Schonungen: Gemeindewald kämpft mit den Folgen des Klimawandels

 (Fotos Stefan Rottmann).
(Fotos Stefan Rottmann).

Bürgerwaldtag am 08. Juli 2017

 

Mit Spannung wurde der Jahresbericht des Revierförsters Reiner Seufert im Schonunger Gemeinderat erwartet. Schließlich gehört die Großgemeinde mit über 1.200 Hektar Wald zu den größten kommunalen Forstbesitzern der Region. Außerdem machte der Gemeindewald aktuell mit einem Mountainbikeprojekt, der Errichtung eines Natur- und Waldkindergarten sowie einem Vertragswaldnaturschutzprogramm für Totholz und Spechtbäumen von sich Reden.

 

Bei allem Tun und Handeln steht die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt“, erklärte Seufert das Grundprinzip. Daran ausgerichtet sei schließich auch das Forstoperat: Gut 7.900 Festmeter wachsen Jahr für Jahr nach – die politische Zielvorgabe für den Einschlag liegt bei 6.300 Festmetern. Es wächst also mehr nach, als dem Wald entzogen wird: Der Waldvorrat steigt kontinuierlich und damit auch die Werthaltigkeit der Forstabteilungen. So lag der Waldbestand 1986 noch bei 149 Festmeter/Hektar, 2010 lag er bereits bei 231 Festmeter/Hektar und soll bis zum Jahr 2030 auf 250 Festmeter/Hektar ansteigen.

 

Seufert machte allerdings auch keinen Hehl daraus, dass der Klimawandel und die zunehmende Trockenheit dem Wald stark zusetzt. Neben der zunehmenden Waldbrandgefahr sind auch Orkanereignisse eine große Gefahr für den Forst, aber auch der Schädlingsbefall bereitet den Förstern viel Kummer. Alles in allem befinden sich Schonungens Wälder aber in einem guten Zustand. Besonders Augenmerk legt das vierköpfige Forstbetriebsteam auf den Jungbestand und die Aufforstung.

Mit Rund 84.000 Euro konnte wieder ein stattliches Plus auf dem Holzmarkt erzielt werden. Für 2017 prognostiziert Reiner Seufert sogar eine Steigerung. „Dass die Preise für Eichenholz, der Hauptbaumart von Schonungens Forstabteilungen, weiter ansteigt, spielt uns in die Karten!“, so Seufert. Andererseits entwickelten sich die Preise für Brenn- und Industrieholz – analog zu Öl und Gas, weiter nach unten. Das schlägt sich, neben weiteren Investitionen in den Maschinenbestand des Forstbetriebs, auch auf das Betriebsergebnis durch. Weil Fördergelder vom Freistaat teilweise ausgesetzt oder auf das nächste Jahr verschoben wurden, belief sich die Fördersumme im Forstwirtschaftsjahr 2016 bei nur 9.000 Euro. Zum Vergleich: 2015 gab es noch 45.000 Euro.

Trotzdem ist es gelungen, das Defizit mit 6.800 Euro sehr gering zu halten. Bürgermeister Stefan Rottmann lobte die hervorragende Arbeit, die vom Forstbetrieb geleistet wird.

Der Gemeindewald bildet nicht nur das größte Grundvermögen der Gemeinde, auch in anderen Bereichen gewinnt der Kommunalforst zunehmend an Bedeutung. So soll künftig auch die Nahwärmezentrale am Schulzentrum mit Hackschnitzel aus dem Eigenbestand betrieben werden. Dazu gibt es verschiedene Modelle, die im Gemeinderat diskutiert wurden. Denkbar wären zwei Varianten: Die Gemeinde verkauft das Holz zum marktüblichen Preis an einen Unternehmer, der sich um die Hackschnitzelproduktion und Belieferung kümmert. Andererseits könnte sich die Gemeinde auch selbst um die Aufbereitung, also das Hacken, Trocknen und Lagern kümmern. Voraussetzung wäre ein Lagerplatz im nahen Umkreis zur Hackschnitzelanlage. Das Beliefern und Befüllen der Anlage könnte ein Dienstleister wie beispielsweise der Maschinenring übernehmen. Beide Varianten sollen geprüft werden.

Schließlich luden Bürgermeister Stefan Rottmann und Revierförster Reiner Seufert zum traditionellen Bürgerwaldtag am 08. Juli 2017 ab 10.00 Uhr (Treffpunkt am Feuerwehrhaus Schonungen, Anmeldung bei Kurt Mantel: 09721/7570-213 oder E-Mail kurt.mantel@schonungen.de, Plätze je nach Verfügbarkeit) ein, der im zweijährigen Turnus stattfindet. Mit dem Bus wird eine kleine Waldexkursion durchgeführt, die Teilnahme ist kostenlos. Themen sind unter anderem Forstwirtschaft, Mountainbike, Waldkindergarten und das Vertragswaldnaturschutzprogramm. Die Fahrt endet um 13.00 Uhr am Bauhof in Schonungen, dort findet ein Tag der offenen Tür von Bauhof/Forstbetrieb statt.

 

 

 

 

 

 

 (Fotos Stefan Rottmann).
(Fotos Stefan Rottmann).

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