5.000 Würzburger Herzen untersucht!

Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake (links) begrüßt die 5.000ste Teilnehmerin der STAAB-Studie, Karin Westgate-Kokoschka, und gratuliert den Studienleitern Peter Heuschmann (links) und Stefan Störk zum erfolgreichen Zwischenziel der STAAB-Studie.

Wie stark sind die Herzen, und was macht sie schwach? Dieser Frage gehen Herzforscher in der STAAB-Studie nach.

 

Zwischenziel erreicht! Die STAAB-Studie hat jetzt nach knapp vier Jahren die 5.000ste Probandin untersucht. Ziel der Kohortenstudie am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) ist es, herauszufinden, wie häufig eine noch unentdeckte Herzschwäche in der Bevölkerung auftritt und welche Faktoren diese tückische Erkrankung auslösen. Immerhin leiden mehr als 2 Millionen Bundesbürger an einer Herzinsuffizienz. Die Studienteilnehmer – alle zwischen 30 und 79 Jahre alt – wurden von der Stadt Würzburg nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und angeschrieben. Die ersten Ergebnisse werden derzeit von den beiden Kooperationspartnern, dem DZHI und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Universität Würzburg ausgewertet.

 

„Die Rücklaufquote der Bevölkerung mit 31 Prozent war ausgezeichnet. Ohne diese breite Unterstützung in der Bevölkerung und natürlich der Stadt Würzburg hätten wir das nie geschafft. Je mehr der ausgewählten Bürger an der Studie teilnehmen, umso besser ist die Aussagekraft der Studie. Aus den Ergebnissen wollen wir dann Strategien für die Vorbeugung und Behandlung einer Herzschwäche entwickeln“, erklärt der Kardiologe Stefan Störk, der gemeinsam mit dem Epidemiologen Peter Heuschmann die Studie leitet. Beide Forscher bedanken sich stellvertretend für das Studienteam bei der Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake für das Engagement der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

 

„Die Stadt Würzburg hat dieses groß angelegte Forschungsprojekt von Beginn an gern unterstützt. Schließlich liegt uns die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger sehr am Herzen“, erklärt Marion Schäfer-Blake. „Wer daran teilgenommen hat, erfährt ja nicht nur, ob seine Herzfunktion beeinträchtigt ist oder eines Tages sein könnte, sondern auch, wie der komplette Gesundheitsstand ist.“

 

Karin Westgate-Kokoschka, die 5.000ste Probandin, hat diese Gelegenheit gern genutzt: „Ich bin keine gute Arztgängerin und hatte schon lange keine umfassende Untersuchung mehr. Deshalb hat mich die Einladung zur Teilnahme an der STAAB-Studie voll motiviert.“ Und nach dreieinhalb Stunden hatte sie die Gewissheit: Alles ist gut! Auch die Befürchtung, dass nun die ersten Tabletten ins Haus kommen, hat sich nicht bewahrheitet.

 

Die Teilnehmer der Studie erhielten am DZHI eine ausführliche Untersuchung zu ihrem Gesundheitszustand, unter anderem mit umfangreicher Untersuchung des Herzens und der Gefäße, des Zucker-und Fettstoffwechsels sowie der Gedächtnisleistung. Im Anschluss an die etwa dreieinhalbstündige Untersuchung wurde jedem Teilnehmer seine Untersuchungsergebnisse in einem ausführlichen Abschlussgespräch mitgeteilt. Alle Daten der Freiwilligen wurden selbstverständlich anonymisiert

 

„Zurzeit werten wir die Untersuchungsergebnisse der ersten 2.500 Studienteilnehmer aus und werden diese alsbald veröffentlichen“, berichtet Studienleiter Peter Heuschmann, der als Epidemiologe die Häufigkeit von Krankheiten in der Bevölkerung erforscht. „Aus den Daten des STAAB-Forschungsprogramms wollen wir gezieltere Vorsorgestrategien entwickeln. Das würde vor allem den Menschen helfen, die ein erhöhtes Risiko für Herzschwäche haben oder bereits eine im Ultraschall nachweisbare Herzfunktionsstörung zeigen. Man spricht dann von den Stadien A oder B, daher auch der Name STAAB.“

 

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie ein erhöhtes Risiko für eine Herzschwäche haben, diese sind im Stadium A. Dazu gehören Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, oder Übergewicht. Andere sind bereits erkrankt, sie haben jedoch keine Symptome – sie sind im Stadium B. Da Betroffene keine Beschwerden haben, werden diese frühen Stadien oft nicht vom Arzt erkannt. Dabei kann eine frühzeitige Prävention, Erkennung und Behandlung entscheidend sein und dem Fortschreiten entgegenwirken. Denn eine Herzschwäche ist tückisch. Sie steht in vielfältiger Wechselwirkung mit anderen Organen. In der Todesursachenstatistik nimmt die Herzinsuffizienz den dritten Platz ein.

 

Um das bestehende Gesamtrisiko in der Bevölkerung noch besser abschätzen zu können und ein umfassendes Bild über die Veränderung des Gesundheitszustandes zu bekommen, werden alle Teilnehmer demnächst zu einer erneuten freiwilligen Nachuntersuchung eingeladen. Ziel ist es, Veränderungen aufzudecken, die sich im Laufe der letzten drei bis fünf Jahre eingestellt haben.

 

 

Bild: Universitätsklinikum Würzburg

Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz ● Würzburg (DZHI)

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