Der Arbeitsmarkt im Oktober 2017

Erstmals weniger als 7.000 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen Im Oktober waren 6.835 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote erreichte erstmals in einem Oktober 2,8 Prozent und liegt 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Noch im September waren 598 Menschen mehr arbeitslos gemeldet und die Quote lag bei 3,0 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr stellt sich die Situation noch wesentlich positiver dar. Damals wurden 1.339 Menschen mehr gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 3,4 Prozent. „Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten erfreulicherweise alle Personengruppen. Hervorzuheben ist insbesondere der Rückgang bei den Jugendlichen unter 25 Jahren. Im Vergleich zum Vormonat reduziert sich die Anzahl um mehr als ein Viertel. Es ist davon auszugehen, dass diejenigen die nicht nach der Ausbildung von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen wurden, einen Arbeitsplatz bei einem anderen Arbeitgeber finden konnten. Des Weiteren nimmt der Trend zum Besuch einer weiterführenden Schule verstärkt zu und sich so ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosenzahlen abzeichnete“, teilt Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, mit. Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt begünstigt waren auch ältere Personen (50 Jahre und älter) sowie Personen die bereits ein Jahr und länger als arbeitslos gemeldet waren. Im Oktober waren bei der Personengruppe der älteren Arbeitslosen noch 2.800 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr verringert sich die Zahl um 351 Personen (11,1 Prozent). Ebenso reduziert hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Menschen die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet waren. In diesem Monat lag die Zahl bei 1.934. Das waren 305 Menschen (13,6 Prozent) weniger als im Oktober des Vorjahres. Die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt in der Region sind weiterhin relativ hoch. 2.999 Menschen konnten im Oktober ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dies waren 33 Personen mehr als im Vormonat und 466 Menschen mehr als vor einem Jahr. Im Gegenzug mussten sich 2.406 Arbeitnehmer erstmals oder erneut arbeitslos melden. Dies entspricht einem Rückgang von 67 Menschen im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 136 Menschen weniger. 

 

Die Unterbeschäftigungsquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent gesunken

 

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die Unterbeschäftigung. Diese beinhaltet neben den arbeitslosen Menschen beispielsweise auch Personen in Weiterbildungen sowie Selbständige, die mit einem Gründungszuschuss gefördert werden und daher nicht als arbeitslos gelten. Sie vermittelt damit einen umfassenderen Eindruck über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch unter diesem Blickwinkel hat sich die Situation verbessert. 10.744 Menschen waren im Oktober von Unterbeschäftigung betroffen. Das waren 337 weniger als im September und 958 Personen weniger als im Oktober 2016. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Oktober 2017 bei 4,3 Prozent. Im Vorjahr lag diese noch bei 4,8 Prozent. Im Zusammenhang mit der Betrachtung der Unterbeschäftigung wird ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in Sprach- und Integrationskursen gelegt. Diese ist im Vergleich zum Vormonat um 39 auf 1.093 gestiegen. Im Oktober 2016 waren es noch 371 Teilnehmer weniger.

 

Kurzarbeit stagniert auf einem sehr niedrigen Niveau

„Durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld sollen die Betriebe in die Lage versetzt werden bei vorübergehend schwierigen Wirtschaftsbedingungen ihre eingearbeiteten Mitarbeiter zu halten. Die Inanspruchnahme dieser Leistung durch die regionalen Betriebe liegt weiterhin auf einem erfreulich niedrigen Niveau“, so Stelzer. Die Zahl der Betriebe bzw. Abteilungen, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, blieb gegenüber dem September mit neun Betrieben auch im Oktober unverändert. Allerdings sank die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer um sechs auf 36 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr waren die Zahlen noch deutlich höher. Im Oktober 2016 waren 35 Betriebe bzw. Abteilungen mit 789 Beschäftigten betroffen. 

 

Die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund nimmt zum zweiten Mal in Folge ab

Im Oktober wurden in der Region Main-Rhön 608 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das entsprach 8,9 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Im September waren es 87 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund mehr. Den weitaus größten Anteil bildeten dabei Menschen aus Syrien (394 Personen), gefolgt von afghanischen Staatsbürgern (64 Personen), irakischen Staatsangehörigen (20 Personen) sowie Menschen aus Somalia (15 Personen). Knapp zwei Drittel (61,8 Prozent) der arbeitslosen, geflüchteten Menschen sind männlich. Rund die Hälfte des Personenkreises (46,8 Prozent) ist jünger als 35 Jahre. „Ein vergleichsweise geringes Durchschnittsalter sowie eine hohe Motivation sind günstige Rahmenbedingungen für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter. Jedoch muss oft noch weiter an den sprachlichen Defiziten und den beruflichen Kenntnissen gearbeitet werden“, umreißt Stelzer die aktuelle Situation bei den Menschen mit Fluchthintergrund. 

 

Die Anzahl der Stellenangebote verharrt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau

Die Nachfrage der Arbeitgeber nach Arbeitskräften stieg im Oktober wieder deutlich an. Im Berichtsmonat nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 922 neue Stellenangebote an. Das waren 137 Stellenzugänge oder 17,5 Prozent mehr als im September. Seit Jahresbeginn wurden 10.077 Stellenzugänge verzeichnet, dies sind 982 Stellen (10,8 Prozent) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Jobsuchende konnten in diesem Monat auf einen Bestand von 5.074 freien Stellen zurückgreifen. Dies sind 38 Stellen mehr als im Vormonat und sogar 1.062 mehr als im Oktober 2016. Besonders groß ist der Personalbedarf im verarbeitenden Gewerbe. Hier sind 701 offene Stellen zu besetzen. Dies entspricht einem Plus von 25,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Unter anderem sind davon 145 der zu besetzenden Stellen der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen zuzurechnen, 119 dem Maschinenbau und 116 der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln. Der Bereich Gesundheits- und Sozialwesen verzeichnet ebenso eine große Nachfrage an Arbeitskräften mit 549 offenen Stellen. Hier wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat allerdings ein Rückgang von 5,8 Prozent verzeichnet. Auch im Handel haben Bewerber gute Chancen. Hier gibt es 540 freie Arbeitsstellen, 233 davon im Einzelhandel, 158 im Großhandel sowie 149 im Handel mit Kraftfahrzeugen. Hier wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 27,6 Prozent beobachtet. „Grundsätzlich tragen die stabile wirtschaftliche Lage sowie die seit längerer Zeit steigende Zahl der Beschäftigten zur anhaltenden starken Arbeitskräftenachfrage bei. Dadurch nimmt unter anderem der fluktuationsbedingte Ersatzbedarf zu und es entsteht insgesamt mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt, da mehr Personen ihren Arbeitsplatz wechseln. Darüber hinaus wirken sich die in manchen Bereichen zunehmenden Besetzungsschwierigkeiten der Unternehmen auf das Niveau der Arbeitskräftenachfrage aus“, erläutert Stelzer.  

 

Ausbildungsmarkt

Die Jahresbilanz der Ausbildungsmarktdaten wird am Donnerstag, den 09. November für die Region Main-Rhön veröffentlicht. 

 

Vorbeugen, Begleiten, Gestalten – worauf es jetzt am Arbeitsmarkt ankommt

Laut einer Mitteilung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) befindet sich aktuell der Arbeitsmarkt in ausgesprochen guter Verfassung. Jedoch dürfe dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade jetzt entscheidende Weichen gestellt werden sollten, um zu weiteren Fortschritten zu gelangen. Zu den vom IAB genannten zentralen Handlungsfeldern zählen der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit und eine Qualifizierungsoffensive angesichts des durch die Digitalisierung vorangetriebenen Strukturwandels. „Diese Themen betreffen auch unsere Region. Aktuell zeigt sich bei uns der Arbeitsmarkt ebenso in starker Verfassung. Diese Situation sollten wir nutzen um auch weiterhin die Menschen die schon seit längerer Zeit ohne Beschäftigung sind in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Voraussichtlich werden wir durch unseren hohen Anteil an Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe stärker von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen sein als andere Regionen. Durch professionelle Beratung, ausreichende Investitionen in Bildung, Ausbildung und Sprachförderung wollen wir den Erfolg der Menschen in unserer Region positiv beeinflussen“, resümiert Stelzer.

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