzburg aus- und vorzustellen. Was sich aus dieser Idee dank der Unterstützung der Universität und des Johanna-Stahl-Zentrums entwickelte, kann nun auf rund 100 Quadratmetern betrachtet werden. Die Roll-Ups sowie einige Blickfänger der Schau wie Bildschirme, Spinde und ein zentrales Würzburg-Relief zeichnen sich dadurch aus, dass sie, wie Dr. Menke erklärte, robust sind und in wenige Transportboxen verstaut werden können: „Natürlich entwickelten wir eine Konzeption die ohne wertvolle Kunstgegenstände auskommt. Eine Riemenschneider-Madonna wäre für diese Art von Wanderausstellung sicher ungeeignet gewesen.“

 

Die Studierenden ergänzten, dass es natürlich schwierig war, bei 34 Ideengebern, sich letztlich auf eine Linie zu verständigen. Dies stärkte dann aber auch den Teamgeist. Die Zusammenarbeit mit vielen Partnern auch außerhalb der Universität sei ein lehrreicher Vorgeschmack auf die Berufswelt gewesen. Ein Lob gab es hierfür auch von Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Barbara Sponholz. Die Ausstellung gehe über Reiseführer-Wissen hinaus und der Titel „Follow me around Würzburg“ sei gut und beschwingt, passend zu den vielen Menschen, die einen von den Roll-Ups anblicken. Natürlich dürfen aber auch geschichtliche Eckdaten und Orte von den Anfängen der Festung bis zur aktuellen Entwicklung des Hublands nicht fehlen. Einen großen Raum nimmt auch das Leben und Arbeiten in der Hochschulstadt Würzburg ein. Beim Übersetzen der Texte konnte man auf die Würzburger Dolmetscherschule zählen. Bilder lieferten viele Fotografen zu, auch Thomas Berberich, dessen Bilder „Würzburg im Quadrat“ bereits eine hohe Bekanntheit genießen.

 

In seiner Rede ordnete Oberbürgermeister Schuchardt die Bedeutung des Netzwerkes aus zehn Partnerstädten, einer Patenstadt und einer Freundschaftsstadt für die Stadt Würzburg historisch ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann ab 1962 gerade mit den früheren Feinden ein intensiver Austausch: „Uns geht es darum gegenseitiges Verständnis zu schaffen, sich auszutauschen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen und gemeinsam für ein friedliches Europa, eine friedliche und gerechte Welt einzusetzen.“ Diese Mission sei in den letzten Jahren nach Ansicht von Schuchardt leider wieder wichtiger geworden. Die Wanderausstellung könne hierzu einen Beitrag leisten und künftig als Würzburg-Botschafter auf Reisen gehen. Im Rathaus organisiert dies Julia Wintzheimer vom Büro Würzburg International: „Zwei Stationen - in Suhl und in Trutnov - sind bereits angedacht. Nun ist die Würzburg-Revue aber erst einmal noch bis zum 25. August im Johanna-Stahl-Zentrum zu sehen.“ Das aufwendige Projekt ließ sich laut Schuchardt auch nur dank zweier Sponsoren in dieser Form realisieren. Einen Teil der Gesamtkosten von rund 25.000 € finanzierte die Sparkassen-Stiftung durch einen Zuschuss in Höhe von 15.000 €. Die Firma Flyeralarm spendierte Druckprodukte im Wert von rund 3.500 €.

 

 

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