Der Arbeitsmarkt im Dezember 2017

Der Arbeitsmarkt zeigt sich unbeeindruckt von der kalten Jahreszeit

 

Im Dezember waren 6.891 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Gegensatz zum November wurden 140 arbeitslose Personen mehr gezählt. Die Arbeitslosenquote blieb jedoch im Vergleich zum November stabil bei 2,8 Prozent. Dies war die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Dezember seit Einführung der aktuell gültigen Berechnungsmethode im Jahr 1997. Verglichen mit dem Vorjahr stellt sich die Situation sehr positiv dar. Im Dezember 2016 wurden 1.280 arbeitslose Menschen mehr gezählt. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,4 Prozent und somit um 0,6 Prozentpunkte höher. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich erfreulicherweise seit Monaten aufnahmefähig. Alle Personengruppen konnten so im Vergleich zum Vorjahr von der Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren“, stellt Klaus Seebach, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit, fest. Am deutlichsten zeigte sich dies bei der Personengruppe der jüngeren Menschen (unter 25 Jahre). Im Dezember waren in dieser Personengruppe 576 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 201 Menschen (25,9 Prozent) weniger als im Vorjahr. Der Personenkreis der älteren arbeitslosen Personen (50 Jahre und älter) hat sich ebenfalls erheblich reduziert. Aktuell wurden hier noch 2.878 Personen gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl um 315 Menschen (9,9 Prozent) verringert. Die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt in der Region sind weiterhin relativ hoch. 2.100 Menschen konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit beenden und 2.239 Arbeitnehmer mussten sich erstmals oder erneut arbeitslos melden. Dies waren 284 Arbeitslosmeldungen weniger als im Vormonat und 470 weniger als vor einem Jahr. „Diese Bewegungszahlen zum Jahresende sind durchaus üblich. Die Zugänge betreffen in größerem Umfang die Außenberufe. Hier liegen die Arbeitslosmeldungen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr“, so Seebach. 

Unterbeschäftigungsquote seit drei Monaten unverändert bei 4,3 Prozent

 

Die Unterbeschäftigung vermittelt einen umfassenderen Eindruck über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Diese beinhaltet neben den arbeitslosen Menschen auch Personen die nicht als arbeitslos gelten, weil sie sich beispielsweise in einer Weiterbildung befinden oder als Existenzgründer mit einem Gründungszuschuss gefördert werden. Auch bei Betrachtung der Unterbeschäftigung hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert. 10.698 Menschen waren im Dezember von Unterbeschäftigung betroffen, das waren 73 mehr als im November. Im Vergleich zum Dezember 2016 waren es allerdings 1.225 Personen weniger. Damals lag die Unterbeschäftigungsquote bei 4,8 Prozent. Aktuell sind es 4,3 Prozent. Ein wichtiger Bestandteil bei der Betrachtung der Unterbeschäftigung ist die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in Sprach- und Integrationskursen. Diese ist im Vergleich zum Vormonat um 23 auf 1.024 gesunken. Im Dezember 2016 waren es noch 113 Teilnehmer weniger.  

Kurzarbeit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau

 

Die Zahl der Betriebe bzw. Abteilungen, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, blieb gegenüber dem November mit neun Betrieben auch im Dezember auf unverändert niedrigem Niveau. Allerdings stieg die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer im Dezember um fünf auf 43 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr waren noch 29 Betriebe bzw. Abteilungen mit 1.270 Beschäftigten betroffen. 

Günstige Rahmenbedingungen für die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen

 

Im Dezember wurden in der Region Main-Rhön 531 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das entsprach 7,7 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Im November waren es 33 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund mehr. Den weitaus größten Anteil bildeten dabei Menschen aus Syrien (326 Personen), gefolgt von afghanischen Staatsbürgern (59 Personen), irakischen Staatsangehörigen (20 Personen), Menschen aus Somalia (11 Personen) sowie Menschen aus dem Iran (9 Personen). Rund die Hälfte des Personenkreises (47 Prozent) ist jünger als 35 Jahre. Verglichen mit dem Vorjahr stellt sich die Situation noch wesentlich positiver dar. Damals wurden 760 Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das entsprach einem Anteil von 9,3 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. 

Der Stellenzugang im Jahresverlauf erreicht Höchstwert

 

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im Dezember weiterhin sehr hoch. Im Berichtsmonat nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 902 neue Stellenangebote an. Das waren 66 Stellenzugänge oder 7,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mit 11.986 zugegangenen Stellen seit Jahresbeginn, wurde der bisher höchste registrierte Jahreswert erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1.236 Stellen (11,5 Prozent) mehr. Jobsuchende konnten in diesem Monat auf einen Bestand von 4.994 freien Stellen zurückgreifen. Dies waren 141 Stellen weniger als im Vormonat, jedoch 1.035 Angebote (26,1 Prozent) mehr als im Dezember 2016. Aus dem Bestand der offenen Stellenangebote wurden 778 dem verarbeitenden Gewerbe zugerechnet. Hier war ein Zuwachs von 136 Stellen im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen. 546 der offenen Stellen betrafen die Branche Gesundheit und Soziales. Dies waren 55 Stellen mehr als im Vorjahr. Weitere 508 Stellen fielen auf den Bereich des Groß- und Einzelhandels und den Handel mit Kraftfahrzeugen sowie der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Dort wurden 129 Stellenzugänge mehr verzeichnet. Dem Baugewerbe mit 436 Stellen im Bestand und 77 Stellen mehr als im Vorjahresmonat, fiel ebenfalls ein großes Gewicht bei den offenen Stellen zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind in nahezu allen Branchen mehr Stellen gemeldet worden. Lediglich in der öffentlichen Verwaltung mit 99 Stellen im Bestand war ein Rückgang von 17 Stellen zu verzeichnen. 

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