Karin Schaffner anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des ISB ausgezeichnet

Das Lagerfeuer lodert noch immer in den Herzen und Augen der drei jungen Vertreter des Clubs.

 

Zum zehnjährigen Jubiläum des Idealvereins für Sportkommunikation und Bildung (ISB) berichten Vorstände Sebastian Bauer, Ronald Kraatz und Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Kreß von der Gründung. Bereits Jahre vor der Eintragung sammelte man Erfahrungen in der sportlichen Jugendarbeit, erkannte, dass bei jungen Menschen mehr Verbindendes entstehe, wenn man im Sportverein noch mehr als das bloße Trainieren auf Wettkämpfe hin anbietet. Aus Zeltlagern und Veranstaltungen gingen viele motivierte junge Menschen hervor, die ihrer Leidenschaft Sport im Verein treu geblieben sind. Mehr Aufmerksamkeit in der bestehenden Vereinslandschaft für dieses „Überfachliche“ zu schaffen war schwierig; darüber hinaus zeichneten sich einst neue gesellschaftliche Megatrends und damit Herausforderungen ab, wie beispielsweise der Ausbau der Ganztagsbeschulung. Eine eigene Körperschaft war die Antwort auf die Frage, wie man sportliche Jugendarbeit in neuen Settings erprobt und erlebbar macht. Ohne Startkapital, alleine mit guten Ideen und großem Engagement gründeten elf junge Studierende und Auszubildende im Dezember 2007 den ISB.

Doch auch wenngleich zum Zeitpunkt der Gründung noch keine konkreten Projekte geplant waren, strahlten die jungen Menschen um Vorstandsvorsitzenden Bauer offenbar eine Problemlösungskompetenz aus, denn rasch wendeten sich der damalige Schulleiter Walter  Langenberger (Volksschule Niederwerrn) und der damalige städtische Sportreferent Jürgen Mainka mit der Absicht an den Verein, gemeinsam unkonventionelles anzugehen.

 

Und die jungen Leute lieferten: Das Programm „Bewegte Ganztagsschule“ war geboren, ein Programm in welchem inzwischen täglich einige hundert Schülerinnen und Schüler in und um Schweinfurt neben Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung mit einem qualifizierten und hochwirksamen Sportprogramm zuverlässig versorgt werden. Oder das jährliche Feriensportprogramm der Stadt Schweinfurt, bei dem über 100 Kinder einen tollen Ferienauftakt erleben „und sogar das Sportabzeichen erwerben“, erklärt der ISB-Chef mit einem Augenzwinkern auf den anwesenden Kreisvorsitzenden des Bayerischen LandesSportverbands (BLSV), Dr. Kurt Vogel, der dieses Thema unterstützt wie kein Zweiter und auch zum Gründungsfestakt anwesend war. Auch Langenberger und Mainka sind unter den 130 anwesenden Gästen der Jubiläumsfeier im Panorama Hotel in Schweinfurt. Bewegung für alle Dass die ehrenamtlich und hauptberuflich Mitwirkenden des Vereins ausgemachte Experten im freudvollen Vermitteln von Bewegung, Spiel und Sport sind, war schnell wahrnehmbar. Eine Gruppe von Grundschülern, angeleitet von ISB-Bildungsreferentin Lisa Kaisner stürmt die Bühne und macht mit allen Gästen und Ehrengästen sportliche Aufwärmübungen – und alle machen ohne Scheu mit. Es sind diese Übungen, die nicht nur Gesundheit fördern, sondern vor allem auch Selbst- und Sozialkompetenzen junger Menschen und – das kann der Verein nachweisen – sogar zu einigen hundert Mitgliedschaften mehr in anderen Sportvereinen in Schweinfurt führen.

 

Der Verein hat ein stattliches Wachstum hingelegt – bespielt mit einem Jahreshaushalt von rund einer halben Million Euro aus Schweinfurt heraus inzwischen auch bewegungsorientierte Jugendtreffs, Sport im öffentlichen Raum und berät Sportvereine zu den Feldern Integration durch Sport, Vereinsentwicklung und schulischer Ganztag in Schweinfurt und – im Auftrag des BLSV – sogar bayernweit, auch namhafte Bundesligisten. Kein Wunder, dass auch überregional Fachwelt und Wissenschaft längst ein Auge auf die unkonventionelle Truppe aus Schweinfurt geworfen hat. Bundesweit Primus Die Phineo gAG aus Berlin zeichnet den Verein im Jahr 2015 mit dem Wirkt-Siegel aus. Unter allen 22 final ausgezeichneten Einrichtungen erreichte man die bundesweit drittbeste Beurteilung der Analysten, im Kriterium der „Qualitätsentwicklung“ sogar den bestmöglichen Wert. Im internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung der University of Southern Denmark „Social inclusion and volunteering in sports clubs in Europe“ wird der ISB als eines von drei „Good-Practice“-Beispielen für Deutschland vorgestellt mit dem übergeordneten Ziel, soziale Integration und die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Sportvereinen zu fördern und Handlungsempfehlungen für die Politik sowie die Verantwortlichen in den Sportverbänden zu erarbeiten. Mit seinen Betrieben „Bewegte Ganztagsschule“ und den integrativen Projekten, die operativ im Zentrum für Diagnostik für Prävention und in der Beratung  in den Betrieben „Vereint in Bewegung“ Umsetzung finden, qualifiziert sich der ISB aus einer Stichprobe von 35.790 Sportvereinen aus Europa als deutscher Beitrag für eine qualifizierte Analyse, welcher 29 weitere Sportvereine aus 10 Ländern unterzogen werden. Verdienstpreis für Karin Schaffner Außergewöhnlich für einen Verein ist auch die Verleihung eines Verdienstpreises an Nichtmitglieder, die sich in besonderer Weise um die Zwecke des Vereins verdienst gemacht haben. Dass Karin Schaffner für Ihre aus Schweinfurt heraus entwickelte und bundesweit skalierte Idee des Bewegungskindergartens ausgezeichnet wird, ist nur folgerichtig. Laudator Michael Hazelton von der Bayerischen Sportjugend (BSJ) arbeitet Parallelen der Entwicklung des damaligen Bewegungskindergartens zur heutigen Bewegten Ganztagsschule des ISB heraus und lobt, dass Schaffner als damalige Übungsleiterin und Fachautorin Anfang der 1980er Jahre die Zeichen der Zeit erkannt hat und maßgeblich zur Entwicklung der Programmatik „Sport im Elementarbereich“ der BSJ beigetragen hat. „Hunderte von Übungsleitern und angehenden Erziehern, die sie ausgebildet hat und tausende, die heute noch mit ihren Konzepten geschult werden, tragen diesen Geist notwendiger altersgemäßer Bewegung weiter hinaus“, ergänzt Vorstandsvorsitzender Bauer.

 

Der goldene Mufflon, das Wappentier des Vereins, steht sinnbildlich für Pioniergeist, geht das Wildschaf doch seinen eigenen, oft steinigen Weg und schafft damit neue Pfade für andere. Nach nur zehn Jahren bereits Vorbildwirkung auf andere auszustrahlen, das beeindruckt auch die zahlreich erschienenen Ehrengäste. Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert erklärt, die Stadt Schweinfurt brauche den ISB insbesondere für Feriensportprogramm und die Bewegte Ganztagsschule und wünscht sich, dass bei noch mehr Sportvereinen in Schweinfurt gerade im Integrationsbereich sich diese Wirkung entfalte. Auch Kathi Petersen, Mitglied des bayerischen Landtags sieht den ISB „nicht als Konkurrenz, sondern als wirksame Unterstützung“ der bestehenden Sportvereine, während Arbion Gashi, Vorsitzender der Kommission Integration im Bayerischen Jugendring erklärt: „In einer Zeit, die immer schneller und dynamischer wird, braucht es auch ein dynamisches Team, das sich mit den Jugendlichen auseinandersetzt und das tut der ISB mit seiner Jugendarbeit auf herausragende Weise.“ Der ISB steht nicht nur – wie im Jubiläumsmotto beschrieben – für „10 Jahre Ideen“, sondern auch für zehn Jahre Umsetzung dieser Ideen. Viola Breuer initiierte 2003 federführend für die Robert-BoschStiftung das Gütesiegel für Qualität in Freiwilligendiensten und nutzt den Anlass, dem Verein die Urkunde für die erfolgreiche Rezertifizierung mit dem Qualitätssiegel der Quifd zu überreichen. „Ich wünsche mir, dass sich der Verein weiter traut, neue und vielleicht auch unkonventionelle Wege zu gehen. Weil ich glaube, dass diese Eigenschaft den Verein in der Vergangenheit sehr stark gemacht hat“, lobt sie den enormen Aufwand, den sich die jungen, inzwischen zehn Jahre älteren Leute mit der Frage danach machen, wie sie zukünftig noch besser und wirksamer arbeiten können. Das Lagerfeuer in den Augen und Herzen der Mitwirkenden soll schließlich nicht erlöschen.  Zukünftig will der Verein neue Geschäftsfelder erschließen und dabei die vor Ort errichteten Modellprojekte zuverlässig weiterführen. „Betriebliches Gesundheitsmanagement, Beratung und internationaler Austausch sind Felder, die für uns hochspannend sind“, erklärt Bauer und sein Vorstandskollege und fachlicher Leiter Kraatz ergänzt: „Wir sind auch jederzeit offen für neue Partnerschaften, um diese Zwecke wirksam zu befördern.“ Mitwirkung willkommen Und mitmachen kann eigentlich jeder. Ein Freiwilligendienst kann ein hervorragender Einstieg in das Berufsfeld Sport sein. Der Verein bietet darüber hinaus auch duale Studienplätze und Perspektiven zur hauptberuflichen Mitarbeit an. Interessenten für einen Freiwilligendienst können sich ab sofort unter http://www.freiwilligendienste.isb-online.org informieren und bewerben. Der Jubiläumsband des Vereins kann kostenfrei über den Verein bezogen werden, solange der Vorrat reicht; unter http://10jahre.isb-online.org ist die Schrift auch elektronisch lesbar.

Alle Fotos von (Foto: Warthemann)

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