Feuerwehren stellen sich auf extreme Wetterereignisse ein Feuerwehr- und Fahrzeugkonzept für die Großgemeinde Schonungen vorgestellt

Insgesamt kann die Gemeinde mit ihren neun Feuerwehren fast 450 Feuerwehrdienstleistende mit 15 Feuerwehrfahrzeugen und sogar einem Feuerwehrboot zählen. (Fotos St. Rottmann)

 

Mit Spannung wurde das neue Feuerwehr- und Fahrzeugkonzept erwartet, das in den nächsten Jahren eine Richtschnur für die Fahrzeugbeschaffungen und vor allem die strategische Ausrichtung der Feuerwehren dokumentieren soll. Es ist ein Gemeinschaftswerk aller neun Ortswehren mit ihren Kommandanten, das vor allem unter Federführung von Christian Link und der Kreisbrandinspektion erarbeitet wurde. Bürgermeister Stefan Rottmann zeigte sich hierfür sehr dankbar, schließlich sei das Konzept durchdacht und von hoher Qualität.

 

Vor allem soll mit der Studie erreicht werden, dass die kommenden Fahrzeugbeschaffungen sinnvoll aufeinander abgestimmt und den Gefahrenpotenzialen, den örtlichen Gegebenheiten und den jeweiligen Mannschaftsstärken gerecht wird. Kreisbrandrat Holger Strunk präsentierte das Konzept und stellte sich den Fragen im Gremium: Jede Wehr hat seine Daseinsberechtigung und so gelte es die Ausrüstung mit Weitsicht und nach einsatztaktischen Überlegungen zu beschaffen.

 

Das Papier sieht vor, dass Schwerpunkte je nach Gefahrenlage gebildet und individuell einsetzbare Fahrzeuge mit speziellen Ausrüstungen angeschafft werden. So gibt es Wehren, die sich künftig auf Waldbrandgefahren und wiederum andere Ortswehren, die sich auf Hochwasserereignisse spezialisieren. Mit den Feuerwehren Schonungen, aber auch Marktsteinach/Löffelsterz soll der Atemschutz gemeindeweit gewährleistet werden. Schließlich kommt es beim Einsatz auf die so genannte 10-Minuten-Hilfsfrist an: Bis dahin sollte nach Alarmierung die Feuerwehr am Brandherd sein.

 

Bewährt hat sich in jedem Falle die Zusammenarbeit über Ortsteilgrenzen hinweg: Nicht nur im Ernstfall, auch bei Übungen wird das Miteinander erfolgreich praktiziert. Als Beispiel nannte der Kreisbrandrat die Zusammenarbeit zwischen Hausen und Schonungen. Mit dem für Hausen neu angeschafften Logistikfahrzeug soll eine Hilfestellung der Schonunger Wehr bei Verkehrsunfällen erreicht werden. Mit speziellen, gerade auch für Autobahneinsätzen geeigneten, Beschilderungssystemen, könnte Hausen künftig eine besondere Rolle einnehmen.

 

Dass das Fahrzeugkonzept hoch professionell ausgearbeitet wurde, daran ließ neben Kreisbrandrat Holger Strunk auch der Gemeinderat keinen Zweifel. Vom Fahrzeugbestand, Einsatzstatistiken, über Alarmierungsszenarien mit den jeweiligen Entfernungen bis hin zu den jeweiligen Mannschaftsstärken wurde an alles gedacht. Auch die gesetzlichen Bestimmungen finden sich im Konzept. Besonders stolz könne die Gemeinde auf ihre vielen Aktiven und vor allem auf die hervorragende Jugendarbeit in den Ortsteilen sein, lobte Bürgermeister Stefan Rottmann. Insgesamt kann die Gemeinde mit ihren neun Feuerwehren fast 450 Feuerwehrdienstleistende mit 15 Feuerwehrfahrzeugen und sogar einem Feuerwehrboot zählen. Künftig gelte es vor allem sich gegen extreme Wetterereignisse wie Stürme, Gewitter-, Hagel- und Hochwasserereignisse zu schützen. Die Fernsehbilder machten deutlich dass sich das Klima nachhaltig verändert und extreme Wetterereignisse jederzeit gnadenlos auftreten könnten: Bisher blieb die Gemeinde zum Glück verschont, stellte Rottmann fest.

 

Das neue Konzept sieht als Schwerpunkt schließlich auch die Fahrzeugbeschaffungen der kommenden Jahre vor, außerdem soll die Bezuschussung der Fahrzeugflotte optimal genutzt werden. Es handle sich hierbei um ein ausgewogenes Konzept, das keinen Luxus sondern notwendige Investitionen beinhaltet, so der Kreisbrandrat. Auf Priorität eins ist die Neuanschaffung eines HLF-20 für Schonungen gelistet, sowie für Marktsteinach ein Mannschaftstransportwagen. Letzteres wird auch zu großen Teilen vom örtlichen Feuerwehrverein als zweites Fahrzeug neben dem dort stationierten bestehenden TSF-W finanziert. Für die Ortswehren in Reichmannshausen, Löffelsterz, Abersfeld und Forst, die turnusgemäß mit Fahrzeugneubeschaffungen an der Reihe sind, sollen vor allem Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Schwerpunkt Logistik angeschafft werden. Diese könnten individuell je nach Schadensereignis eingesetzt und zur Unterstützung der Atemschutzwehren optimal eingesetzt werden. Am Ende nahm der Gemeinderat per Beschluss das Konzept zur Kenntnis und befürwortete dieses.

 

 

 

Insgesamt kann die Gemeinde mit ihren neun Feuerwehren fast 450 Feuerwehrdienstleistende mit 15 Feuerwehrfahrzeugen und sogar einem Feuerwehrboot zählen. (Fotos St. Rottmann)

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