Wie in den Jahren zuvor müssen wir auch beim 7. Jahrestag feststellen: die Atomkatastrophe in Japan ist nicht vorbei

Wie in den Jahren zuvor müssen wir auch beim 7. Jahrestag feststellen: die Atomkatastrophe in Japan ist nicht vorbei - sie dauert an! Das Ausmaß der Folgeschäden kann noch gar nicht erfasst werden.
 
Der Super-Gau von Fukushima Daiichi hat gezeigt, wie riskant die atomare Energieerzeugung ist, wie überfordert im extremen Störfall Betreiber und Aufsichtsbehörden sind - und dass die Bevölkerung dem dramatischen Geschehen hilflos ausgeliefert ist (Verlust von Heimat und wirtschaftlicher Existenz, Bedrohung der Lebensgrundlagen und der Gesundheit durch die Auswirkung radioaktiver Strahlung…).  
Auch nach sieben Jahren werfen die Aufräumarbeiten am Kraftwerk noch riesige Probleme auf - obwohl Milliarden investiert werden. Kontaminiertes Erdreich lagert in hunderten Millionen von Plastiksäcken, die bereits Risse bekommen; noch immer gelangen radioaktive Substanzen aus dem zerstörten AKW in die Umwelt; täglich muss tonnenweise kontaminiertes Grundwasser abgepumpt werden - da die bereitgestellten Tanks nicht ausreichen, gelangt radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer.
Seit 2011 werden bei Menschen in der Präfektur Fukushima, die zum Zeitpunkt der Kernschmelzen noch nicht 18 Jahre alt waren, alle zwei Jahre die Schilddrüsen untersucht. Es lässt sich feststellen, dass es in Fukushima einen signifikanten Anstieg von Neuerkrankungen an Schilddrüsenkrebs bei Kindern gibt. (lt. IPPNW)
 
Atomare Energieerzeugung geht einher mit einem dramatischen Gefährdungspotential und führt durch die Entstehung von hochradioaktivem Atommüll zu einem - bisher nicht gelösten - Problem, von dem auch die Folgegenerationen betroffen und bedroht werden.
In Deutschland ist der Atomausstieg beschlossen, aber längst nicht vollzogen. Deutschland steht bei der Atomstrom-Erzeugung europaweit aktuell  an zweiter Stelle (hinter Frankreich) - und an der Erzeugung von Atombrennstoff wird hierzulande (in Lingen und Gronau) weiterhin festgehalten. In Grafenrheinfeld ist das AKW zwar nicht mehr in Betrieb - doch ein Atomstandort ist und bleibt es weiterhin! Die Atommülllagerung ist ungelöst, die derzeitige Praxis der Zwischenlagerung unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren unsicher. Gestern wurde vom Bundesumweltministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie der Bundesgesellschaft für Endlagerung mitgeteilt, dass Schacht Konrad - das geplante Atommüll-Lager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll - voraussichtlich erst 2027 und damit noch einmal fünf Jahre später als geplant fertiggestellt wird. Bisher wurden bereits folgende Termine für die Inbetriebnahme von Schacht Konrad genannt: 1988, 1996, 2013, 2019, 2022 …
 
Das SWAB lädt die Bevölkerung aus Anlass des 7. Jahrestages herzlich zur Teilnahme an der diesjährigen Fukushima - Mahnwache ein:
„Fukushima mahnt“ am Montag, 12.03.2018 
Beginn: 18.00 Uhr am Georg-Wichtermann-Platz, Schweinfurt

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