„Inklusiv“ nicht nur im Namen – bisherige Integrationsunternehmen trafen sich vor ihrer Umbenennung

Zu einem letzten gemeinsamen Treffen kam es im Dezember 2017 zwischen den Verantwortlichen der Integrationsunternehmen aus ganz Unterfranken und Vertretern des Integrationsamts beim Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Denn ab 2018 wird vieles anders. Seit Jahresbeginn ist diese besondere Form sozialer Unternehmen, nun als Inklusionsbetrieb am Markt tätig. An den bisherigen Aufgabenstellungen hat sich aber nichts geändert. Inklusionsbetriebe bieten weiterhin vielfältige Dienstleistungen in verschiedenen Branchen an und beschäftigen dabei einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Schwerbehinderung. Insbesondere für die Zielgruppe der besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen sollen dadurch die Beschäftigungschancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt erweitert werden.

 

Neben der Namensänderung wurden beim Treffen der Firmen- mit den Amtsvertretern aber noch einige weitere Änderungen besprochen. So wird die Mindestbeschäftigtenquote von besonders betroffenen schwerbehinderten Personen von bisher 25 % auf 30 % angehoben. Menschen mit psychischer Erkrankung, deren Schwerbehinderung aber nicht anerkannt ist, können auf diese Quote angerechnet werden. Daneben soll das Augenmerk bei der Beschäftigung insbesondere auch auf den Personenkreis der langzeitarbeitslosen schwerbehinderten Menschen gerichtet werden. Das 2018 neu eingeführte Budget für Arbeit war beim Treffen ebenfalls ein Thema auf der umfangreichen Tagesordnung wie die betriebliche Gesundheitsförderung oder die zunehmenden Schwierigkeiten bei der zeitnahen Personalgewinnung von Beschäftigten mit aber auch ohne Behinderung.

 

Nachdem man 2016 in Unterfranken damit begonnen hatte, die betrieblichen Anleiterinnen und Anleiter in den Integrationsunternehmen weiter zu qualifizieren, galt es nun nach einem Jahr ein erstes Resümee der Bildungsinitiative von Integrationsamt und Firmen zu ziehen. Von allen Seiten wurden die neuen Schulungsangebote positiv beurteilt, sodass sich die Anwesenden auf die Fortsetzung und Intensivierung auch mit Unterstützung der Integrationsfachdienste verständigen konnten.

 

Von Seiten des Integrationsamts wurden auch aktuelle Zahlen und Fakten zur inklusiven Firmenlandschaft in Unterfranken vorgestellt. Die bislang elf selbständigen Unternehmen besitzen meist mehrere Standbeine. So sind sieben von ihnen beispielsweise im Bereich Catering/Gastronomie und jeweils fünf in den Bereichen Gebäudereinigung/Wäscherei und Garten- und Landschaftsbau tätig. Daneben werden vier Einzelhandelsmärkte in Unterfranken als Integrationsprojekte betrieben.

Weitere Vorhaben sind in Planung darunter auch einige Hotelprojekte, nachdem es mit dem InHotel Mainfranken in Marktbreit bislang erst ein inklusives Hotel in Unterfranken gibt.

 

 

Insgesamt 569 Beschäftigte arbeiten in den unterfränkischen Unternehmen, von denen 277 Menschen mit einer Schwerbehinderung sind. Tendenz steigend. Zumindest in den letzten 10 Jahren wuchs die Gesamtzahl der Mitarbeiter um 70 % und die Arbeitsplatzzahl für schwerbehinderte Menschen um 50 %. Weitere Zuwächse können aus Mitteln des Bundes gefördert werden, denn die Politik hat derartige Inklusionsbetriebe schon lange als wertvolle Ergänzung eines inklusiven Arbeitsmarktes erkannt.

 

In Unterfranken bieten folgende Inklusionsbetriebe (mit Branchenangaben) ihre Dienstleistungen für jedermann nutzbar an:

 

Ø  AWO Integration GmbH, Kantstr. 45 a, 97074 Würzburg (Hotel, Einzelhandel, Café, Garten- und Landschaftsbau

Ø  InCa Mainfranken GmbH, Hertzstr. 1, 97076 Würzburg (Catering, Schulverpflegung, Spülküche, Café, Einzelhandel)

Ø  Kolping-Gastro GmbH, Moritz-Fischer-Str. 3, 97421 Schweinfurt (Gastronomie)

Ø  LebensRaum GmbH, Johann-Klöhr-Str. 17, 97816 Hohenroth-Leutershausen (Reinigung, Garten-dienstleistungen)

Ø  Lohrer Selbsthilfe GmbH, Am Sommerberg 20, 97816 Lohr (Gastronomie, Catering)

Ø  Mig GmbH, Hertzstr. 1, 97076 Würzburg, (Garten- und Landschaftsbau, EDV-Dienstleistungen)

Ø  KOMMPakt GmbH, Marsstr. 11 a, 63762 Großostheim (Gastronomie, Catering)

Ø  MSI GmbH, Am Oberen Marienbach 1, 97421 Schweinfurt (Einzelhandel, Café, Catering, Garten- und Landschaftsbau)

Ø  Priska GmbH, Ernstkirchen 4, 63825 Schöllkrippen (Schulverpflegung, Catering, Gebäudereini-gung)

Ø  Vinzenz Serviceleistungen GmbH, Gattingerstr. 15, 97076 Würzburg (Gebäudereinigung, Wäscherei, Garten- und Landschaftsbau)

Ø  Win GmbH, Leitengraben 3, 97084 Würzburg (Gebäudereinigung, Hausmeisterservice)

 

 

 Foto: Thomas Knes (ZBFS)

Die Verantwortlichen der künftigen Inklusionsunternehmen aus ganz Unterfranken beim Treffen in der unterfränkischen Regionalstelle des Zentrum Bayern Familie und Soziales

 

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