IG Metall ruft zum 2. Warnstreik bei Jopp in Bad Neustadt auf

„Es wird Zeit – Mehr wert mit Tarif bei Jopp“

 

Die Tarifverträge der IG Metall regeln die Entgelt- und Arbeits-bedingungen der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Dazu gehören unter anderem die Höhe der Löhne und Gehälter, Urlaub oder Arbeitszeit. Diese Bedingungen gelten in der Region Main-Rhön in weitgehend allen größeren metallverarbeitenden Betrieben, sodass insgesamt über 30.000 Beschäftigte von den Regelungen zwischen Arbeitgeberverbänden und der Gewerkschaft profitieren.

 

Als einer der größeren Arbeitgeber der Region schließt sich die Geschäftsführung der Firma Jopp dem Tarifvertrag allerdings nicht an. Ein Zustand, der laut IG Metall, in der Belegschaft zu immer mehr Unmut führt. Das wollen die Beschäftigten und die IG Metall gemeinsam ändern. Die IG Metall ruft deshalb zu einer Kundgebung auf.

 

Die Veranstaltung hat das Motto:

“Es wird Zeit - Mehr wert mit Tarif bei Jopp“

 

Wir fordern:

 

-      Abschluss eines Haustarifvertrags und damit zukünftige Teilnahme an allen Entgelterhöhungen, welche die IG Metall im Rahmen von Tarifrunden vereinbart

-      Teil eines 13. Monatseinkommens (besser bekannt als Weihnachtsgeld)

-      Unbefristete Übernahme der Auszubildenden

-      Substanzielle Veränderungen im betrieblichen Entgeltsystem „NeLoS“

-      Beschäftigungssicherung für Jopp in Bad Neustadt

 

Die Kundgebung findet gegenüber vom Werk 1 der Firma Jopp, Anschrift: Kastanienallee 11, 97616 Bad Neustadt, statt. (Gehweg und Grünfläche gegenüber).

 

 

Wir rechnen bei der Aktion mit ca. 300 Teilnehmern. Bei der Kundgebung wird Herr Peter Kippes (IG Metall) der Haupt-Redner sein.

 

Beginn der Veranstaltung ist 13:00 Uhr, das Ende ist für ca. 15.00 Uhr vorgesehen.

 

Nachdem der Arbeitgeber beim 1. Warnstreik per Aushang alle Beschäftigten aufforderte für die Teilnahme auszustechen, folgende Rechtsinfo:

 

Muss ich mich von der Arbeit abmelden + ausstempeln, wenn ich streiken will?

Nein, weil die arbeitsvertraglichen Pflichten suspendiert sind. Dies gilt sowohl für die Hauptpflicht (Arbeitsleistung), als auch für Nebenpflichten (Abmelden). Eine Pflicht zum Abmelden wegen Streiks würde eine psychische Hürde bedeuten, die mit der Bedeutung des Streikrechts als Grundrecht nicht zu vereinbaren wäre. Bundesarbeitsgericht (BAG), Urteil vom 21.06.1988 [AZR 1 AZR 651/86]

 

 

Im Anhang befindet sich der letzte Mitgliederrundbrief. Inhalt ist ein Entgeltvergleich des betrieblichen Entgeltsystem NeLoS und des Entgeltsystems der IG Metall. Beim Beispiel der Entgeltgruppe 5 (Entgeltgruppe für Facharbeiter) beträgt der Unterschied bei Berücksichtigung der Arbeitszeit 27,5 %. Je höher die Entgeltgruppen werden, desto höher wird auch der Abstand. Das ist in der Statistik Stundenlohnvergleich ersichtlich. 

 

Gleiches Geld für Gleiche Arbeit !? - Gemeinsam kämpfen für eine Tarifbindung bei Jopp - Die IG Metall steht für den Grundsatz „Gleiches Geld für Gleiche Arbeit“. Somit sollen Beschäftigte in den Betrieben mit vergleichbaren Tätigkeiten auch einen gleichen Lohn erhalten. Aus diesem Grund schließt die IG Metall Tarifverträge mit einzelnen Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden ab. Ziel ist es somit die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Branche für die Beschäftigten auf einem vergleichbar hohen Niveau zu halten. Dieses dient nicht nur dazu den Beschäftigten ihr Einkommen zu sichern, sondern auch um Lohndumping zwischen einzelnen Arbeitgebern zu verhindern. Ein Haustarifvertrag soll zukünftig auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten von Jopp regeln. Dazu bieten wir der Firma Jopp Verhandlungen an. Guter Auftakt mit dem ersten Warnstreik Am 11. Oktober fand der erste Warnstreik in der Firmengeschichte von Jopp statt. Trotz erheblicher Einschüchterungsversuche kamen ca. 300 Menschen zum Warnstreik. Davon waren ca. 80 Teilnehmer von anderen Metall Betrieben aus der Region. Das bedeutet IG Metall! Gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen zu kämpfen, sich gegenseitig zu unterstützen wenn es notwendig ist. Der nächste Warnstreik kommt bestimmt! Der Streik ist ein Grundrecht (Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz) und das rechtmäßige Mittel zur Durchsetzung der Tarifforderungen (Bundesarbeitsgericht vom 12. September 1984 - 1 AZR 342/83). Dies gilt für Warnstreiks genauso wie für den Vollstreik. Für eine Teilnahme am Warnstreik muss nicht ausgestochen werden! Die Teilnahme an einem rechtmäßigen Streik ist keine Verletzung des Arbeitsvertrags. Maßregelungen durch den Arbeitgeber wegen der Teilnahme an einem Streik sind verboten. Der bestreikte Arbeitgeber darf deshalb Streikenden nicht kündigen. NeLoS orientiert sich an ERA? Diese Darstellung entbehrt jeder Grundlage. Außer den Begriffen Entgeltgruppe, Überschreiter und Unterschreiter gibt es keine Gemeinsamkeiten. ERA gilt für alle Beschäftigtengruppen. ERA berücksichtigt die Betriebserfahrung. Dafür gibt es Zeitstufen. Es gibt ein Leistungsentgelt. All das gibt es bei NeLoS nicht. Herr Martin Büchs bezweifelt hartnäckig, dass es einen Unterschied von ca. 20% zum Tarifvertrag der IG Metall gibt. Da hat er vollkommen Recht!

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