Dritter Durchlauf der Alkohol-Testkäufe – Schnitt hat sich verschlechtert

Auch bei der dritten Runde der Testkäufe im Landkreis Bad Kissingen wurde 16- und 17-jährigen Jugendlichen Hochprozentiges verkauft. Nur selten wurden sie auf ihr Alter angesprochen und die Ausweise gecheckt. Anfang Dezember 2016 hat der Landkreis mit den Testkäufen begonnen. Dabei versuchten minderjährige Auszubildende aus dem Landratsamt in Begleitung von Jugendamt und Polizei hochprozentigen Alkohol zu kaufen. Zu den Zahlen: beim ersten Durchlauf bekamen die unter 18- Jährigen in 60% der Fälle harten Alkohol, beim zweiten Test bei 30% der Käufe. Jetzt beim dritten Durchlauf wurden die Jugendlichen in 70% der Fälle nicht kontrolliert - obwohl diesmal sogar eine Zwischenberichterstattung vonseiten der Polizei erfolgt war. „Diese Quote ist eindeutig zu hoch“, findet auch Landrat Thomas Bold, „Es ist wichtig, beim Verkauf von Alkohol an Jugendliche deren Alter nicht nur zu schätzen, sondern sicher zu gehen. Denn Alkoholmissbrauch kann schlimme Folgen haben.“ Verkäufer/innen wissen für gewöhnlich über den Jugendschutz Bescheid, sind geschult und werden von den Kassensystemen auf den Jugendschutz hingewiesen. Bei den Testkäufen fiel auf: Alle Mitarbeiter/innen sind einsichtig und vergessen meist im Alltagstreiben die Jugendlichen nach dem Ausweis zu fragen – wichtig ist das natürlich trotzdem. Die Kontrollen zeigen, dass die Testkäufe als präventive Maßnahme nach wie vor wichtig sind. Darum wird es auch künftig TestkaufAktionen geben. Ein großes Phänomen ist bei dieser Runde der Testkäufe aufgetaucht: Mit Schnaps gefüllte Pralinen wurden an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft. Die Jugendlichen gaben vor, es sei ein Geschenk für die Großmutter. Die „geringfügige Menge“ Alkohol, die die Pralinen enthalten, ist im Gesetz nicht deklariert und der Verkauf solcher Produkte an Minderjährige darum nicht klar geregelt. Der Verkauf an Jugendliche unter 18 ist dennoch bedenklich. 

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