Tag des offenen Denkmals am 10. September „Macht und Pracht“

Am 10. September 2017 findet der Tag des offenen Denkmals statt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“. Die Besucher sollen dazu angeregt werden, sich mit den vielfältigen Ausdrucksformen von „Macht und Pracht“ in allen relevanten Bereichen von Architektur- und Kunstgeschichte bewusster auseinanderzusetzen. Das Baureferat präsentiert an diesem Tag interessante und informative Führungen in Würzburg. Auf dem Programm stehen anschauliche Führungen und geschichtliche Einblicke von politischer, kommunaler und kirchlicher Macht und Pracht der unterschiedlichen Denkmäler bis zu ihren heutigen Nutzungen.

 

Geschichte des Tags des offenen Denkmals

Seit dem erfolgreichen Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 einschließlich einer vom Europarat zeitgleich erarbeiteten Denkmalschutz-Charta hat sich das breite öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung unseres baukulturellen Erbes grundlegend entwickelt und kontinuierlich zu entsprechendem Engagement geführt.

1984 rief Jack Lang in Frankreich die „Journées Portes ouvertes monuments historiques“ ins Leben. Aufgrund der großen Resonanz folgten in den nächsten Jahren weitere Länder dem französischen Beispiel. 1991 rief der Europarat offiziell die „European Heritage Days“ aus. In Deutschland fand der Tag des offenen Denkmals zum ersten Mal 1993 statt. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen seither historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen. In fachkundigen Führungen bieten Architekten, Denkmalpfleger, Restauratoren und Handwerker Einblicke in Denkmale, die sonst nicht möglich sind. Der Tag wird koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 2016 besuchten bundesweit etwa 4 Millionen Besucher etwa 8.000 historische Bauten, Parks, bewegliche Denkmale und archäologische Stätten.

In Würzburg findet der Tag des offenen Denkmals seit 1997 statt, mit seither mehr als 70.000 Besuchern.

Objekte und Führungen

1.         „Der neue Grafeneckart“ mit Wenzelsaal

            Beim Grafeneckart 1, 97070 Würzburg

            Altstadt

 

Der Grafeneckart, historisches Rathaus und romanischer Palastbau, war immer Zentrum der politischen und kommunalen Macht in Würzburg. Er erscheint in neuer farbiger Pracht, ist jedoch auch in seiner Gestaltung und Ausstattung immer ein Bau von Pracht und Macht gewesen. Das erfährt der Interessierte direkt im ältesten Fest- und Versammlungssaal Frankens, dem Wenzelsaal.

 

Führung:           Dr. Hans Steidle, Stadtheimatpfleger

                        11:00 Uhr

Dauer:              ca. 75 Minuten

Treffpunkt:        Eingang zum Gedenkraum, Grafeneckart

Foto: ©Georg Wagenbrenner

 

2.         Stiftung Juliusspital – Garten und Pavillon

            Koellikerstraße 2 a, 97070 Würzburg

            Altstadt

 

Schon Julius Echter nutzte den Nordflügel seines Juliusspitals als fürstbischöfliche Stadtresidenz. Johann Philipp von Greiffenclau baute den großen Fürstenbau, den Garten und den Rokokopavillon wie eine barocke Schlossanlage aus. Zwei Jahrzehnte drückte die Anlage Macht und Pracht des absolutistischen Hofs aus, bis die Residenz erbaut wurde.

 

Führung:           Dr. Hans Steidle, Stadtheimatpfleger

                        14:30 Uhr

Dauer:              ca. 75 Minuten

Treffpunkt:        Innenhof des Juliusspitals, Juliuspromenade 19

 

Foto: ©Stadt Würzburg/ProS

 

3.         Justiz im Wandel

Landgericht/Ziviljustizzentrum Würzburg (Altbau)

            Ottostraße 5, 97070 Würzburg

Altstadt

 

Das in den Jahren 1889 – 1892 im Stil der italienischen Renaissance erbaute Ge-richtsgebäude brannte beim Luftangriff am 16.03.1945 auf Würzburg bis auf die Grundmauern nieder. In den Jahren 1947 bis 1953 wurde das aus Kalk- und Sand-stein errichtete Gebäude mit den damals zur Verfügung stehenden Baustoffen wieder aufgebaut. Die in den Jahren 2006 bis 2010 durch das staatliche Hochbauamt durchgeführte gelungene Generalsanierung des Altbaus verbindet die weitgehende Bewahrung der äußeren Gestalt des historischen Justizgebäudes mit einer funktionellen und ansprechenden Gestaltung im Inneren und dem halbrunden Anbau eines Sitzungstraktes mit Foyer. Im bewussten Kontrast zum historischen Altbau steht das im Jahr 2004 im Innenhof anstelle des früheren Gefängnisses erbaute Strafjustizzentrum, welches durch die großzügigen Glasflächen die Transparenz der Rechtsprechung widerspiegelt.

 

Führung:           Dr. Dietrich Geuder; Landgerichts-Präsident

                        11:00 Uhr und 13:30 Uhr

Dauer:              ca.1 Std.

Treffpunkt:        Haupteingang Ziviljustizzentrum, Ottostr. 5, Einlass nur nach Sicher-heitskontrolle

 

Foto: ©Landgericht Würzburg - Präsidialstelle

4.         „Prachtstraße Hofstraße“: Residenz bis St. Kiliansdom

Hofstraße

Altstadt

 

Am Tag des Denkmals führt Stadtrat Willi Dürrnagel durch die frühere Prachtstraße Hofstraße von der Fürstbischöflichen Residenz bis zum Dom. Er erinnert dabei unter anderem an die Fürstbischöfe, den "König der Schmiede" J.G. Oegg, an das Königliche Musikinstitut mit seinem Begründer F.J. Fröhlich, an Hermann Zilcher, den Hof "Katzenwicker", die "Harmonie", die zahlreichen Domherrnhöfe und spricht über die frühere Bebauung dieses historischen Teils der Altstadt.

 

Führung:           Willi Dürrnagel, Stadtrat

                        10.30 Uhr und 14.00 Uhr

Dauer:              ca. 1 Std.

Treffpunkt:        Frankoniabrunnen, Residenzplatz

 

Foto: ©Willi Dürrnagel

5.         Laubengänge, Rosenduft und Wasserspiele. Parkhistorische und botanische Führung im Würzburger Hofgarten

            Residenzplatz 2, 97070 Würzburg

            Altstadt

 

Der Würzburger Hofgarten gehört zu den bedeutendsten barocken Anlagen Europas. Die interessante Entstehungsgeschichte der Anlage ist ebenso Thema der Führung, wie der historische Symbolcharakter der dort verwendeten Pflanzen. Deren Einsatz im damaligen Gartenbau spiegelt Weltoffenheit, Modernität, aber auch die repräsentative Macht des Fürstbischofs wider.

 

Führung:           Joachim G. Raftopoulo, EurProBiol., Dipl.-Biol.

                        10:00 Uhr

Dauer:              ca. 75 Minuten

Treffpunkt:        Frankoniabrunnen, Residenzplatz

 

Foto: ©Stadt Würzburg, ProS

 

6.         Mit Schwert und Krummstab – Herrscher von Gottes Gnaden im St. Kiliansdom und im Stift Neumünster

            Domstr. 42, 97070 Würzburg

            Altstadt

 

Mit dem St. Kiliansdom haben sich die Bischöfe des Mittelalters ein monumentales Bauwerk geschaffen, das als viertgrößte romanische Kirche Deutschlands gilt. Ebenso bezeugt das Stift Neumünster die Anfänge der Bistumsgeschichte und das Wirken der einzelnen Bischöfe bis in unsere Gegenwart hinein.

 

Führung:           Julia Pracher, Kunsthistorikerin M.A.

                        15:00 Uhr

Dauer:              ca. 1 Std.

Treffpunkt:        Dom, innen, am Siebenarmigen Leuchter

 

Scherenberg-Grabmal im St. Kiliansdom, Foto: ©Peter Eberts, Bamberg

 

7.         Neubaustraße, Neubaukirche, Jesuitenkolleg – Achse des Glaubens, des Wissens und der Kunst

            Neubaustraße, 97070 Würzburg

            Altstadt

 

Die Neubaustraße gehört mit ihren repräsentativen Bürgerhäusern sowie dem Ge-bäudekomplex von Universität und Jesuitenkolleg bzw. Priesterseminar zu Würz-burgs prächtigsten städtebaulichen Achsen.

Sie zeugt von der Bedeutung der Stadt als Zentrum von Politik, Glauben, Wissen und Kunst in der Frühen Neuzeit.

 

Führung:           Dr. Johannes Sander

                        11:00 Uhr, 13:00 Uhr

Dauer:              ca. 1 Std

Treffpunkt:        Vorplatz Polizeiinspektion, Augustinerstr. 24/26

 

Foto: ©Dr. Johannes Sander

 

8.         Tod auf dem Scheiterhaufen – Hexenverfolgung in Würzburg

            Juliuspromenade, 97070 Würzburg

            Altstadt

 

Das Hochstift Würzburg war zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein Brennpunkt der Hexenprozesse. Die Führung beginnt beim Juliusspital, führt über Marktplatz, Dom und Rathaus zur Alten Mainbrücke und informiert über die Ereignisse in Würzburg und die Hintergründe der Hexenverfolgungen.

Wie verliefen die Prozesse, welchen Einfluss hatten die Landesherren, wo waren die Hexengefängnisse und waren wirklich nur Frauen die Opfer? Diese und weitere Fragen sollen bei der Führung beantwortet werden.

 

Führung:           Angelika Serger

                        15:00 Uhr

Dauer:             ca. 90 Minuten

Treffpunkt:        Eingang Juliusspital (Juliuspromenade)

 

Foto: ©Angelika Serger

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