Baumsensoren machen Klima fassbar

Städte wie Würzburg zeichnen sich gegenüber ihrem Umland durch ein
eigenes Klima aus. Insbesondere an heißen Tagen steigen die Temperaturen
in der Stadt gegenüber den Temperaturen im Umland stark an. Dieser
sogenannte *Wärmeinseleffekt“ hängt unter anderem von der baulichen
Struktur, dem Versiegelungsgrad sowie dem Stadtgrün in der jeweiligen
Umgebung ab.
Bei diesem Projekt, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt
und Verbraucherschutz gefördert wird, soll in den kommenden Monaten
erkundet werden, wieweit das Klima eines Standortes vom jeweiligen
Baumbestand und der Bebauung der Umgebung beeinflusst wird. Es wird
durchgeführt vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde (Koordination) sowie
vom Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung
der Technischen Universität München zusammen mit der Professur für
Klimatologie am Institut für Geographie und Geologie der Universität
Würzburg und dem Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz der Stadt
Würzburg.
An sieben verschiedenen Standorten in Würzburg werden dazu derzeit
Bäume mit Sensoren versehen. An den Standorten am Ludwigskai, am
Unteren Markt, am Paradeplatz, am Rennweg, an der Zu-Rhein-Straße, an
der Rottendorfer Straße sowie auf der Landesgartenschau werden dann über
einen Zeitraum von drei Jahren die aktuellen Werte zum Standortklima,
zum Baumwachstum und zu den Umweltleistungen der Bäume gemessen und
aufbereitet.
An den Bäumen (Robinien und Linden) werden dazu unter anderem ein
Saftflusssensor, ein Temperaturfühler sowie ein Dendrometer angebracht.
Letzteres misst den Dickenzuwachs des Baumstammes. Zugleich wird auch
die Bodenfeuchte über Sensoren gemessen. Mit einer Infotonne * die rund
um die Bäume angebracht ist * werden die Bürgerinnen und Bürger über das
Projekt informiert.
*Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt in Würzburg stattfindet“,
begrüßt Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Studie. *Ich
verspreche mir interessante Ergebnisse davon, die auch für die Stadt
Würzburg von praktischem Nutzen unter anderem bei der Stadtplanung
sein können.“ Neben dieser Chance auf konstruktive Vorschläge für die
Stadtentwicklung, biete da Projekt aber auch die Chance, bei der
Bevölkerung mehr Akzeptanz für Klimaschutz zu erreichen. 
*Klimaschutz findet im Lokalen statt“, betont Umweltreferent Wolfgang
Kleiner. Das Projekt, das vorerst auf drei Jahre angelegt ist, biete
hier die Möglichkeit der Sensibilisierung der Würzburgerinnen und
Würzburger  Denn über einen QR-Code vor Ort und einer Videoleinwand
auf der Landesgartenschau im kommenden Jahr können die Bürgerinnen und
Bürger die jeweils aktuellen Werte live verfolgen und machen so das
Klima fassbar.

Bild: Oberbürgermeister Christian Schuchardt nimmt zusammen mit
Umweltreferent Wolfgang Kleiner, PD. Dr. Thomas Rötzer von der TU
München und Prof. Dr. Heiko Paeth (rechts) die erste Messstation am
Paradeplatz in Betrieb. Foto: Christian Weiß

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