Welt-Frühgeborenen-Tag: Frühchen und ihre Eltern am Uniklinikum Würzburg in besten Händen

Das Perinatalzentrum des Uniklinikums Würzburg bietet bestmögliche Rahmenbedingungen für einen guten Start ins Leben – gerade auch für Frühgeborene. Bild: Daniel Peter
Das Perinatalzentrum des Uniklinikums Würzburg bietet bestmögliche Rahmenbedingungen für einen guten Start ins Leben – gerade auch für Frühgeborene. Bild: Daniel Peter

Der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November ist ein guter Anlass, auf die ausgezeichnete Versorgung dieser jungen Patienten und ihrer Eltern an der Würzburger Universitäts-Klinik aufmerksam zu machen.

 

Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Kommt ein Kind schon vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, spricht man von einer Frühgeburt. Laut dem Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. betrifft dies pro Jahr in Deutschland rund 60.000 Kinder. Demnach ist eines von zehn Neugeborenen ein Frühchen! Obwohl sie die größte Kinderpatientengruppe Deutschlands darstellen, werden ihre spezifischen Probleme nach Angaben des Verbands nicht adäquat wahrgenommen. Daher machen jährlich am 17. November weltweit Elternvertreter mit einem Aktionstag auf die Belange von Frühgeborenen und ihren Familien aufmerksam.

 

Gefragt ist ein ganzheitliches Angebot

„Eine Frühgeburt ist in vielen Fällen ein kritisches Lebensereignis für die junge Familie. Unsere Aufgabe ist es, das Frühgeborene bestmöglich medizinisch zu versorgen und auch die jungen Eltern auf vielerlei Ebenen optimal zu unterstützen. Zusätzlich versuchen wir stets ein Maximum an Natürlichkeit, Nähe und Intimität zu ermöglichen.“, umreißt Prof. Dr. Christian P. Speer die Herausforderungen der modernen Frühgeborenenmedizin. Der Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) leitet gemeinsam mit dem Direktor der Universitäts-Frauenklinik, Prof. Dr. Achim Wöckel, eines der drei größten Perinatalzentren in Bayern. Aus diesem Spezialangebot für Früh- und Neugeborene ergeben sich ein Einzugsradius von bis zu 100 km um Würzburg und ein hohes Patientenaufkommen. „Von den 2.029 an der Würzburger Universitätsfrauenklinik im Jahr 2016 geborenen Kindern waren über 350 Frühgeborene“, berichtet Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, der Leitende Oberarzt der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, und ergänzt, dass 82 dieser Frühgeborenen ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm hatten.

Möglichst viel körperliche Nähe zwischen den Eltern und dem frühgeborenen Kind zählt zu den Behandlungskonzepten der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Bild: Thomas Bauer
Möglichst viel körperliche Nähe zwischen den Eltern und dem frühgeborenen Kind zählt zu den Behandlungskonzepten der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Bild: Thomas Bauer

Universitätsmedizin ermöglicht multidisziplinäre Versorgung

Wie Prof. Speer ist Prof. Wirbelauer ein bundesweit anerkannter Experte in der Neu- und Frühgeborenenmedizin. Fünf weitere Oberärzte sowie rund 70 Fachkinderkrankenschwestern umsorgen auf den Neugeborenen-Stationen rund um die Uhr die jungen und jüngsten Patienten. Die Frühchen profitieren bei Bedarf nicht nur von den Experten der Kinderklinik, sondern auch von weiteren Medizinern aus anderen Fachbereichen – den Kinderchirurgen und Kinder-Neurochirurgen, Augenärzten und vielen weiteren Spezialisten, die am UKW tätig sind.

 

Für ein Maximum an Natürlichkeit

„Ungeachtet unserer vielen und modernsten therapeutischen Möglichkeiten haben wir in den letzten Jahren gelernt, dass in der Frühgeborenenmedizin weniger oft mehr ist“, sagt Prof. Speer. Er meint damit weniger Medikamente und weniger künstliche Beatmung, aber auch weniger Geräusche und weniger Licht auf der Intensivstation. „Wir versuchen, auch im Rahmen des Krankenhausbetriebes eine warme und heimelige Atmosphäre zu schaffen. Wo irgend möglich fördern wir den Körperkontakt zwischen dem Früh- oder Neugeborenen und seinen Eltern“, schildert Prof. Wirbelauer.

Natürlich, bindungsfördernd und für das Immunsystem von Frühgeborenen wichtig ist die Ernährung mit Muttermilch. Obwohl viele Frühgeborene nicht gleich nach der Geburt angelegt werden können, gelingt eine Muttermilchernährung der meisten Frühgeborenen am UKW durch eine einfühlsame Begleitung und Anleitung durch Still- und Laktationsberaterinnen.

 

Unterstützung auch nach dem stationären Aufenthalt

Je nach Reifegrad dauert der Aufenthalt eines Frühchens in der Klinik zwischen wenigen Tagen und bis zu vier Monaten. „Gerade nach einem langen Krankenhausaufenthalt ist der Übergang von der High-Tech-Versorgung in der Klinik ins heimische Kinderzimmer für die Familien eine große Herausforderung“, weiß Prof. Wirbelauer. Ein wertvolles Hilfsangebot macht hier nach seinen Worten der Bunte Kreis Würzburg. Bei dem Projekt unterhalten die Kinderklinik und die Diakonie Würzburg ein Nachsorgeteam, das die Eltern bei der oft komplizierten Pflege ihrer Kinder unterstützt, begleitet und berät.

Die vor rund drei Jahre komplett umgestaltete neonatologische Intensivstation der Würzburger Universitäts-Kinderklinik bietet reichlich Platz für die zeitgemäße Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen. Bild: Universitätsklinikum Würzburg
Die vor rund drei Jahre komplett umgestaltete neonatologische Intensivstation der Würzburger Universitäts-Kinderklinik bietet reichlich Platz für die zeitgemäße Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen. Bild: Universitätsklinikum Würzburg

Dank an Sponsoren und Unterstützer

„Viele der heute am UKW bestehenden Angebote für Familien mit Frühgeborenen basieren auf dem Engagement unserer Unterstützer, denen ich ein weiteres Mal herzlich für ihre Hilfe danke“, unterstreicht Prof. Speer. Neben der Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation KIWI e.V, sind dies der Kiwanis-Club Würzburg-Mainfranken e.V., die Aktion Mensch sowie sehr viele Einzelpersonen, die diese Hilfen von Anfang an unterstützt und begleitet haben.

 

Frühchenfest: Ein fröhliches „Was-wurde-aus“

Einmal pro Jahr veranstaltet die Würzburger Universitäts-Kinderklinik mit Unterstützung von KIWI ein Sommerfest für Familien mit Frühgeborenen. Das Fest ist für viele Eltern eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Familien auszutauschen. „Für unsere Pflegekräfte und Ärzte, wie auch für uns persönlich ist es immer wieder eine große Freude, stolze Eltern und fröhliche Kindern wiederzusehen, die wir durch teils sehr schwierige Startbedingungen begleitet haben“, sind sich Prof. Speer und Prof. Wirbelauer einig.

 

 

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