IG Metall Schweinfurt legt nach

Archivbild von SW-N
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In der zweiten Warnstreikwelle ruft die Gewerkschaft alle Betriebe in Schweinfurt, aus der Region Röhn-Grabfeld und den Haßbergen erneut auf, die Arbeit vorübergehend niederzulegen. Die Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie werden in dieser Woche nochmals ausgeweitet. Zehntausende Beschäftigte sind dem Aufruf der IG Metall in Bayern bisher gefolgt. Die starke Beteiligung zeigt, dass sich die Beschäftigten ihr demokratisches Recht nicht nehmen lassen. Das bisherige Angebot zum Entgelt - 2 Prozent mehr - empfinden sie als Witz, angesichts der Rekordergebnisse vieler Unternehmen. Bei der Arbeitszeit erwarten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer endlich Bewegung in den Verhandlungen. Die IG Metall Schweinfurt legt deshalb nach und ruft für den 16.01.2018 die Beschäftigten der Schweinfurter Betriebe ZF, SKF, Schaeffler, Bosch Rexroth, ZF Aftermarket, ZF Race, Horten Europe, SRAM und Senertec auf, die Arbeit vorrübergehend nieder zu legen und zur Großkundgebung an die Hahnenhügelbrücke zu ziehen. Gleichzeitig beteiligen sich die Beschäftigten der Firmen Siemens, BSH, Siemens Valeo, Preh, Preh IMA Automation, Reich, Gardener Denver, Schaeffler aus Eltmann, Bosch Rexroth Augsfeld und Fränkische Rohrwerke an der Kundgebung, diese werden mit Bussen nach Schweinfurt kommen. Der Warnstreik beginnt ab 9.15 Uhr mit Demonstrationszügen aus den Betrieben zur Hahnenhügelbrücke. Dort startet um 10.00 Uhr die Kundgebung mit Hauptrednerin Barbara Resch (Tarifkoordinatorin, IG Metall Bayern), Live-Musik und weiteren Aktionen der Warnstreikenden. Zusätzlich sind für den 16.01.2018 wieder Abendaktionen für die Spätschichten geplant. Ab 21.00 Uhr sind die Beschäftigten der Firmen ZF, SKF, Schaeffler, Bosch Rexroth in Schweinfurt am „Warnstreiken“. Die Stimmung ist trotz der kalten Jahreszeit gut. Die Beschäftigten wollen endlich ein faires Angebot der Arbeitgeber sehen. In Bayern findet die dritte Tarifverhandlung am 15. Januar statt. Die Verhandlung in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie letzte Woche, wurde ohne Ergebnis vertagt. Bis Ende Januar müsse klar sein, ob weitere Verhandlungen Sinn hätten. Sind vorübergehende Arbeitsniederlegungen nicht mehr ausreichend, plant die IG Metall - auch in Schweinfurt – die Warnstreiks ganztägig auszuweiten um den Druck nochmals zu erhöhen. Zur Forderung: Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von 12 Monaten. Neben mehr Geld fordert die IG Metall auch Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Bis auf 28 Stunden sollen Beschäftigte ihre Arbeitszeit reduzieren können, bis zu zwei Jahre lang. Wer kürzer arbeitet, um Kinder zu betreuen, Angehörige zu pflegen oder wer in belastenden Arbeitszeiten wie Schicht arbeitet, soll dazu einen Zuschuss erhalten. Es geht vor allem darum, dass nicht immer nur die Arbeitgeber bestimmen, wann gearbeitet wird, sondern dass endlich auch die Beschäftigte mehr Flexibilität für sich bekommen. 

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