Die Arbeiten an der Mischwasserbehandlungsanlage in Albertshausen haben begonnen

Foto: Mario Selzer

BU: Oberbürgermeister Kay Blankenburg (4. v.r.) gab zusammen mit (v.l.) Klaus Elbert  von der Firma Hell, Matthäus Sklorz vom Büro Hahn, Birgit Imhoff und Markus Schlereth vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, dem Leiter der Bauabteilung der Stadt Bad Kissingen Jan Voll, Dennie Back, Projektleiter beim Tiefbauamt der Stadt Bad Kissingen und Bauleiter Peter Straub von der ausführenden Baufirma Hell mit dem Spatenstich den offiziellen Startschuss zu den Arbeiten an der Mischwasserbehandlungsanlage Albertshausen.

 

 

Die Stadt Bad Kissingen baut in Albertshausen eine neue Mischwasserbehandlungsanlage. Hier werden nach Fertigstellung Regen- und Schmutzwasser aus Albertshausen gedrosselt und ab Ende 2018 an die Kläranlage in Hammelburg weitergeleitet. Dort wird das Wasser über den Zweckverband Thulba-Saale abschließend geklärt. Die Kosten der Mischwasserbehandlungsanlage liegen bei rund 950.000 Euro.

In ihrem Stadtteil Albertshausen baut die Stadt Bad Kissingen eine neue Mischwasserbehandlungsanlage am Embach. Dort wird zukünftig das sogenannte Mischwasser, also Regen- und Schmutzwasser, aus Albertshausen gedrosselt. Damit wird eine Überlastung der Kläranlage verhindert, weil das Wasser sozusagen „zwischengespeichert“ und später zur endgültigen Klärung weitergeleitet wird.

„Im Vorfeld dieser Maßnahme haben wir mehrere Möglichkeiten geprüft“, erklärte Oberbürgermeister Kay Blankenburg beim offiziellen Spatenstich für die Anlage. Dazu gilt es zu wissen, dass die Stadt Bad Kissingen für ihre Stadtteile Albertshausen und Poppenroth zusammen mit dem Markt Oberthulba für dessen Ortsteil Schlimpfhof, eine Kläranlage betreibt. Neben der Sanierung dieser bestehenden Kläranlage wurde auch die Wirtschaftlichkeit eines Neubaus der Kläranlage und ein Anschluss an die Kläranlage Bad Kissingen durchgerechnet. Letztlich war der Anschluss an den Abwasserzweckverband (kurz: AZV) Thulba-Saale und damit an die von ihm betriebene Kläranlage in Hammelburg, die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Variante. Eine entsprechende Zweckvereinbarung mit dem AZV Thulba-Saale habe man bereits 2016 geschlossen, so Oberbürgermeister Kay Blankenburg.

„Die Reinheit des Grundwassers hat für jede Kommune eine hohe Bedeutung, für Bad Kissingen mit seinen Heilquellen ist diese Bedeutung noch wesentlich höher“, hob Oberbürgermeister Kay Blankenburg hervor. Die Investitionssumme von rund 950.000 Euro zeige, dass dieses Thema immer wichtiger werde. „Diese Mischwasserbehandlungsanlage hätten wir auch unabhängig vom Anschluss an den AZV Thulba-Saale gebaut“, ergänzte der Leiter der Bauabteilung Jan Voll und erklärte die technische Funktionsweise der Anlage.

Bei Regen wird das anfallende Schmutz- und Regenwasser gedrosselt und nur eine bestimmte Menge Wasser an die Kläranlage weitergeleitet. Somit wird diese nicht überlastet. Das überschüssige Wasser staut sich in einem Stahlbetonrohr mit einem Rohrdurchmesser von 1,60 Metern und einer Länge von rund 130 Metern im neuen Stauraumkanal zurück. Nach dieser Zwischenspeicherung kann das Wasser zeitversetzt nach Ende des Regens der Kläranlage zugeführt werden.

Auch bei einem Starkregen wird das anfallende Wasser im Stauraumkanal gespeichert. Hat dieser sein Fassungsvermögen erreicht, wird das überschüssige, bereits verdünnte Abwasser über eine Schwelle dem Regenrückhaltebecken zugeführt. Dort wird es durch eine weitere Drossel kontrolliert in den Vorfluter (Embach) zugeführt. Das überschüssige Abwasser staut sich wiederum im 1.850 Kubikmeter großen Becken an und wird so zeitversetzt dem Gewässer zugeführt. Hochwässer werden auf diese Weise vermieden und die Verunreinigung des Gewässers minimiert.

Um den Auflagen der Wasserwirtschaft nachzukommen werden sogenannte Radarsensoren angebracht. Sie messen die Wassermenge, die ins Becken beziehungsweise in den Vorfluter läuft. Gemeinsam mit den Daten eines Regenmessers werden sie per Handy an die Leitzentrale der Kläranlage Bad Kissingen geschickt. Dort werden die anfallenden Daten überwacht und für die Wasserwirtschaft dokumentiert.    

Birgit Imhof vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen sprach von einem „schönen und guten Tag für den Gewässerschutz“. Die Mischwasserbehandlungsanlage soll voraussichtlich Ende dieses Jahres fertiggestellt sein.

 

Daten und Fakten:

Baubeginn 25.09.2017

Geplantes Bauende: Ende 2017

Haushaltsmittel circa 950.000 €

Kanalbau:

Kanallänge Stauraumkanal: 130 m, Durchmesser 160 cm

Regenrückhaltebecken: Volumen: 1.850 m³

Beteiligte:

Tief- und Betonbauarbeiten: Baufirma Hell aus Eltingshausen

Planung und Bauüberwachung: Ingenieurbüro Hahn aus Bad Kissingen

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