Der Kulturfonds Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst unterstützt Pilotprojekt in Schweinfurt

Bild: Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt
Bild: Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt

Schweinfurt – Die Stadt Schweinfurt erhält 33.700 Euro aus den Mitteln des Kulturfonds Bayern. Bezuschusst wird damit das Projekt „Integration gelingt durch Kulturelle Bildung mit LTTA (Learning through the arts – Lernen durch die Künste)“ in der Auen-Mittelschule und der Albert-Schweitzer-Mittelschule in den Schuljahren 2017/2018 und 2018/2019.

 

In diesen zwei Projektjahren entwickeln Künstler und Lehrer, in Kooperation mit  kulturellen Einrichtungen, Modelleinheiten didaktisch-methodisch, theoriebasiert und praktisch umgesetzt. Diese können zeitgleich aber auch in Folge als Beispiel für weitere Lehrkräfte und Künstler in Unterfranken und darüber hinaus dienen, so dass ein Multiplikations-Effekt gegeben ist.

 

Teilnehmer sind zunächst 4 Schulklassen mit 70-90 % Migrationshintergrund (zw. 80 und 100 Schüler), 2 Übergangsklassen mit 100% (zw. 30 und 40 Schüler) und 2 Fördergruppen mit 100% Migrationshintergrund (zw. 16 und 24 Schüler) der Auen- und Albert-Schweitzer-Mittelschule Schweinfurt.

 

Neu und besonders ist im Pilotprojekt der Integrationsansatz durch kulturelle Bildung und die enge Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen der Stadt Schweinfurt.

Die Einheiten werden analog zum bereits erprobten Testbaustein – der Erarbeitung der Rückert-Performance im Jahr 2016, die auch die Idee zu diesem neuen Pilotprojekt brachte – entwickelt und durchgeführt.

 

Hintergrund: 
Schweinfurt ist die bayerische Stadt mit prozentual den meisten Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund. 

Diese Schüler fühlen sich häufig weder sozial-emotional als Person in ihren Klassen angenommen, noch erreichen sie einen entsprechenden sprachlichen Fortschritt, der ihr Lernen in allen Fächern voranbringt. Ihr neues Lebensumfeld „Stadt“ bleibt ihnen fremd, da sie nicht am kulturellen Leben partizipieren und dies auch langfristig nicht tun. Integration benötigt Bildung!

 

Zum Projekt:

In der Zusammenarbeit der Klassen mit LTTA zertifizierten Künstlern  aus den Bereichen Musik, Tanz, Theater, Bildende Künste, Literacy, Puppenspiel etc. mit den Kulturellen Einrichtungen (Museen, Theater, Musikschule etc.) werden die Schüler mit Migrationshintergrund in den Bereichen Kommunikation,  emotionale Kompetenz, Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Teamgeist und Selbstreflexion "abgeholt" und erarbeiten gleichzeitig Lerninhalte der Lehrplanfächer – vor allem Deutsch – zur Steigerung ihrer Kompetenzen. Diese werden danach zum intensiven Wissens- und Kompetenzerwerb für alle weiteren Fächer eingesetzt.

Die Arbeit mit den Schülern beginnt in einem vertrauensstiftenden Umfeld in der Schule und wird zunehmend nach Fortschritt und Leistungsfähigkeit in Absprache mit den Lehrkräften und Künstlern sinnvoll mit den kulturellen Einrichtungen verbunden. Somit werden kulturelle Hindernisse überwunden und lassen Partizipation in Gesellschaft und Arbeitswelt gelingen. Elternarbeit und öffentliche Präsentationen sind zusätzlich Marksteine auf dem Weg zur kulturellen Teilhabe.

 

In einer Studie ist der LTTA Basis-Ansatz „Lernen durch die Künste“ in Regelklassen erfolgreich evaluiert worden. Eine Kommission der Abteilung Kulturelle Bildung aus dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst unter der Leitung von MR Michael Weidenhiller, hat sich im letzten Jahr LTTA Unterricht mit Künstler- und Lehrer-Partnern angesehen und bei einem Besuch in der Albert Schweitzer Schule die Notwendigkeit dieser Projektarbeit bestätigt.

 

Zur Bewerbung:

Zur Projektteilnahme, Weiterbildung mit Zertifizierung können sich Künstlerinnen und Künstler der Region bei der Stadt Schweinfurt bewerben.

Bewerbungen bitte bis 28.September 2017 unter www.kunsthalle-schweinfurt.de oder/und www.ltta.de

 

Bild: Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt
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