Vier Jahrzehnte Einsatz für das Stadtgrün

Die Landesgartenschau 2018 kann Dieter Müller, Leiter des Gartenamtes
der Stadt Würzburg in vollen Zügen genießen. Denn obwohl er bereits die
LGS von 1990 begleitet hat und auch maßgeblich an der Bewerbung für die
LGS 2018 beteiligt war, wird Müller die LGS nur privat besuchen * zum
Jahresende trat er in Ruhestand. 40 Jahren lang * davon 22 Jahre als
Leiter des Gartenamtes gestaltete er mit seinem Team die Gartenanlagen
der Stadt Würzburg, betreute den Ringpark mit seinen 34 Hektar und
seinen 4.800 Parkbäumen bestehend aus 220 Arten und Sorten, sanierte den
Pleicher See und zuletzt das Filetstück Klein-Nizza.
*Parkräume kreativ zu gestalten und gleichzeitig Belange des
Naturschutzes zu beachten, das macht mir einfach Spaß“, sagt Müller
rückblickend. Gleichzeitig wurde der Park digital vermessen und der
Baumbestands dendrologisch kartiert. Seit einem Jahrzehnt war der Wunsch
des Gartenamts ein Parkentwicklungswerk zu erstellen. Ziel ist es einen
Handlungsleitfaden für das Baudenkmal * Glacis * zu bekommen indem
Parkstrukturen, Freizeitaktivitäten, Gehölzstrukturen und das Wegenetz
in einem geschichtlichen Kontext betrachtet werden und sich modern
weiterentwickeln lassen. Die Beauftragung konnte 2017 erfolgen.
Und das hat Dieter Müller in den vergangenen Jahren beim städtischen
Gartenamt reichlich tun können. Neben den beiden Teichanlagen wurden die
Partnerschaftsgärten im Zuge der Landesgartenschau 1990 gestaltet, drei
Friedhöfe wurden mit neuen Grabstellen sowie einer friedhofsgerechten
Grüngestaltung in Richtung Parklandschaft erweitert, Spielplätze
gebaut oder saniert, das Forschungsprojekt Stadtgrün 2021 ermöglicht,
die Bäume im Glacis kartiert und vieles mehr. Aber immer mit dem
*gewissen Etwas“ mehr. Beim Bau der Spielplätze sorgte zum Beispiel
eine Vernetzung mit der Arge Familien dafür, dass sozialpädagogische
Aspekte in die Planung mitaufgenommen wurden. *Es ging immer darum,
Projekte gemeinsam mit denen zu entwickeln, die es dann nutzen * für die
Kinder und Bewohner, die unmittelbar etwas davon haben“, sagt Müller.
Wichtig war ihm dabei auch, den Naturschutz in die Konzeption der
verschiedenen Bereiche mitaufzunehmen. So wurden an manchen Orten tote
Bäume nicht einfach abgeholzt sondern bewusst stehen gelassen, um die
Artenvielfalt im Stadtgrün zu stärken. Aus demselben Grund wurde bewusst
in Teilen des Ringparks das Gras nicht gemäht * sehr zum Missfallen
einiger Anwohner, die sich im Sommer gerne direkt dort gesonnt hätten,
wo im langen Gras besonders viele Bienen und andere Insekten tummelten.
Dass die Park- und Gartenanlagen in Würzburg so farbenprächtig und
gepflegt sind, hängt dabei nicht nur an der ständigen Pflege durch die
Mitarbeiter des Gartenamtes. Auch das Staudenkonzept *Silbersommer“, das
Müller hier in Würzburg eingeführt hat, hat seinen Teil dazu
beigetragen. Inzwischen sind über 3500 Quadratmeter Beete meist auf
Verkehrsinseln an Straßenkreuzungen mit *Hungerkünstlern“ gestaltet die
als Dauerstaudenkonzept ausgelegt sind. Dafür ist die Stadt bis weit
über ihre Grenzen hinaus bekannt, wie Müller stolz erklärt.
Staudenkonzepte sind in seiner Amtszeit förmlich aufgeblüht und haben
eine Renaissance erfahren Knapp 1 ha ist so entstanden und die Grüne
Mitte Sanderau beim Ehehaltenhaus, ist wohl die bekannteste
Einzelfläche.
Ganz besonders stolz ist der Leiter des Gartenamtes auf das jährliche
Ringparkfest, das jetzt als Bürgerfest fest im Kalender der Stadt
etabliert ist. Mehrere tausend Bürger genießen jeden Sommer die
lauschige Atmosphäre im Ringpark unter alten Bäumen, picknicken auf
mitgebrachten Decken oder machen auf den bereitgestellten
Biertischgarnituren Frühschoppen. Für viele ist das Ringparkfest, das
ohne Eintrittsgelder auskommt, eines der schönsten Würzburger Feste
unter freiem Himmel. 
Mit Stolz blickt Müller auch auf das alte Gelände der
Landesgartenschau. Denn auch wenn die LGS vor 27 Jahren stattfand, ihr
Gelände ist heute noch eine Attraktion unter den Würzburger Parkanlagen.
*Es ist eines der am besten gepflegten LGS-Gelände * da fließt viel
Herzblut hinein“, freut sich Dieter Müller. Nicht umsonst wurden die
Preisrichter bei der Bewerbung um die Landesgartenschau 2018 auch durch
das Gelände der alten LGS geführt * schließlich ist es ein Zeichen dass
*Würzburg es kann * getreu dem Motto: *gestalten und erhalten‘“,
grinst Müller.
Gestalten wird Müller jetzt auch im Ruhestand weiter * allerdings im
Miniaturformat: Für seine Amphibien und Reptilien baut er kleine
Landschaftsbilder in Terrarien. Seinen Nachfolger Dr. Helge Grob hat
Müller in den vergangenen Wochen in einer gemeinsamen Übergangsphase
im Gartenamt den einen oder anderen wertvollen Tipp gegeben.

Bild: Dieter Müller im japanischen Garten am Alten Kranen. Foto:
Christian Weiß

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