Neues HLF-20 Feuerwehrfahrzeug für Schonungen

 (Fotos St. Rottmann)
(Fotos St. Rottmann)

Schonungen rüstet sich gegen extreme Wetterkapriolen

 

Nur wenige Wochen ist es her, als das neue Feuerwehrkonzept im Gemeinderat vorgetragen wurde. Das Papier stellt eine Richtschnur für künftige Fahrzeugbeschaffungen und vor allem die strategische Ausrichtung der Feuerwehren dar. Alle Feuerwehren haben daran mitgewirkt und so stößt die Expertise auf breite Zustimmung. Bürgermeister Stefan Rottmann lobte das Konzept als wegweisend, vor allem

 

Künftige Fahrzeugbeschaffungen und Gerätschaften sollen sinnvoll aufeinander abgestimmt und die Feuerwehren auf künftige Gefahrenpotenziale gewappnet sein. Dabei soll jeder Wehr eine Schwerpunktaufgabe zukommen, wie beispielsweise Hochwasser- oder Waldbrandbekämpfung. Vor allem der Schutz der Bevölkerung und die Einsatzfähigkeit bei schweren Unwettern, wie Sturm und Starkregen, sieht das Konzept vor. Bisher ist die Gemeinde von extremen Wetterereignissen verschont geblieben: Die Gemeinde und die Feuerwehren richten aber auch hier zunehmend den Fokus auf solche Wetterkapriolen. Insgesamt kann die Gemeinde mit ihren neun Feuerwehren fast 450 Feuerwehrdienstleistende mit 15 Feuerwehrfahrzeugen und sogar einem Feuerwehrboot zählen. 

 

Das Konzept sieht eine entsprechende Priorisierung der kommenden Fahrzeugbeschaffungen an. Ein maßgebliches Kriterium ist das alter des jeweiligen Fuhrparks. Unmittelbar zur Ersatzbeschaffung steht das in Schonungen stationierte LF8 (Löschgruppenfahrzeug) an, das gut 30 Jahre auf dem Buckel hat. Reparaturen werden hier immer aufwendiger und kostenintensiver, gleichzeitig sind Ersatzteile kaum mehr lieferbar. Nach intensiven Beratungen zwischen Kommandanten, Kreisbrandinspektion, Gemeinde und Regierung von Unterfranken, soll hier ein HLF 20 zum Einsatz kommen. Das so genannte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug verfügt über einen Wassertank und ist extrem geländegängig, was aufgrund der Schonunger Topographie notwendig ist. Außerdem ist das Fahrzeug mit seiner umfassenden Geräteausstattung vielseitig einsetzbar. Die Gemeinde kalkuliert mit Kosten in Höhe von 380.000 Euro und einem staatlichen Zuschuss in Höhe von 119.000 Euro. Der Gemeinderat hat sich für den Fahrzeugtyp ausgesprochen und den Zuschussantrag gestellt. Für die Beschaffung braucht es einen langen Atem, da der Fahrzeugbau und die Zuschussgenehmigung Zeit beanspruchen. Zudem muss das Fahrzeug aufgrund seiner Größe europaweit ausgeschrieben werden.

 

Neben dem HLF 20 wird mit einem Mannschaftstransportwagen (MTW) ein zweites Fahrzeug angeschafft. Das bisher in Vereinseigentum befindliche MTW in Marktsteinach soll erneuert werden. Dazu hat sich der Feuerwehrverein durchgerungen und insgesamt 15.000 Euro aus der Vereinskasse zur Verfügung gestellt. Weil die Gemeinde bei Ersatzbeschaffungen zuschussberechtigt ist, soll der Kauf über die Gemeinde abgewickelt werden – die Gemeinde selbst gibt einen Differenzbetrag von etwa 7.000 Euro. Marktsteinach ist die einzige Wehr der Gemeinde, die neben Schonungen über ein wasserführendes Fahrzeug (TSF-W) verfügt und deshalb das wichtigste Zuschusskriterium erfüllt. Die Marktsteinacher Wehr liegt strategisch günstig und kann bei Einsätze nahezu in alle Himmelsrichtungen nach Schonungen, Löffelsterz, Abersfeld und Waldsachsen ausrücken. Der Atemschutz ist aufgrund der hervorragenden Mannschaftsstärke langfristig gegeben. Ein Kompromiss musste bei den laufenden Kosten gefunden werden, die nach wie vor vom Feuerwehrverein getragen werden.

 

Für die Ortswehren in Reichmannshausen, Löffelsterz, Abersfeld und Forst, die dann im Anschluss turnusgemäß mit Fahrzeugneubeschaffungen an der Reihe sind, sollen vor allem Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Schwerpunkt Logistik angeschafft werden. Diese könnten individuell je nach Schadensereignis und zur Unterstützung der Atemschutzwehren optimal eingesetzt werden.

 

 

 

 (Fotos St. Rottmann)
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