Versorgung der Grund- und Mittelschulen gesichert!

Schülerzahlen weiterhin stabil – Einschulungen erneut im Plus  Integration junger Asylbewerber und Flüchtlinge weiterhin große Herausforderung 

 Unterfränkische Schullandschaft im Schuljahr 2017/2018 

 Würzburg (ruf) – Die stabile Entwicklung der Schülerzahlen, die daraus resultierenden organisatorischen Anpassungen bei der Klassenbildung, die schulorganisatorischen Herausforderungen vor dem Hintergrund der Integration junger Asylbewerber und Flüchtlinge, die in diesem Jahr durchaus gute Versorgung mit Lehrerstellen und die Herausforderungen der Digitalisierung insbesondere der beruflichen Schulen standen im Zentrum der diesjährigen Schuljahrespressekonferenz, in der Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die aktuelle Situation der Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen für das neue Schuljahr 2017/2018 darlegte.  

 „Erfreulich ist, dass die Schülerzahlen bei den Grundschulen mit einem Plus von 594 Schülern (+1,44%) im zweiten Jahr in Folge wieder positiv sind und dies in allen drei unterfränkischen Regionen (Main-Rhön, Würzburg und Untermain). Der seit Jahren rückläufige Trend scheint sich zunehmend zu stabilisieren. Die Schulanfänger können sogar um 188 Schülerinnen und Schüler (+1,83%) zulegen“, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seinem diesjährigen Fazit. Leider nehmen entgegen diesem Trend die kleinen Grundschulstandorte leicht zu. „In Unterfranken gibt es im Schuljahr 2017/18 insgesamt 47 staatliche Grundschulen bzw. Grundschulanteile an Volksschulen (Vorjahr 42), die von weniger als 80 Schülern besucht werden. An 18 Grundschulen (Vorjahr 12) werden weniger als 4 Klassen unterrichtet. Die schulorganisatorischen Herausforderungen für die Schulverantwortlichen, vor allem bei der Lehrerversorgung kleiner Schulen, bleiben also bestehen“, so der Regierungspräsident. 

 Der Regierungspräsident betonte erneut, dass die Mittelschulen – zu Recht – bei Schülern, Eltern, aber auch bei den Betrieben ein hohes Ansehen genießen. Nach dem Zuwachs im letzten Schuljahr von rund 2%, müssen die Mittelschulen allerdings im kommenden Schuljahr einen Schülerrückgang von minus 265 Schülerinnen und Schülern verzeichnen, was einem Rückgang von -1,31% entspricht. Dies ist aber auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und dem Rückgang der Flüchtlingszahlen zu sehen. Die Bayerische Mittelschule erweist sich aber dank ihrer vielfältigen Wahlmöglichkeiten weiterhin für viele Schülerinnen und Schüler als ein berufsnahes und damit adäquates Modell. Eltern und Jugendliche schätzen das Angebot an Praxisanteilen und Berufsorientierung, was sich vor allem in der Projektprüfung als wichtigem Teil der Abschlussprüfungen widerspiegelt. Etwa ein Drittel aller Mittelschüler erreichen den Mittleren Schulabschluss, zwei Drittel den qualifizierenden Mittelschulabschluss bzw. den erfolgreichen Mittelschulabschluss. Die Zahlen der Abgangsschüler ohne Abschluss sind in Unterfranken marginal.  

 

„Gut ausgebildete Mittelschüler sind insbesondere für unsere Handwerksbetriebe unentbehrlich, und Handwerk hat Zukunft. Hier bieten sich auch langfristig gute Berufschancen. Für eine qualitativ hochwertige berufsnahe Ausbildung sind unsere Mittelschulen gut gerüstet“, so der Regierungspräsident. Er dankte erneut den vielen engagierten Lehrkräften, die zum positiven Image der Mittelschulen beitragen. Dennoch: Einzelne Standorte von Mittelschulen in den verbünden sind aufgrund regionaler Gegebenheiten nicht langfristig gesichert. Mittlerweile beträgt aber auch bei den staatlichen Mittelschulen an 29 Standorten die Schülerzahl unter 100 (Vorjahr: 26 Standorte). 

 Zur Stabilisierung der Schülerzahlen haben in den letzten Jahren auch die Asylbewerberzugänge beigetragen, wenngleich die aktuellen Neuzugänge wieder rückläufig sind. Dem Rechnung tragend, stehen den Schulämtern Förderstunden für Deutschförderklassen, Deutschförderkurse und Übergangsklassen zur Verfügung. Die Zahl der Übergangsklassen hat sich  mittlerweile stabilisiert. So gehen zum Schuljahresanfang 2017/2018 insgesamt 58 Übergangsklassen an den Start (Vorjahr 2016/2017: 70 Übergangsklassen).  

 „Die Schullandschaft ist und bleibt in Unterfranken in Bewegung“, betonte auch der zuständige Bereichsleiter Schulen der Regierung von Unterfranken, Abteilungsdirektor Gustav Eirich. „Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse im Grund- und Mittelschulbereich liegt seit Jahren stabil bei rund  20 Schülern“, stellte der Bereichsleiter vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen zum Schuljahresanfang heraus. So starten bei einem Plus der Gesamtschülerzahlen (+ 0,53%) bei den Grund- und Mittelschulen 3.079 Klassen ins neue Schuljahr, 13 Klassen weniger als im Vorjahr. In rund 92% der Klassen werden jeweils bis maximal 25 Schüler unterrichtet. Die Zahl der kleinen Klassen bis zu 20 Schülern beträgt 1.693, was einen Anteil von rund 55% an der Zahl der Gesamtklassen ausmacht.   

 Die Entwicklung der Lehrerversorgung ist für das kommende Schuljahr erfreulich. Die Versorgung mit Lehrerstellen ist auch unter Berücksichtigung des leichten Schülerzuwachses besser geworden. Im Schuljahr 2017/2018 kann Unterfranken mit Zugängen an Grund- und Mittelschulen im Umfang von insgesamt 300 Vollzeitkontingenten versorgt werden. Rechnet man die zum neuen Schuljahr 2017/2018 in den Ruhestand und die Freistellungsphase gegangenen Lehrkräfte, sowie die auslaufenden befristeten Verträge im Umfang ab, so ergibt sich rechnerisch zum Schuljahr 2017/2018 ein Zuwachs von 46 Lehrerstellen. Während im vergangenen Jahr der Bedarf das Angebot an Lehrkräften überstieg und deshalb auch umfangreich befristete Verträge für die Mobile Reserve abgeschlossen werden mussten, ist dieses Jahr wieder eine deutliche Erhöhung des Anteils von Beamten bzw. unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen einschließlich der Qualifizierungsmaßnahmen für Gymnasial- bzw. Realschullehrkräfte zu verzeichnen. Praktisch gilt bei den ausgebildeten Grund- und Mittelschullehrkräften Volleinstellung. Im Rahmen des bayernweiten Ausgleichs erhalten von 238 (Vorjahr 195) unbefristet einzustellenden Lehrkräften aus Unterfranken 50 ein Angebot in Oberbayern, gleichzeitig können 60 Lehrkräfte vor allem aus Oberbayern im Rahmen des Lehrerausgleichs nach Unterfranken versetzt werden. Im Versetzungsverfahren waren darüber hinaus noch 10 Lehrkräfte nach Ober- und Mittelfranken abzugeben. Abgaben und Zuversetzungen halten sich also in diesem Jahr die Waage. Ein erfreuliches Ergebnis, für die unterfränkische Lehrerversorgung, aber auch für die betroffenen Lehrkräfte. 

 Auch im Bereich der Förder- und Berufsschulen gibt es wichtige Themen, die das neue Schuljahr prägen:  

 Die Schülerzahlen bei den Förderschulen bleiben erneut konstant. Auch vor dem Hintergrund, dass Eltern behinderter Kinder jetzt grundsätzlich selbst entscheiden können, ob ihr Kind auf eine allgemeine oder auf eine Förderschule gehen soll, zeigt dies weiterhin den hohen Stellenwert, den unsere Förderschulen genießen. Für das Schuljahr 2017/2018 sind 6.231 Schülerinnen und Schüler an den unterfränkischen Förderzentren (ohne Schule für Kranke und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung) gemeldet. Zwei unterfränkischen Förderberufsschulen wurde das Schulprofil Inklusion verliehen. Neuigkeiten gibt es auch bei den Berufsschulen zu vermelden:  

 Auch an den Berufsschulen wird für das Schuljahr 2017/18 nur von einer geringen Änderung der Schülerzahlen ausgegangen. Die Anmeldezahlen für die mehr als 100 unterfränkischen Berufsfachschulen sind in den meisten Berufsbildern gut. Viele junge Menschen sehen Ihre Chancen im beruflichen Fortkommen, die ihnen Fachschulen (Techniker- und Meisterschulen) und Fachakademien bieten.  

 Im kommenden Schuljahr 2017/18 bleiben die Bildungsangebote für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge auf hohem Niveau. Somit kann jedem interessierten jungen Menschen mit Fluchthintergrund ein Angebot in diesem 2-jährigen Beschulungssystem gemacht werden. Nach den derzeitigen Planungen stehen im September 2017 in mehr als 120 Klassen rund 2.400 Schulplätze für Flüchtlinge zur Verfügung.   

 Die unterfränkischen Berufsschulen machen sich fit für zukünftige Herausforderungen.  

 Im Schuljahr 2017/18 wird damit begonnen, Maßnahmen aus dem Masterplan BAYERN DIGITAL II an den unterfränkischen beruflichen Schulen umzusetzen. So werden die Schulen im Rahmen ihrer Schulentwicklung die Medienentwicklungsarbeit intensivieren und in einem Medienkonzept dokumentieren. 

 Die zunehmende Vernetzung von Produktionsprozessen im Kontext von Industrie 4.0 und deren Einfluss auf berufliche Tätigkeiten sind von zentraler Bedeutung für den Bildungsauftrag der beruflichen Schulen. Um zukünftige Fachkräfte optimal auf die damit verbundenen, neuen Anforderungen vorbereiten zu können, wurde von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen für die Lehrkräfte an den Berufsschulen ein Fortbildungskonzept rund um die Thematik „Wirtschaft 4.0“ initiiert. Ab dem Schuljahr 2017/18 fungieren drei Schulen in Unterfranken (BS Main-Spessart, BS Bad Neustadt und BS 1 Schweinfurt) in den Themengebieten Robotik, Steuerungstechnik und Fluidtechnik als Partnerschulen dieser Initiative und werden für die bayernweite Lehrerfortbildung tätig werden. 

 Hinweis: Die Regierung von Unterfranken ist für Grund- und Mittelschulen, Berufliche Schulen und für Förderschulen in ganz Unterfranken zuständig. Zu den Aufgaben gehören hierbei insbesondere Personaleinsatz und -verwaltung, Schulorganisation, Schulentwicklung, Lehrerfortbildung und vieles mehr. 

 

Bild: Regierung von Unterfranken

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