Reife Leistung – Mozartfest Würzburg 2017 mit hervorragendem Ergebnis

„Mozart 36 – Was ist Reife?“ zieht über 23.500 Besucher an

 

 

Sehr gute Bilanz für 2017

Das Mozartfest Würzburg, Deutschlands ältestes Mozart-Festival, kann zum Abschluss seiner diesjährigen Saison eine ausgezeichnete Bilanz vorlegen. Das viereinhalbwöchige Programm stand unter dem Motto „Mozart 36 – Was ist Reife?“. Mehr als 23.500 Besucher besuchten die  60 Veranstaltungen an 21 verschiedenen Spielorten und sorgten für eine Auslastung von über 94%, womit die sehr guten Ergebnisse der Vorjahre noch übertroffen wurden. Nicht gezählt sind hierbei die Besucher des Mozarttages, der Festmessen und der Filme im Programm­kino Central. Auch die Karteneinnahmen liegen mit ca. 850.000 € über dem Soll.

Intendantin Evelyn Meining und Geschäftsführerin Karin Rawe betonten, dass dieses Ergebnis trotz teils schwieriger Wetterbedingungen erreicht wurde, da die Verlegung von drei open-air-Veranstaltungen nach innen zu einem reduzierten Platzangebot führte. Meining dazu: „Es zeigt sich immer stärker, dass unser künstlerischer Anspruch und die enge Zusammenarbeit mit den Artistes étoiles und allen Festivalkünstlern das Mozartfest zu einem besonderen und nicht austauschbaren Klassikereignis macht. Mein großer Dank gilt unserem Publikum, das dieses Konzept zu schätzen weiß.“ Rawe wies auf die erneut hohe Anzahl der Rundfunkübertragungen hin: „Dass zwei Live-Übertragungen und acht Konzertmitschnitte stattfanden, zeugt von der hohen künstlerischen Qualität unseres Programms.  Somit wird das Mozartfest durch die EBU (European Broadcasting Union) weltweit einem großen Publikum zugänglich.“

 

Sternstunden im Kaisersaal

Artiste étoile war in diesem Jahr die Sopranistin Christiane Karg, die bei Orchesterkonzerten, Kammermusiken und im MozartLabor ihre große künstlerische Spannweite zeigte. Im Kaisersaal der Würzburger Residenz musizierten erstklassige Orchester wie das Freiburger Barockorchester, die London Mozart Players, die Bamberger Symphoniker, die Festival Strings Lucerne, Amsterdam Sinfonietta und das französische Original­klang-Ensemble Les Arts Florissants. Als Solisten gastierten unter anderem Howard Shelley (Klavier), Alina Pogstkina, (Violine), Dominik Wollenweber (Englischhorn), Martin Fröst (Klarinette) und Xavier de Maistre (Harfe). Für einen Überraschungserfolg sorgte das Ostrobothnian Chamber Orchestra unter seinem Chefdirigenten Sakari Oramo: Die finnischen Musiker bescherten ihren Zuhörern einen unvergesslichen Abend auf höchstem künstlerischem Niveau und wurden dafür vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert. Die zahlreichen Kammermusiken im Kaisersaal mit Künstlern wie dem Armida Quarett, dem Fauré Quartett sowie Jörg Widmann (Klarinette), Tabea Zimmermann (Viola) und Dénes Várjon (Klavier) fanden ihren Höhepunkt im „Gipfeltreffen“ dreier Artistes étoiles des Mozartfestes: Christiane Karg (Sopran), Renaud Capuçon (Violine) und Kit Armstrong (Klavier) präsentierten mit Werken von Mozart, Mendelssohn, Schubert, Strauss und Rihm einen Konzertabend, in dem tiefempfundene Musikalität, instrumentale Präzision und künstlerische Reife die Zuhörer eine Sternstunde der Kammermusik erleben ließen. In einem Sonderkonzert wird der große schwedische Dirigent Herbert Blomstedt am 20. Juli, neun Tage nach seinem 90. Geburtstag, gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern mit Bruckners 5. Symphonie die Reihe „Bruckner im Dom“ fortsetzen und damit das diesjährige Mozartfest beschließen.

 

Aus dem Labor in den Konzertsaal

Direkt aus dem MozartLabor auf die Bühne des Kaisersaals – diesen großen Schritt machten junge Stipendiaten beim umjubelten Abschlusskonzert des MozartLabors am 13. Juni in der Würzburger Residenz. Zuvor hatten die jungen Musiker gemeinsam mit Stipendiaten anderer Sektionen (Musikwissenschaft, Künstlerfotografie, Publikumsentwicklung, Musikjournalismus, Künstlermanagement) und ihren Dozenten drei Tage lang im Exerzitienhaus Himmelspforten unter dem Thema „Was ist Reife?“ geprobt, geforscht und diskutiert. Offene Proben, Podiumsgespräche und Präsentationen boten interessante Einblicke in die Musik Mozarts ebenso wie Diskussionen über die Möglichkeiten von jungen Künstlern im heutigen Musikmarkt in Ruhe reifen zu können. 

 

 

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