Kinder in suchtbelasteten Familien schützen und unterstützen

(Bildmaterial aufgenommen von: Rabea Daniel)
(Bildmaterial aufgenommen von: Rabea Daniel)

 

 

Kinder in suchtbelasteten Familien schützen und unterstützen Fachleute informieren sich bei Schulterschluss-Seminar Tabletten-, Alkohol- und Drogensucht oder andere psychische Erkrankungen erschweren nicht nur das Leben der Betroffenen selbst – auch deren Kinder leiden darunter. Doch es gibt Hilfe und Unterstützung. Sogenannte „SchulterschlussSeminare“ machen Fachleute für die Betreuung suchtbelasteter Familien fit. In „Schulterschluss-Seminaren“ verbessern die Fachleute ihre Handlungskompetenzen, sodass sie im Umgang mit Betroffenen sowie in der Präventionsarbeit sicherer agieren können. So wissen sie, wann welche Maßnahme greifen kann und wie diese an die Familien zu vermitteln ist. Dies kommt am Ende den Kindern und Jugendlichen der betroffenen Familien zugute. Sie sollen geschützt und mittels optimaler Zusammenarbeit verschiedener Fachstellen für ihren weiteren Lebensweg gestärkt werden. Ein solches zweitägiges „Schulterschluss-Seminar“ fand kürzlich in Bad Kissingen statt. Organisiert wurde es von Jugendamt, der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritasverbandes Bad Kissingen e.V. und dem Gesundheitsamt Bad Kissingen. Moderiert wurde die Fachveranstaltung von Rene Spilner (Suchttherapeut) und Christina Binder (Leitung Sozialer Dienst Jugendamt). Suchttherapeut Rene Spilner betonte noch einmal die Gründe für das Seminar: „Eine Suchterkrankung hat wie jede Erkrankung auch immer Auswirkungen auf die Kinder.“ „Wichtig ist, die Eltern in ihrer Elternverantwortung erst zu nehmen und zu unterstützen“, so Referentin Christina Binder. Um Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien zu erreichen, sind funktionierende Netzwerke und zielführende Kooperationen im Bereich der Präventions- und Hilfestruktur unverzichtbar. Zudem müsse man bei Betroffenen Hemmschwellen abbauen, sodass sie die Hilfe der Fachstellen annehmen und zulassen. Hierfür muss das Thema enttabuisiert werden und mithilfe präventiver Angebote informiert und über Unterstützungsmöglichkeiten aktiv aufgeklärt werden. Dass im Bereich der Suchterkrankungen Handlungs- und Präventionsbedarf besteht, zeigt die Statistik. Etwa jedes 7. Kind lebt zeitweise, etwa jedes 12. Kind dauerhaft mit einem Elternteil mit alkoholbezogener Störung. Ca. 2,65 Mio. Kinder sind in Deutschland von einer elterlichen Alkoholerkrankung betroffen. Ca. 60 000 Kinder leben mit einem opiatabhängigen Elternteil. Ca. 1/3 2 bis 40 % der Kinder alkoholabhängiger Eltern entwickelt selbst eine substanzbezogene Abhängigkeit bzw. psychische Störungen. Zudem leiden Kinder suchtkranker Eltern unter Stress, psychischer oder physischer Gewalt, Instabilität in der Familie und isolieren sich häufig von anderen Kindern. Im Landkreis gibt es bereits eine Reihe von Angeboten für suchtbelastete Familien: - Für betroffene Eltern und erwachsene Angehörige: Suchtberatung durch Gesundheitsamt Bad Kissingen, Caritasverband Bad Kissingen e.V. und KiDro e.V. Selbsthilfegruppen Erziehungsberatung der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche - Für Kinder und Jugendliche: Präventionsunterricht an Schulen (KiDro) Niedrigschwellige Unterstützung/Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Unterstützung durch das Amt für junge Menschen und Familien - Jugendamt Kinder- und Jugendgruppen bei der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (geplant für 2018) Präventionsprojekt Alko-Stopp (Gesundheitsamt und Jugendamt) Jugendsozialarbeit an Schulen (als Ansprechpartner im Lebensalltag der Kinder)

 

Hintergrundinfo:

Die „Schulterschluss-Seminare“ sind initiiert vom Bayerischem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und sind kostenlos. Unter anderem sollen sie ein förderliches Werkzeug für Kinder psychisch kranker Eltern darstellen indem sie Einrichtungen aus Jugendhilfe und Suchthilfe bei der Bildung bzw. Optimierung tragfähiger Netzwerke unterstützen.

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