Schonungen positioniert sich gegen P44

Mehr dezentrale Stromversorgung statt überdimensionierter Stromautobahnen

 

Hände in den Schoß legen und abwarten was passiert, das ist jedenfalls nicht die Strategie, die Schonungens Bürgermeister Stefan Rottmann in Sachen Stromtrassen verfolgt. Mit einer Resolution, mit Stellungnahmen im Konsultationsverfahren und mit öffentlichen Druck stemmt sich die Großgemeinde gegen das Vorhaben der Bundesnetzagentur.

 

Irgendwo zwischen Coburg und Schweinfurt verläuft der Suchradius für den Streckenverlauf der neuen 380-KV-Trasse P44. Auch Schonungen wäre dann eine potentiell betroffene Kommune. Gemeinsam mit dem Gemeinderat setzt sich Rottmann hartnäckig und intensiv für dezentrale Energieerzeugung im Gemeindegebiet und weit darüber hinaus ein. Viele Energieprojekte in den Ortsteilen wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzt.

Sicher das markanteste Energieprojekt war der Bau von 11 Windkraftanlagen auf dem Forster Hardberg. Schonungen produziert damit ein Vielfaches an Strom und kann den Eigenbedarf locker decken.

 

Eine stattliche Anzahl an Dachflächen werden mithilfe von Photovoltaik zur Energieerzeugung genutzt. Ein ehrgeiziges Projekt verfolgt die Gemeinde aktuell mit einer großen Energiezentrale u.a. mit Hackschnitzel- und Blockheizkraftwerke am Schulzentrum, das im kommenden Jahr eine Vielzahl kommunaler Liegenschaften versorgen soll.

 

Eine Stromtrasse wie die Gleichstromverbindung P44 ist schon deshalb abzulehnen, weil dieses Vorhaben eine dezentrale Energieerzeugung konterkariert und dies über Jahrzehnte verhindert. Durch großangelegte Stromtrassen, wird das Stromnetz besonders verwundbar. Sei es durch Hackerangriffe, Anschläge oder technische Defekte. Außerdem wird eine Region (insbesondere der Landkreis Schweinfurt) mit Stromtrassen deutlich überbeanspruch.

 

Eine Stromtrassenführung in der Großgemeinde Schonungen ist nicht realisierbar, weil das Gemarkungsgebiet bereits durch die Bundeswasserstraße Main, der Bundeseisenbahn und der Bundesstraße markant durchschnitten wird. Auch die hügelige Topographie ist anspruchsvoll, sodass sich für die Gemeinde selbst nur begrenzte Möglichkeiten der Entwicklung ergeben, die nicht weiter eingeschränkt werden dürfen. Gerade in ländlichen Gebieten ist darauf zu achten, dass ausreichend Flächen für Gewerbe- und Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden können, um die vorhandene Infrastruktur zu halten bzw. weiterzuentwickeln.

 

Der Landschaftsschutz ist auch ein wesentliches Argument, eine mögliche Stromtrasseplanung zu überdenken. Große Waldgebiete, Täler, Bach- und Flusslandschaften, Mainbuchten, Talhänge, Weinberge charakterisieren das einzigartige Maintal und Schlettach, das sich über das gesamte Großgemeindegebiet erstreckt.

 

Rottmann zeigt sich enttäuscht, dass die vorgebrachten Einwendungen, keinerlei Beachtung bei der Bundesnetzagentur gefunden haben und auch keine Rückmeldung erfolgt ist. Schonungens Bürgermeister sichert der Gemeinde Bergrheinfeld, dem Endpunkt der möglichen Wechselstromtrassen P44 und P43 seine Solidarität und Unterstützung zu. Politische Vereinbarungen müssten durch die Netzbetreiber, vor allem aber durch die Bundesnetzagentur eingehalten werden.

 

 

 

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