Acht Singvögel vor Schmugglern gerettet

SCHLÜSSELFELD/ATTELSDORF. In einer gemeinsamen Kontrolle von Zoll und Polizei wurden am Mittwochvormittag acht Singvögel in viel zu kleinen Käfigen in einem Kleinbus aufgefunden.  Die geretteten Tiere wurden inzwischen von einer Tierschutzstelle in Obhut genommen.

 

Am Mittwochvormittag ging beim Zollamt die Meldung von einem Passanten ein, der beobachtet hatte, wie aus einem Fahrzeug heraus Vögel zum Verkauf angeboten wurden. Der betreffende Kleinbus wurde gegen 11:00 Uhr von einer zivilen Streife der Verkehrspolizei auf der Autobahn A3 Höhe Attelsdorf angetroffen und bis zum Zollgebäude in Biebelried eskortiert.  Zur Überprüfung wurden die Kontrolleinheit des Zolls sowie die Wasserschutzpolizeigruppe der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt hinzugezogen, zu deren Aufgabengebiet auch die Bearbeitung von Umweltdelikten gehört.

 

Bei der anschließenden Durchsuchung des Fahrzeugs wurden neben einer größeren Menge Zigaretten auch zwei kleine Vogelkäfige mit insgesamt acht Singvögeln entdeckt. Die 45-jährige Fahrerin des Kleinbusses gab an, dass die Vögel ihr gehören würden. Es stellte sich heraus, dass es sich um wildgefangene Stieglitze aus Bulgarien handelt. Diese Singvögel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Fang, Handel sowie Besitz der wildlebenden Art sind somit verboten. Weiterhin wurden die Tiere in viel zu kleinen Käfigen transportiert, was als nicht artgerecht anzusehen ist. Einer der Vögel war bereits so erschöpft, dass er auf der Seite lag.

 

Die bunten Stieglitze sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind auch für ihren Gesang bekannt. 2016 wurde der Stieglitz sogar zum Vogel des Jahres gewählt. Der Verkaufswert der acht Tiere beträgt etwa 1.200 Euro.

 

Die erschöpften Stieglitze wurden von einer verständigten Tierschutzstelle in Obhut genommen. Dort werden sie versorgt und aufgepäppelt, bis sie wieder kräftig genug sind, um in die Freiheit entlassen zu werden.

 

Die Fahrerin des Kleinbusses wurde zunächst vorläufig festgenommen und musste die Beamten der Wasserschutzpolizeigruppe zur Polizeiinspektion Würzburg - Stadt begleiten. Nach Abschluss der Sachbearbeitung durfte sie die Dienststelle wieder verlassen.

 

Die 45-Jährige erwartet nun seitens der Polizei ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz sowie eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz. Weiterhin ermittelt der Zoll wegen einem Verstoß nach der Abgabenordnung in Verbindung mit dem Tabaksteuergesetz.

 Fotos: Polizei 

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