Verdienstpreis für Sebastian Sender

Mit dem Preisträger Sebastian Sender freuen sich Vorstandsvorsitzender Sebastian Bauer (links) und Stellvertreter Ronald Kraatz (rechts). (Foto: ISB)

ISB mit bayernweitem Beratungsauftrag  

 

„Sport soll man treiben, ohne vom Sport getrieben zu werden. Und ich weiß ja, dass Sie ein Verein sind, der ganz neue Wege geht“, erklärt Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert. Und in der Tat lässt sich neun Jahre nach Gründung des außergewöhnlichen Sportvereins erkennen, dass hier manches anders angegangen wird. Man sucht Zielgruppen auf, die weniger Zugang zum Vereinssport finden, anstatt auf sie zu warten. Man erforscht Wirkungszusammenhänge und gibt die Erkenntnis weiter, um Kreise zu ziehen.  

 

Eine bunt gemischte Gruppe aus Gästen aus der Kommunalpolitik, dem Bayerischen Sport- und Jugendverbandswesen sowie Fachleuten aus dem organisierten Sport erschien zur Jahresfeier des Idealvereins für Sportkommunikation und Bildung (ISB). Und wenngleich auch sich die Sportangebote des Vereins nicht an Mitglieder richten, so ist doch messbar, dass sich das Engagement der jungen Schweinfurter Fachleute auch deutlich zu Gunsten anderer Sportvereine in Schweinfurt auswirkt. Dieser Zusatznutzen für andere Vereine wird seit Gründung des ISB erkannt und man strebt danach, dies systematisch und wiederholbar zu halten. Sebastian Bauer, Vorstandsvorsitzender des jungen Vereins erklärt die Aufgaben aus dem sogenannten Prozessmanagement: „Wir arbeiten an Dingen, von denen wir manchmal zu Beginn nicht genau verstanden haben, warum sie gut funktionieren und was uns letzten Endes berührt, ist die Frage: Wie machen wir aus einem zufälligen Erfolg einen systematischen?“  

 

Und die Antwort darauf liefert die Präsentation der leitenden Mitarbeiter. Da wäre beispielsweise der „Blockbuster“ des ISB, das Programm „Bewegte Ganztagsschule“. An drei Modellstandorten in und um Schweinfurt werden täglich hunderte Kinder zuverlässig mit einem ganzheitlichen, freudvollen und gesundheitsorientierten Bewegungsprogramm versorgt. „Wir werden aber nicht ausschließlich über Mitglieder- oder Teilnahmerzahlen sprechen. Wir reden davon, was passiert mit den Kindern?“ erklärt ISB-Chef Bauer und sein Stellvertreter und fachlicher Leiter Ronald Kraatz ergänzt: „Dass unser Programm wirkt ist auch anderen aufgefallen und man hat wohl gemerkt, dass wir das Bedingungsgefüge für solche wirksame Arbeit verstanden haben.“  

 

Dr. Volker Renz, Landesvorsitzender der Bayerischen Sportjugend und Präsidiumsmitglied des Bayerischen Landes-Sportverbands, hat sich unter die Gäste gemischt und führt aus: „Das Thema Sport im Ganztag ist ein sehr wichtiges in unserer Jugendarbeit. Das haben wir erkannt und auch aufgegriffen“, auch im Wissen, dass man landesweit diese Herausforderung nicht als Verband alleine bewältigen könne. Der ISB ist seit kurzem landesweit beauftragt, Vereine zu beraten und zu begleiten auf ihrem Weg als starker Träger und Partner im schulischen Ganztag. „Hier sind wir sehr froh, einen kompetenten Partner gefunden zu haben“, bedankt sich Renz  im Namen des größten Jugendverbands in Bayern bei den jungen Experten aus Schweinfurt. Man erprobt also nicht nur praktisch wirksame Modelle, man erklärt sie auch anderen Interessierten, darunter inzwischen große, wohlklingende Vereinsnamen aus dem Freistaat, die man sonst aus der  bundesweiten Berichterstattung kennt. 

 

Aber auch die Weiterentwicklung des Erkenntnisgewinns in der sportlichen Jugendarbeit ist den engagierten Schweinfurtern ein Anliegen. Daher wird in zweijährigem Rhythmus der Verdienstpreis an junge, angehende Sportwissenschaftler verliehen, welche sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit mit Problemstellungen aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Bildung auseinandergesetzt haben.. In diesem Jahr erhält Sebastian Sender aus Mellrichstadt den Buch- und Geldpreis für seine Arbeit, einer Datenanalyse aus dem Handballtraining, die er im Rahmen seines Sportökonomiestudiums an Universität Bayreuth verfasste. Stellvertretender Vorsitzender Ronald Kraatz ist Leiter der Jury und voll des Lobes: „Eine Erkenntnis aus der qualitativen Arbeit unseres Preisträgers ist, dass elementare Bewegungserfahrungen die Grundlage jedes Techniktrainings darstellen. Und hier kann man einen Bogen zum täglichen Wirken unseres Vereins schlagen, denn nichts anderes machen wir mit den Kindern in unseren Projekten.“ 

 

Für den Preisträger und den Verein hat sich die Auszeichnung übrigens zusätzlich gelohnt. Man lernte sich im Zuge des Auszeichnungsverfahrens so gut kennen, dass ein Anstellungsverhältnis im daraus erwuchs: Sebastian Sender ist inzwischen Leiter der Analyse im Gymnasion, der ISB-Zentrale in Schweinfurt. 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0