Stadt Bad Kissingen - „Kunst geht fremd… und dreht ab“

„Kunst geht fremd… und dreht ab“ –

Endspurt der einmaligen Tauschaktion 
in vierzehn unterfränkischen Museen

 

 

Noch bis zum 5. November 2017 lassen vierzehn Museen in ganz Unterfranken ihre Objekte in anderen Häusern „fremd gehen“. In der diesjährigen Aktion „Kunst geht fremd“ drehen sie ab. Sie verlieren jedoch nicht die Beherrschung oder ändern den Kurs, sondern tun das im besten Sinne. Sie tauschen Objekte, die z.B. in irgendeiner Form abgedreht sind, auf diese Weise hergestellt wurden oder die sich schlicht und einfach drehen lassen. Und so jagen sich rund um einen Glaskelch Wild und Jäger gegenseitig, geraten Menschenmassen in Panik, während ein Fastnachtstanzpaar seine Runden dreht. Es rollen und drehen sich eine keltische Vier-Augen-Perle und eine SinnKugel. Ein versteinerter Ceratit präsentiert seine schneckenförmigen Rundungen.

Das Museum Obere Saline hat dieses Jahr mit den Museen Schloss Aschach getauscht, und zwar Karikaturen Otto von Bismarcks gegen Aschacher Steingut.

Wilhelm Sattler (1784 bis 1859), ein Kunstsammler und Unternehmer aus Schweinfurt, gründete 1829 die Aschacher Steingutfabrik, um „weisses Steinguth nach Art von Wedgwood“ (Staffordshire, England) herzustellen. Entscheidend für die Wahl des Standorts waren Tonvorkommen in der Rhön und die zum Schlossensemble gehörende Mühle. Im Schlossgebäude befanden sich die Produktionsräume (Drehsaal, Glasurzimmer, Laboratorium, Modellager), im Gewölbekeller standen zeitweise die Brennöfen. Zur Produktpalette der Manufaktur Sattler gehörte Geschirr, das als Dekor Bad Kissinger Kurbauten oder bis heute beliebte Ausflugsziele zeigt. So sind unter anderem die Saline, der Brunnenpavillon, das Jägerhaus Claushof, der Altenberg oder die Trimburg abgebildet. Die Geschirrteile waren Souvenirartikel für die Gäste des Bades. In der Museumsabteilung „Weltbad Kissingen“, das unter anderem auch die Ausflugsziele rund um Kissingen thematisiert, unterstreicht nun Aschacher Steingut deren Bedeutung und Beliebtheit.

In den Museen Schloss Aschach war bis zur derzeitigen Schließung wegen Umbaumaßnahmen Otto von Bismarck zu sehen. Doch wurde der große Staatsmann, der einst häufiger Gast im Hause des Grafen von Luxburg war, völlig abgedreht gezeigt als künstlerisch gestalteter „Reichskater“ und  skurril, humoristisch bis hin zu kritisch als Bild-Kunst-Objekte, die im Rahmen der Kunstaktion Mail Art „Post für Otto“ im Jahr 2011 im Bismarck-Museum aus aller Welt eingegangen waren.

Beteiligte Museen an der Aktion „Kunst geht fremd“:

 

www.kunst-geht-fremd.de

 

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