Fünfte Nacht der Offenen Kirchen in Schweinfurt mit ca. 1500 Besuchern

Archiv- SW-N
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Schweinfurt. Die fünfte Nacht der Offenen Kirchen in Schweinfurt lockte bei schlechtem Wetter und und wohl auch wegen des Brückentags am Montag, 2.10., etwas weniger Besucher in die Kirchen als sonst: Etwa 1500 Menschen zählten die Veranstalter an den 14 Standorten.

Besonders hervorzuheben war diesmal die starke Beteiligung von Jugendlichen: An vier Orten waren Jugendliche und junge Erwachsene die Hauptakteure. Bekannt von den letzten Nächten ist bereits die „Young Art Church“ der Evangelischen Jugend in St. Johannis, die wieder junge Kunst in den verschiedensten Facetten darbot. Dort war unter anderem eine Fotoausstellung zu den 95 neuen Thesen zu sehen, die die Evangelische Jugend in Bayern gesammelt hat. Bei alkoholfreien Cocktails gab es aber auch Musikalisches zu hören. Auch die Möglichkeit einer Turmbesteigung lockte viele Besucher.

Die Jugendkirche Kross hatte wieder in intensiver Arbeit Lichtinstallationen vorbereitet, dazu Theater und verschiedene Aktionen. Leider kamen diesmal weniger Menschen zu dieser sehenswerten Station.

Neu war die Beteiligung eines P-Seminars des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. Die Abiturienten hatten so viele Ideen, dass es gleich für zwei Veranstaltungsorte reichte: In St. Anton boten die jungen Leute ganz neue Zugänge zu den Weltreligionen mit allen Sinnen. Ob einen jüdischen Gebetsriemen ertasten oder Curry schmecken: Hier war für alle Sinne etwas geboten.

Die zweite Station des P-Seminars in der Kapelle des St. Josefskrankenhauses ging unter dem Titel „Kirche der Heilung“ etwas ruhiger an die Sache heran. Meditative Texte, Meditations- und Atemübungen standen hier im Vordergrund. Zudem bestand die Möglichkeit, die eigenen Gefühle und Gedanken kreativ auszudrücken und Teil einer großen Collage zu werden.

Auch Kinder hatten ihren Platz in der Kirchennacht, insbesondere beim „Klang der Kirche“, einer ungewöhnlichen Kirchenführung, die gleichzeitig zum ersten Mal die St. Michael-Kirche ins Programm einband.

Die Evangelisch-Methodistische Gemeinde stellte vor vollem Haus einen Aquarell-Zyklus zum Vaterunser von Andreas Felger vor; die Veranstaltung wurde gerahmt vom Evangelischen Posaunenchor und unterstützt von den Alt-Katholiken: Eine hervorragende ökumenische Zusammenarbeit, die von guten Besucherzahlen belohnt wurde.

Im GesprächsLaden stand wie jedes Mal die Tür offen für Menschen, die einfach mal Zeit zum Reden oder auch zum Ausruhen brauchen. „Fundbüro“ war diese Station diesmal überschrieben: Immaterielles wie Liebe, Einsicht, Gesundheit, Anerkennung oder Zuversicht konnte hier als Fund oder Verlust „gemeldet“ werden.

Die Heilig-Geist-Kirche stand wie schon die letzten Male unter der Überschrift „Kunst und Musik“: Nach einem beeindruckenden Konzert mit Orgel und Marimbaphon stellte die Künstlergruppe Schweinfurter Oberland ihre Werke aus, musikalisch untermalt von der Gruppe 3Klang+.

Den Abschluss bildeten „Himmlische Klänge“: Eine Komposition von Morten Lauridsen, gesungen vom Vokalensemble Heilig Geist unter der Leitung von Martin Seiwert.

Der CVJM lud ein zu einer Kino-Kirche mit einer Filmeinführung durch einen „gelernten DDR-Bürger“ samt Nachgespräch. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) und die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) hatten wieder ihre Bauwagenkirche aufgebaut, die diesmal vor St. Johannis zu Gesprächen einlud.

Auch diesmal beteiligte sich fair handeln e.V. mit einer Veranstaltung, diesmal im Kom,ma-Saal hinter dem umgebauten katholischen Dekanatszentrum. In diesem Jahr stand der Dialog zwischen Christentum und Islam im Vordergrund.

In St. Salvator dagegen stand jüdische Kultur auf dem Programm: Helen Jordan und Uli Hubel sprachen und sangen Lieder in hebräischer Sprache, vertonte Psalmen und eigene Kompositionen. Anschließend las Dr. Tilman Tarach aus seinem Buch „Der ewige Sündenbock“ über alten und neuen Antisemitismus und Antizionismus.

Zum ersten Mal dabei war die Griechisch-Orthodoxe Kirche, die eine beeindruckende Vesperliturgie feierte. Anschließend bestand die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, wovon viele Gebrauch machten, die diese Kirche unter St. Anton zumeist noch nie gesehen hatten.

Neu im Programm und sehr gut besucht war auch die Biblische Gemeinde, die zu einer „Worship Night“ einlud. Das Duo „free at last“ lud ein zu christlichen Liedern.

Die Nacht der Offenen Kirchen in Schweinfurt findet alle zwei Jahre am 2. Oktober statt. Sie wird veranstaltet von den katholischen und evangelischen Gemeinden in der Schweinfurter Innenstadt sowie der Evangelisch-Methodistischen Gemeinde, der Alt-Katholischen Gemeinde, der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde und der Biblischen Gemeinde. Sie wird getragen von vielen Ehrenamtlichen in den jeweiligen Gemeinden. Auch die umliegenden Gemeinden, deren Kirchen zu weit von der Innenstadt entfernt liegen, beteiligen sich am Programm. Die Organisation liegt in der Verantwortung der katholischen Citypastoral (Ullrich Göbel) und der evangelischen Citykirche (Heiko Kuschel)

Voraussichtlich am 2. Oktober 2019 wird es dann zum sechsten Mal heißen: Aufgemacht – Aufgewacht. Die Nacht der Offenen Kirchen in Schweinfurt.

Das komplette Programm zum Nachlesen sowie Fotos von den Veranstaltungen finden Sie in den nächsten Tagen unter www.kirchennacht-schweinfurt.de

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