Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt Juni 2017

Arbeitslosenquote der Region Main-Rhön erstmals bei 3 Prozent 

Auch im Juni hat sich der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön weiter positiv entwickelt. Im Zuge der auslaufenden Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosigkeit im Juni auf dem bisherigen Bestwert von 3,0 Prozent gesunken. Das ist die niedrigste Quote seit 20 Jahren. Insgesamt waren 7.421 Menschen arbeitslos gemeldet, 43 Menschen weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt das Niveau der Arbeitslosigkeit deutlich niedriger: Hier wurden 8.454 Arbeitslose gezählt, dies waren 1.033 Menschen mehr und die Arbeitslosenquote lag bei 3,5 Prozent. Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Im Vergleich zum Juni 2016 zeigte sich die Entwicklung durchwegs positiv. Hervorzuheben war die Veränderung im Vergleich zum Vorjahresmonat von minus 22 Prozent bei den unter 25-Jährigen bis minus 6 Prozent bei den 50-Jährigen und Älteren. Die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt in der Region unterstreichen den positiven Trend. 2.105 Menschen konnten im Juni ihre Arbeitslosigkeit beenden. Im Gegenzug mussten sich 2.058 Arbeitnehmer erstmals oder erneut nach einer Beschäftigung arbeitslos melden, dies waren 47 Menschen weniger. „Erfreulicherweise konnten im Juni mehr Menschen in Arbeit kommen als sich arbeitslos melden mussten“, stellt Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, fest. 

Die Arbeitslosenzahlen nach Regionen: 

 Arbeitslose  Arbeitslosenquote         Veränderung zum Vormonat AA Schweinfurt 7.421 3,0 % - 0,1 % Stadt Schweinfurt 1.714 6,3 % + 0,2 % Lkr. Schweinfurt 1.608 2,4 % - 0,1 % Lkr. Bad Kissingen 1.774 3,1 %   0,0 % Lkr. Rhön-Grabfeld 1.058 2,4 %  0,0 % Lkr. Haßberge  1.267 2,6 %   0,0 % 

 

Weitere erfreuliche Entwicklung zeigte sich auch bei der Unterbeschäftigung 

11.393 Menschen waren im Juni von Unterbeschäftigung betroffen. 167 weniger als im Vormonat. Die Unterbeschäftigungsquote betrug 4,6 Prozent. Vor einem Jahr waren es 368 Menschen mehr. Die Unterbeschäftigung setzt sich aus der Zahl der Arbeitslosen und der Zahl derjenigen, die sich unter anderen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden, zusammen. Obwohl die Zahl der Teilnehmer an Sprach- und Integrationskursen von 619 im Juni 2016 auf aktuell 1.137 gestiegen war, entwickelte sich auch die Unterbeschäftigung rückläufig. Dies lag sowohl am Rückgang der Arbeitslosenzahlen, wie auch an einem geringen Rückgang der Teilnehmer an

 

Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.  

Der Anteil der arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund erhöhte sich leicht 

Im Juni wurden in der Region Main-Rhön 623 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das waren 8,4 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Im Mai waren es 595 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund, dies waren 28 Menschen oder 0,4 Prozent weniger. Den weitaus größten Anteil bildeten dabei Menschen aus Syrien (388 Personen), gefolgt von irakischen Staatsbürgern (22) und Menschen aus Somalia (12). 64 Prozent sind männlich und knapp die Hälfte (45 Prozent) jünger als 35 Jahre. „Die Flüchtlingsintegration kommt langsam auf dem Arbeitsmarkt an. Die meisten Geflüchteten werden in den unterschiedlichsten Maßnahmen noch auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereitet. Es gelingt jedoch immer häufiger diese Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, fügt Stelzer hinzu.

 

Kurzarbeit bereits auf niedrigen Niveau und erneut leicht gesunken 

Die Zahl der Betriebe, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, sank erneut um 2 auf 18 Betriebe mit insgesamt 130 Arbeitnehmern. Gegenüber dem Mai waren 24 Personen weniger betroffen. Vor einem Jahr waren die Zahlen deutlich höher. Im Juni 2016 waren es noch 38 Betriebe mit 1.098 Beschäftigten. 

Arbeitsmarktreport 

 

 

Zahl der offenen Stellen erreichte neuen Höchststand 

Die Arbeitskräftenachfrage hat sich im ganzen Agenturbezirk weiter erhöht. Im Juni nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 1.202 neue Stellenangebote an. Das waren 5 Stellenzugänge oder 0,4 Prozent mehr als im Mai und 119 Stellenzugänge oder 11 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden 6.088 Stellenzugänge verzeichnet, dies waren 723 Stellen (13,5 Prozent) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Bestand an offenen Stellen erreichte mit 4.824 erneut einen Höchstwert mit einer Steigerung von 28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „Der erneute Zuwachs bei den Stellen zeigt, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region nach wie vor hoch ist“, stellt der Leiter der Arbeitsagentur fest. „Trotz der steigenden Nachfrage konnten nicht so viele Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden wie auf Grund des hohen Stellenbestandes zu erwarten war. Dies erklärt sich zum großen Teil durch die Schwierigkeit, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen“, so Stelzer weiter. „Nach wie vor haben es Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, mit eingeschränkter Mobilität sowie ältere Menschen schwer auf dem Arbeitsmarkt“. Die Arbeitslosenquote lag bei den Menschen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben mit 3,5 Prozent über der Gesamtquote von 3,0 Prozent, bei den 55- bis unter 65- Jährigen waren es 4,0 Prozent. „Zu diesen Schwierigkeiten im Vermittlungsprozess kommen die bekannten Probleme der fachlichen Eignung. Grundsätzlich haben ungelernte Arbeitskräfte deutlich weniger Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Die Erfahrung der Vermittlerinnen und Vermittler der Arbeitsagentur zeigt, dass eine erfolgreiche Weiterbildung in den meisten Fällen die Chance auf einen Arbeitsplatz deutlich verbessert“, kommentiert Stelzer die Entwicklung.  

 

Ausbildungsmarkt: Die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen nahm weiterhin zu 

Seit Oktober 2016 wandten sich 3.014 Jugendliche bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Dies war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 100 junge Menschen und entspricht einem Minus von 3,2 Prozent. Dies ist die Folge der demographischen Entwicklung und dem Rückgang der Schülerzahlen. Im gleichen Zeitraum wurden der Arbeitsagentur 3.845 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 251 oder 7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Jugendlichen, die im Mai noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren, lag mit 872 um 40 (4,8 Prozent) höher als vor der Jahresfrist. Sie hatten die Wahl zwischen 1.535 unbesetzten Berufsausbildungsstellen. Das waren 291 (23,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Damit standen im Juni rein rechnerisch jedem jungen Menschen 1,8 offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Wie bereits in den vergangenen Jahren überstieg die Anzahl der gemeldeten Lehrstellen die Zahl der registrierten Bewerber.  

 

Auch in den nächsten Monaten wird ein stabiler Arbeitsmarkt erwartet 

Die deutsche Wirtschaft startete so optimistisch ins zweite Halbjahr wie nie zuvor. So ist der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo Instituts Ende Juni auf einen neuen Höchststand geklettert. Der Index erhöhte sich von 114,6 Punkten auf 115,1 Punkte und überbot so noch einmal den Wert vom Mai. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zählte in seiner Stellenerhebung im ersten Quartal 1,064 Millionen offene Stellen in Deutschland - ein Rekord. Auch das IAB geht weiter von einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus. Sein Beschäftigungsbarometer, das auf einer Befragung aller lokalen Arbeitsagenturen beruht, ist zwar im Juni leicht gesunken, nachdem es zuvor mehr als ein Jahr lang gestiegen war. Mit 104,2 Punkten rangiert es aber weiter auf hohem Niveau. Der Rückgang erklärt sich damit, dass die Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit nicht mehr ganz so groß ausfallen werden wie in der Vergangenheit. Die Beschäftigungsaussichten seien aber weiter sehr gut: "Die Konjunktur läuft rund, die Betriebe stellen ein und halten zugleich ihre Fachkräfte, die auf dem Arbeitsmarkt immer knapper werden", so ein Experte des IAB. „Wir rechnen ebenso damit, dass der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön in den nächsten Monaten weiterhin stabil sein wird. Zu beachten ist dennoch, dass im Juli die Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt beginnt. Erfahrungsgemäß werden im Juli und August die Arbeitslosenquoten wohl kurzfristig ansteigen, da Jugendliche ihre Ausbildung beenden und Einstellungen bis in den Herbst zurückgestellt werden“, teilt Stelzer mit.  

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