Arbeitsunfälle reduzieren durch positive Verstärkung: Die FHWS bietet einen Zertifikatslehrgang an

Durch gezielte Verhaltensmaßnahmen und korrektes Verhalten lassen sich Unfälle vermeiden. (Foto privat)
Durch gezielte Verhaltensmaßnahmen und korrektes Verhalten lassen sich Unfälle vermeiden. (Foto privat)

Die Teilnehmer des „Behavior Based Safety“-Konzeptes werden in Theorie und in betrieblicher Praxis ausgebildet 

 

Arbeitsunfälle – inclusive Amputationen, Skalpierungen oder mit Todesfolge – galten in Zeiten der Industrialisierung, so der TÜV Rheinland, als der unvermeidliche Preis des Fortschritts oder als individuelles Verschulden. Heutzutage sind die Unternehmen dazu angehalten, den Themen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung einen hohen Stellenwert einzuräumen.  

 

Dank der Bemühungen des Gesetzgebers, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmervertretungen ging die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg deutlich nach unten. Auch die Technik und die Ausstattung der Arbeitsplätze hat viel zur Sicherheit am Arbeitsplatz beigetragen. Riskante Arbeitsbedingungen sind heute kaum mehr die (alleinige) Ursache für Arbeitsunfälle. Dagegen wird der „Faktor Mensch“ beim 

Unfallgeschehen immer bedeutsamer. Das Verhalten gilt heute als die Unfallursache Nummer 1. Belehrungen, Schulungen und Regeln alleine reichen jedoch nicht aus, um das Verhaltensproblem der Arbeitssicherheit in den Griff zu bekommen. Das Konzept der „Behavior Based Safety“ (BBS), der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit, setzt vor allem auf Feedback und Anerkennung – positive Verstärkung – für sicheres Verhalten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Arbeitssicherheit zu motivieren. Dabei gilt BBS als das „mit Abstand erfolgreichste und am häufigsten untersuchte Programm zur Verhaltensänderung“: Die Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) bietet ab dem Wintersemester 2017/18 einen Zertifikatslehrgang „Spezialist / Spezialistin für Behavior Based Safety (BBS)“ an. In sechs Block- und Wochenendveranstaltungen werden die Teilnehmer befähigt, selbstständig einzelfallbezogene, maßgeschneiderte Maßnahmen zur Verbesserung des arbeitssicheren Verhaltens zu entwickeln.  

 

 

Sicheres Abseilen: Professor Dr. Christoph Bördlein (Foto privat)
Sicheres Abseilen: Professor Dr. Christoph Bördlein (Foto privat)

Nach der Vermittlung der verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen von BBS wird vor allem die Umsetzung der BBSPrinzipien in die Praxis behandelt. Exkursionen zu Betrieben mit einem bereits laufenden BBS-System, die Vermittlung der rechtlichen Grundlagen und der Managementaspekte von BBS runden die Ausbildung ab. Als Abschlussarbeit wird ein BBSProjekt in der betrieblichen Praxis umgesetzt. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Berufsausbildung (technisch, naturwissenschaftlich, kaufmännisch oder im Gesundheits- und 

Sozialwesen) oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einer der relevanten Fachrichtungen und einschlägige Berufserfahrung. Die Absolventen erwerben bei erfolgreichem Bestehen der Modulabschlussprüfungen sowie der Abschlussarbeit ein Hochschulzertifikat und 20 ECTS-Punkte.  

 

Weitere Informationen und Möglichkeit zur Anmeldung unter  https://www.fhws.de/weiterbildung/zertifikatslehrgaenge/spezialis tin-fuer-behavior-based-safety/ 

 

Ein Film zur Geschichte des Arbeitsschutzes unter https://www.tuv.com/de/deutschland/aktuelles/arbeitsschutzgeset z/geschichte_des_arbeitsschutzes_in_deutschland/diegeschichte desarbeitsschutzesindeutschland.html 

 

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