75 Meter langer und 1 km breiter Korridor schützt Feldhamster

Die neue Gemeindeverbindungsstraße wird von dem Knotenpunkt B19/WÜ 8 die Mainfrankenhöhe, wie auch das neu entstehende Gewerbegebiet erschließen und damit die B19 bei Estenfeld entlasten. Stadtbaurat Professor Christian Baumgart (m.), Tiefbau-Chef Jörg Roth (re.) und Bauingenieur Edwin Popp (li., Fachabteilung Tiefbau, Straßenbau) sahen sich den Baufortschritt an. Spätestens Anfang 2018 wird die Straße befahrbar sein. Foto: Claudia Lother

Stadt Würzburg baut neue Verbindung zwischen Kreisverkehr IKEA und Knotenpunkt WÜ8/B19

 

Zur Entlastung der B19 bei Estenfeld baut die Stadt Würzburg eine neue Gemeindeverbindungsstraße vom Kreisverkehr IKEA bis zur Kreisstraße WÜ 8. Die neue Strecke wird nordöstlich entlang des Gewerbegebiets Mainfrankenhöhe in Richtung Knotenpunkt WÜ8/B19 geführt. Dieser wird ebenfalls zu einem Kreisverkehr umgebaut. Die Strecke wird für einen nördlichen Zugang zur Mainfrankenhöhe sorgen und ein neues Gewerbegebiet nördlich von IKEA auf einer Fläche von etwa 4,6 Hektar erschließen.

Der Schwung der neuen Straße ist dem vom Aussterben bedrohten Feldhamster und seinem Lebensraum geschuldet. Gesehen wurde der Bewohner tief verzweigter Erdbauwerke eher selten. Und doch besteht ein eindeutig nachgewiesener Lebensraum des Feldhamsters auf der Fläche zwischen dem Siedlungsrand Versbach, der B19 und IKEA. Im Rahmen der Baumaßnahme wurde daher zwischen den Höfen an der Estenfelder Straße und der Mainfrankenhöhe ein 75 m breiter Korridor geschaffen mit durchgehendem Hamsterzaun. Dieser grenzt den Lebensbereich der Nager von der Straße ab und soll das Überleben der Tiere mit ihren Wanderungsbewegungen in Versbach sicherstellen.

Davon abgegrenzt stellt der Entwässerungsbetrieb im Zug des Neubaus der Gemeindeverbindungsstraße einen Schmutzwasserkanal für das angrenzende Gewerbegebiet her, die Mainfrankennetze GmbH verlegt Strom-, Fernmeldekabel, Gas- und Wasserleitungen, die Telekom Fernmeldeleitungen. Zur Entwässerung der neuen Straße sind neben Entwässerungsleitungen ein Regenrückhalte- und Klärbecken einschließlich der erforderlichen Zu- und Ableitungen erforderlich.

Für die nur 1 km lange neue Straße werden 10.000 m³ Erdarbeiten vorgenommen, 600 m Entwässerungsleitungen gelegt. Die Fahrbahnfläche wird etwa 10.500 m² betragen, die der Geh- und Radwege 3.600 m². Gepflanzt werden 53 neue Bäume als Straßenbegleitgrün. Der Hamsterschutzzaun wird entlang der Straße geführt, er ist ebenfalls einen Kilometer lang.

Die Baumaßnahme mit Kosten von 3,8 Millionen Euro wird von der Regierung von Unterfranken nach BayGVFG und FAG gefördert.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0