Kardinal-Faulhaber-Platz Die weitere Gremienbefassung

Der Bürgerentscheid zur Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes brachte eine Mehrheit für den grünen Platz ohne Tiefgarage, nun liegt die Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung dieses geäußerten Bürgerwillens wieder beim Würzburger Stadtrat. Noch für den Juli-Sitzungszyklus schlägt die Stadtverwaltung einen Grundsatzbeschluss mit einigen Festlegungen auch für die Übergangszeit bis zur finalen Gestaltung vor. Bereits heute war die Anmeldefrist für den Umwelt- und Planungsausschuss am 18. Juli. Die Sitzungsvorlage (im Anhang der Pressemitteilung beigefügt) wird hier begutachtet und in der Stadtratssitzung am 27. Juli dem Plenum zur Entscheidung vorgelegt.

 

 

Unterdessen ist der Kardinal-Faulhaber-Platz bereits weitestgehend autofrei. Poller sichern vor erneuten Zufahrten.  

Beschlussvorschlag: 

 

Zur Umsetzung des Bürgerentscheids 2 „Grüner Platz am Theater“ werden nachfolgende Eckpunkte zur Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes beschlossen: 

 

1. Die oberirdischen Stellplätze auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz werden dauerhaft beseitigt. 

 

2. Die Fläche des aktuellen Parkplatzes auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz wird im Jahr 2017 entsiegelt und provisorisch begrünt sowie eine einfache Wegeführung eingerichtet. Die dauerhafte Umgestaltung bleibt hiervon unberührt. 

 

3. Die aufstehende Umweltmessstation wird im Jahr 2017 zurückgebaut. 

 

4. Ein landschaftsplanerischer Wettbewerb wird vorbereitet und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt. 

 

5. Die Straßenplanung für die geplante Straßenverlegung wird beauftragt.  

 

6. Dem Imbissbetreiber wird angeboten, den Standort befristet bis zum Zeitpunkt der dauerhaften Umgestaltung des Platzes gegen die aktuelle Sondernutzungserlaubnisgebühr beizubehalten. 

 

 Seite 2 von 4 öffentlich 

7. Über Form und Umfang der Öffentlichkeitsbeteiligung wird in einem weiteren Schritt entschieden.  

 

 

 

Begründung: 

 

Am 02. Juli 2017 wurde über die Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes abgestimmt. Der Bürgerentscheid „Grüner Platz am Theater“ setzte sich hierbei durch. 

 

Das Begehren legt die Zielrichtung gemeindlichen Handelns in dem Sinn fest, dass die Fläche des Kardinal-Faulhaber-Platzes nicht bebaut und veräußert werden darf. Die Fläche ist als innerstädtische Freizeit- und Aufenthaltsfläche zu gestalten und mit Bäumen zu bepflanzen unter Wegfall der vorhandenen Oberflächenstellplätze. 

 

Das Begehren ist als Grundsatzbeschluss zu verstehen, der die Zielrichtung bzw. die Eckpunkte des gemeindlichen Tätigwerdens näher eingrenzt. In der Umsetzung ist nun zu konkretisieren, welche einzelnen Maßnahmen zu ergreifen sind. Die o. g. Maßnahmen sind nicht abschließend, eine Beschlussfassung weiterer konkreter Maßnahmen im weiteren Fortgang ist erforderlich. 

 

Zu 1): Dem Willen des Bürgerentscheids 2 ist klar zu entnehmen, dass die Oberflächenparkplätze beseitigt werden sollen. Durch die kurzfristige Anordnung von Halteverboten konnten die Stellplätze beseitigt werden. Für den dauerhaften Wegfall ist eine Entwidmung der Verkehrsfläche erforderlich. Hierbei ist darauf zu achten, dass für die Taxen und die Anwohnerstellplätze entsprechend Ersatz zur Verfügung gestellt wird. 

 

Zu 2): Für die Umgestaltung des Platzes als grüne Aufenthalts- und Erholungsfläche ist die Entsiegelung der jetzigen Parkfläche Grundvoraussetzung. Die dauerhafte Umgestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes bedarf eines zeitlichen Vorlaufs für die Planung. Um für diese Interimszeit und insbesondere auch um einen einladenden attraktiven Platz zur Landesgartenschau 2018 zu erreichen, ist der Platz provisorisch zu begrünen. Eine ähnliche Vorgehensweise wie die temporäre Begrünung am Bahnhofsvorplatz an Stelle der abgerissenen Pavillons ist sinnvoll. Zudem wird eine einfache Wegeführung mit gestreuten Wegen eingerichtet. 

 

Zu 3): Im Rahmen der Entsiegelung der jetzigen Parkfläche des Kardinal-FaulhaberPlatzes sind vorhandene Aufbauten und Bebauungen zu entfernen. Hierzu gehört auch die Umweltmessstation. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat die Messungen bereits Ende 2011 eingestellt. Eine Umsetzung des Containers an den Stadtring Süd als nötiger Ersatz für die dortige Station ist durch das LfU für den Herbst 2017 vorgesehen (vgl. 02/68006548/2016). 

 

Zu 4): Für die bestmögliche Gestaltung des Platzes ist ein landschaftsplanerischer Wettbewerb durchzuführen. Bei der Gestaltung der Flächen ist zuvorderst die konkrete Planung im Hinblick auf die mikroklimatischen Auswirkungen miteinzubeziehen. Gleichzeitig soll die Fläche einen möglichst hohen Aufenthaltskomfort mit weiteren Funktionen (Bspw. eine aktiv nutzbare Wasserfläche) bieten. Außerdem ist bei der Gestaltung die Architektur des neuen Mainfranken Theaters zu berücksichtigen. 

 

Zu 5): Die Straßenverlegung entsprechend der ursprünglich favorisierten Gestaltungsvariante 8 ist fortzuführen und die entsprechenden Planungen zu beauftragen. 

 Seite 3 von 4 öffentlich 

Durch die Straßenverlegung rückt die künftige Aufenthaltsfläche unmittelbar an die neue Fußgängerzone Eichhornstraße/Spiegelstraße ohne Straßenquerung heran. Für die Umsetzung ist die Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für das Quartier durch ein externes Planungsbüro zu erstellen. 

 

Zu 6): Obwohl in der textlichen Beschreibung des Bürgerentscheids 2 eine Bebauung untersagt ist, ist durch Auslegung, Kommunikation und bildlich Darstellung in der Öffentlichkeitsarbeit der Wille erkennbar, die vorhandene Imbissbude zumindest während des Übergangszeitraumes auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz zu belassen. Es handelt sich hier um eine untergeordnete Fläche, die in ihrer Funktion dem Aufenthaltscharakter der Fläche dient. Im Rahmen unserer Möglichkeiten wird sich die Stadt mittelfristig um einen anderen Standort bemühen.  

 

 

Zu 7): Dieser Grundsatzbeschluss legt die Eckpunkte der weiteren Vorgehensweise fest. Sobald die weiteren Details und Untersuchungen vorangeschritten sind, kann eine Öffentlichkeitsarbeit in einem weiteren Schritt erfolgen. Über die Ausgestaltung und Intensität ist in diesem Zug zu entscheiden. 

 

 

 

Die Kosten für die hier zu beschließenden Maßnahmen werden zunächst aus den vorhandenen Planungsmitteln für den Kardinal-Faulhaber-Platz bestritten. Soweit diese nicht ausreichen, sind weitere Kosten durch Minderausgaben an anderer Stelle zu decken. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0