Schenkung Jürgen Wolf (*1958), Show me your will, 2014 der Sparkasse Schweinfurt an die Stadt Schweinfurt

Von links nach rechts auf dem Foto (© Katharina Christ, Kunsthalle Schweinfurt) zu sehen sind

Adolf Lutz, Kurator der Sparkassengalerie Jürgen Wolf, Künstler , Sorya Lippert, Bürgermeisterin der Stadt Schweinfurt

Andrea Brandl, Leiterin der Kunsthalle Schweinfurt , Johannes Rieger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schweinfurt

 

Übergabe war am  29.11.2017 in der Kunsthalle Schweinfurt

 

 

Die Stadt Schweinfurt freute sich  die Schenkung der Sparkasse Schweinfurt der Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen. Show me your will, 2014 von Jürgen Wolf hängt nun in den Wegmarken, der Dauerpräsentation deutscher Kunst nach 1945. In dieser Sektion werden Gemälde, Skulpturen und Installationen gezeigt, die einerseits lokale und regionales Kunstschaffen repräsentieren und andererseits das nationale oder gar internationale Kunstschaffen reflektieren.

Der 1958 in Schweinfurt geborene Künstler Jürgen Wolf gelangte erst auf Umwegen zur Bildenden Kunst, denn er studierte 1977 – 1984 Katholische Theologie in Würzburg und Wien. Seine Diplomarbeit schrieb er über den Maler Robert Höfling. Es folgte 1985 ein Studienaufenthalt bei dem Maler Polykarp Uehlein in Tansania und bis 1988 das Studium der Kunstgeschichte und Kunst in Frankfurt. Der erfolgreiche Künstler erhielt 1992 das Stipendium der Bemis Foundation in Omaha/Nebraska, im gleichen Jahr den Kunst-Preis der Anker Bank für Kölner Künstler. 1994 folgten Gastvorlesungen an der Universität von Reno. Seit 1990 lebt und arbeitet Jürgen Wolf in Köln. In der Region ist er mit Werken im Kartäusermuseum Tückelhausen auch gestaltete Wolf das Altarbild und ein Kirchenfenster von St. Hedwig in Würzburg.

 

In seiner Heimatstadt hat Jürgen Wolf bereits mehrfach durch ungewöhnliche Kunstaktionen auf sich aufmerksam gemacht hat. So z. B. zur 1200-Jahr-Feier 1991 als er in einer dreistündigen Video-Performance mit der Aussage „Nur der Schönheit von Schweinfurt weihe ich mein Le­ben“ diese besondere emotionale Beziehung mit einem ironischen Augenzwinkern hinterfragte. Von sich selbst spricht er in Anlehnung an das berühmte Märchen als „bösen Wolf“.

 

 

Jürgen Wolfs Arbeiten scheinen von der amerikanischen Pop Art-Bewegung inspiriert wie vom neo-expressiven Stil eines Sigmar Polke, mit dem Jürgen Wolf übrigens für einige Jahre im gleichen Haus in Köln wohnte. Mit Pop Art verbindet ihn vor allem der Themenkreis: die Welt der Comics, Werbeanzeigen und Schlagzeilen, strahlende Stars oder die Modell-Wohnung. Auch der Versuch, Reales – Menschen und Gegenstände – in irrealen Zusammenhang zu bringen und somit zu ironisieren und zu persiflieren. Die Figürlichkeit im Bilderkosmos von Jürgen Wolf erinnert in ihrem ungeschönten Realismus ebenso an Künstler der neuen Sachlichkeit, wie sie etwa in der Kunsthalle in der Sammlung Joseph Hierling im Untergeschoss und im ersten Raum der „Wegmarken“ in Bildern von Fritz Burkhart, Albert Birkle oder Wilhelm Kohlhoff zu sehen sind. 

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