Eröffnung auf dem Bürgerbäu-Areal: Villengarten aus Dornröschenschlaf geweckt

Grünes Kleinod vor urbaner Kulisse: Umweltreferent Wolfgang Kleiner, Gartenamtsleiter Dieter Müller (vorne von links) und die zahlreichen
ersten Parkbesucher im Bürgerbräu-Areal. Bild: Georg Wagenbrenner

Eröffnung auf dem Bürgerbäu-Areal:
Villengarten aus Dornröschenschlaf geweckt

Umweltreferent Wolfgang Kleiner nutzte den winterlichen
Eröffnungstermin in der Frankfurter Straße für eine kurze historische
Rückblende. Auf dem Bürgerbräu-Areal sei in wenigen Jahren eine
vielfältige und hochwertige Nutzung entstanden – „eine starke
Marke“. Büros, Sektkellerei, Ateliers, Kino, Theater, Läden, das
Sieboldmuse-um und weitere Nutzungen ergänzen sich hier laut
Umweltreferent Wolfgang Kleiner ideal und nichts erinnert mehr an die
jahrelange Hängepartie, die mit Schließung der Brauerei 1989 einsetzte
und nach Ende des AKWs besonders aussichtslos erschien. Nun kommt eine
neue Attraktion hinzu, die insbesondere den Zufahrtsbereich aufwertet
und heller und freundlicher gestaltet. Um genau zu sein eigentlich
handelt es sich nicht um eine neue Sehenswürdigkeit, sondern vielmehr um
die Freilegung eines al-ten Schatzes: Der Villengarten anschließend an
das heutige Siebold-Museum wurde bereits im 19. Jahrhundert angelegt und
demonstrierte damals den aristrokratischen Lebensstil des erfolgreichen
Brauereibesitzers. In den letzten Jahrzehnten versanken Rondell, Wege
und Bänke in dieser Hangsituation unterhalb des Bohlleitenwegs in einen
Dornröschenschlaf.

Mit Städtebaufördermitteln konnte nun diese Parkanlage wiederbelebt
werden. Bei der Stadt Würzburg eine Querschnittsaufgabe, die nicht nur
das Gartenamt forderte, sondern auch die Abteilung Geodaten und
Vermessung, die sich als Erste durch diesen Großstadtdschungel aus
Wildwuchs schlagen mussten, die Fachabteilung Stadtumbau und
Stadtentwicklung war ebenso Projektpartner wie auch das
Quartiersma-nagement Zellerau. Umgesetzt wurde schließlich eine Planung
von Viebahn Grün- und Freiraumdesign, die wiederum auf eine
Machbarkeitsstudie des Büros Stieber und Seelhorst aus dem Jahre 2013
fußte. 

Die feierliche Eröffnung der Parkanlage, die im unteren Bereich
barrierefrei hergestellt wurde, fällt in den letzten Dienstmonat von
Gartenamtsleiter Dieter Müller. Er erläuterte beim Rundgang den großen
Aufwand, der notwendig war, um zwischen den Großbäumen des Kleinods die
alten Sichtachsen wieder freizulegen. Das Trommelhaus Würzburg, das in
der Nachbarschaft des Gartens regelmäßig probt, steuerte der kleinen
Zeremonie rhythmische Musikeinlagen bei.


Blick von oben: Besucher des Villengartens legen auch einige Höhenmeter
zurück. Bild: Georg Wagenbrenner

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