Schonungens Grundschulprojekt startet neu durch Gemeinderat verständigt sich auf Schulbau-Variante

Schonungens Grundschulprojekt startet neu durch: Erst war kein Geld da, dann ist das ausgewählte Planungsbüro abgesprungen, später musste Schonungen um die benachbarte Realschule kämpfen. Soweit so gut: zwischendurch korrigierte die Regierung von Unterfranken aufgrund der explodierenden Geburtenraten und Zuzüge im Gemeindegebiet gleich zwei Mal hintereinander das Raumprogramm massiv nach oben, was zeitaufwändige Neu- und Umplanungen zur Folge hatte. Verschiedene Varianten bis hin zum Aufstocken standen zur Auswahl. Es war wie verhext: Das nun deutlich größer geplante Schulhaus passte nicht mehr auf das gemeindliche Grundstück hinter der bestehenden Turnhalle und Schwimmhalle. Eine andere Fläche kam allerdings nicht in Frage: Zu viele Synergien sprechen mit dem dort verorteten gemeindeeigenen Hallenbad, Turnhalle, der Freisportanlage, einer gemeinsamen Heizzentrale für das Schulzentrum und den eh schon regelmäßig pendelnden Schulbussen zur Realschule für den Standort.  Mit Blick auf die letzten Monate erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann: „Uns ist wahrlich nichts in den Schoß gefallen: Wir haben viele Steine erfolgreich aus dem Weg geräumt.“ Dass Schonungen als zweitgrößte Gemeinde des Landkreises eine moderne und zeitgemäße Grundschule braucht, steht außer Frage. „Die Bildung unserer Kinder muss uns die Investition Wert sein.“, so Rottmann.

 

Die Uhr tickt gnadenlos, schließlich ist ein zeitgemäßer Unterricht im alten Grundschulgebäude nicht mehr möglich. Die Bausubstanz ist marode und mangelhaft, keine Barrierefreiheit gegeben, geschweige denn energetische Mindeststandards erfüllt. Auch an ein Ganztagsangebot ist aktuell nicht zu denken. Weil die Schülerzahlen in Schonungen sprunghaft angestiegen sind, mussten für das neue Schuljahr provisorische Klassenzimmer hergerichtet werden. Im kommenden Jahr könnte es schon zu Auslagerungen und Containerlösungen kommen. Der bestehende Grundschulkomplex besteht aus vier Gebäudeteilen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Aufgrund extremer Hanglage dient eine Straße als Pausenhof.

 

Höchste Zeit also für einen neuen Anlauf in Sachen Grundschulneubau, denn eine Sanierung des Gebäudebestands wird von Fachleuten als unwirtschaftlich beurteilt: Dank den eingeleiteten Reformen geht es der Gemeinde finanziell deutlich besser, das neue Planungsbüro Holger Philipp legte bereits überzeugende Pläne vor und auch die Grundstücksverhandlungen verliefen positiv. Schließlich konnte die Debatte um den Realschulstandort bis auf Weiteres zugunsten des bestehenden Standorts in Schonungen entschieden werden. Vor wenigen Wochen beschloss der Gemeinderat im Hinblick auf die neue Grundschule die Einführung des offenen Ganztags. Eine erste vorsichtige Schätzung zum Grundschulneubau beläuft sich auf 11 bis 12 Mio. Euro. Ein Zuschuss in Höhe von 78% der förderfähigen Kosten wurde in Aussicht gestellt. Einen ähnlich hohen Zuschuss konnte Schonungen als Stabilisierungshilfe-Gemeinde für das Nahwärmezentrum am Schulzentrum erreichen: Von den etwa 1,1 Mio. Euro Investitionskosten muss die Gemeinde dank des Kommunalinvestitionsprogramms nur knapp 300.000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Künftig soll auch die neue Grundschule an dem modernen Heizkraftwerk angeschlossen werden. Außerdem ist eine neue Straßenführung mit zusätzlichen Parkplätzen geplant um eine reibungslose An- und Abfahrt der Schulbusse zu gewährleisten.

 

Erste Pläne und Fotoanimationen von der neuen Grundschule überzeugten den Gemeinderat. Es entsteht ein dreistöckiger Hauptbau mit Staffelgeschoss sowie einem zweistöckigen Klassenzimmerriegel Richtung Osten. Der Gebäudekomplex soll am bestehenden Schulzentrum im Bereich der Turnhalle direkt angebaut werden. Architekt Holger Philipp präsentierte seinen Planentwurf im Hinblick auf Optik, Raumaufteilungen und Funktionalität des Gebäudes. Die Schule wird als Inklusionsschule und offene Ganztagsschule mit Mensabereich geplant. Das Gebäude bietet durch seine klare Grundrissstruktur, sowie seinen hellen und großzügigen Gängen einfache Orientierung. Das Schulhaus ist mit einem Aufzug ausgestattet und komplett barrierefrei. Außerdem wird die geplante Grundschule optimale Fluchtwege, ein ausgefeiltes Brandschutzsystem sowie Amok-Schutz durch klare Strukturen bieten. Die talseitige Fassade stellt sich zweigeschossig dar, die hangseitige Fassade im Bereich des Speiseraumes dagegen eingeschossig. Grundsätzlich ist die Gestaltung klar und harmonisch gegliedert und greift die Gestaltungsgrundsätze der benachbarten Bestandsbauten auf. Insgesamt beherbergt die neue Grundschule zwölf Klassenräume mit angegliederten Gruppenräumen. Außerdem befindet sich im Erdgeschoss direkt zum Innenhof eine Pausenhalle, die als Veranstaltungshalle mitgenutzt werden kann. Sanitär- und Hausmeisterräume, Verwaltungsbereiche, sowie Lager- und Technikflächen sind ebenfalls vorgesehen.

 

 

Die Gemeinde investiert hier aller Voraussicht nach zwischen etwa 11 bzw. 12 Mio. Euro. (Bildanimationen Holger Philipp)

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