Gründernetzwerk StartupSchweinfurt feiert 1-jähriges Jubiläum

Das Foto ist von Dennis Eisold von IT Stall UG (für BU v.l.: WJ-Vorsitzender Kai Vedder, Javos Gründer Volker Reinhard, Festredner Adydo Schoßwald und StartUpSchweinfurt-Organisator Christopher Richter)
Das Foto ist von Dennis Eisold von IT Stall UG (für BU v.l.: WJ-Vorsitzender Kai Vedder, Javos Gründer Volker Reinhard, Festredner Adydo Schoßwald und StartUpSchweinfurt-Organisator Christopher Richter)

Gründernetzwerk StartupSchweinfurt feiert 1-jähriges Jubiläum mit über 60 Gästen und Keynotes von Aydogan Schosswald und Dieter Pfister im Stattbahnhof Schweinfurt.

 

Wie kann Schweinfurt und die Region für Gründer attraktiver werden, war die Frage, die beim einjährigen Jubiläum des Gründernetzwerkes StartUpSchweinfurt in der Festrede des gebürtigen Schweinfurters Aydogan Schoßwald vor über 60 Gästen im Kulturzentrum Stattbahnhof Schweinfurt beantwortet werden sollte.

 

Sich zusammenraufen und die Stadt umkrempeln

 

 

„Es gibt kein Patentrezept, wie man ein Gründerzentrum aufbaut“, erklärte der Hy!-Gründer Schoßwald, der 2011 endgültig nach Berlin gezogen war. Für einzelne Themenfelder und industrie-nahe Startups sei die Stadt sicher als Pflaster für Gründungen geeignet, für andere aber eben nicht, so der 26-Jährige, dessen Vater bis letztes Jahr noch das Reisebüro im „Zementrum“ betrieben hatte. Schoßwald, der mehrere Dax-Unternehmensvorstände auf dem Weg der Digitalisierung berät, attestierte der Region noch einen „wahnsinnigen Nachholbedarf“ und regte daher u.a. bereits bei der Bildung anzusetzen, wie u.a. der Verbesserungen an den Computerräumen der Schulen. Auch der Erfahrungsaustausch in Netzwerken, wie diesem, sei wichtig. Daher sein Appell an die Anwesenden: „Rauft Euch zusammen und krempelt die Stadt um!“ Die Herausforderungen der nächsten Jahre seien seiner Einschätzung nach unvorstellbar, aber es lohne sich europäische Gegenmodelle zu den von amerikanischer Denkweise und reinen Gewinninteressen geprägten Tech-Unternehmen aufzubauen.

Kontroverse um Abwanderung in Gründermetropolen

 

Den Gründern, deren Ideen aufgrund der vorhandenen Barrieren vor Ort nicht umsetzbar seien, empfahl Wahl-Berliner Schoßwald in die Regionen zu gehen, wo Leute sind, die sich mit ähnlichem befassen – also den großen Gründungszentren, wie etwa der Bundeshauptstadt. Mit dieser Aussage zog er erwartungsgemäß den Widerspruch von IHK-Vize Dieter Pfister auf sich, der im Rahmen des zweiten Teils der Festrede entgegenhielt, als Gründer müsse man nicht nach Berlin gehen, um Erfolg zu haben. Pfister: „Schweinfurt ist geil und hat auch Jungen viel zu bieten!“

 

Insolvenz in Selbstverwaltung: „Meine härteste Zeit als Unternehmer“

 

 

Unter der Überschrift „Hinfallen ist keine Schande – liegenbleiben schon!“, berichtete Unternehmerlegende Pfister über seinen Werdegang vom Finanzbeamten über den Gewerkschafter bis hin zum Unternehmer. Sein Tiefpunkt sei der August 2013 gewesen, als er eine Insolvenz in Selbstverwaltung durchführen musste und sein Unternehmen Maincor von 670 auf 160 Mitarbeiter schrumpfte. „Ich habe Fehler gemacht und Millionen versenkt!“, bedauerte Pfister seinen Fehler einst die Nachfrageentwicklung in ausländischen Märkten wegen der Wirtschaftskrise in Europa falsch eingeschätzt zu haben.

Die eigene Positionierung wegen der voranschreitenden Digitalisierung überdenken

 

Er und sein Unternehmen waren nach dem Tiefschlag wieder aufgestanden. Anderen Unternehmern empfahl er wegen der ihnen nun drohenden Veränderungen durch die Digitalisierung - etwa dem Mittelständler, dem aus Zeitnot der Freiraum fehle sich mit diesem Thema zu befassen - kritisch zu sein. „Querdenken! Wie muss ich ich neu positionieren?“, sei laut Pfister das Gebot der Stunde. Hier baute er wieder eine Brücke zu seinem Vorredner Schoßwald: „Viele Systeme entstehen neu!“ Darauf müssten Unternehmer, auch die Gründer, konsequent und konzentriert reagieren. „Der größte Fehler ist die Unentschlossenheit. Das probate Mittel sei vielmehr „Fleiß, eine gewisse Intelligenz und der verrückte Faktor Glück!“

 

Zuvor hatten Wirtschaftsjunioren Kreissprecher Kai Vedder und StartUpSchweinfurt-Organisator Christopher Richter die wesentlichen Stationen des von den WJ 2016 initiierten Gründernetzwerkes im vergangenen Jahr zusammengefasst und einen Ausblick auf 2018 gegeben. In den Netzwerkpausen gab es vegetarisches Chili vom Stattbahnhof und Sambusas vom Food-Startup „Mama Africa“ aus der Sattlerstraße. Die Gäste konnten mehrere Startups aus den unterschiedlichsten Bereichen von Handwerk bis Handel über Film im Rahmen des Startup-Marktplatzes kennenlernen.
Großes Interesse bei den Zuhörern weckte der Vortrag von Schweinfurts Citymanagerin Svenja Melchert über das mittlerweile sehr konkrete Konzept eines Gründerkaufhauses in Verbindung mit einem Co-Workingspace in bester Innenstadtlage. Der von Anfang an offene Austausch zwischen dem Referat für Wirtschaftsförderung insbesondere dem City Management und dem Gründernetzwerk hat letztlich auch zur Unterstützung der Jubiläumsveranstaltung geführt, die ohne diese nicht möglich gewesen wäre.

 

Das nächste Netzwerktreffen ist am 16.01.2018, um 19.00 Uhr wieder im Studio von Industrie- und Werbefotografie Bräutigam im Graben 22 u.a. mit dem Gründerbericht von Uwe Rind (IMH-Group). Mehr Infos auch unter www.startup-schweinfurt.de und facebook/startupschweinfurt

 

 

Fotos vom Team von StartUpSchweinfurt 

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