Schonungen geht flächendeckend auf Empfang

Hartnäckiger Protest hat sich ausgezahlt

 

Das Medieninteresse an der eigentlich unscheinbaren Baustelle hinter einer abgelegenen Hecke auf einem Acker in Reichmannshausen ist wahrhaftig groß: Fernsehen, Radio und Zeitungsjournalisten haben in den vergangenen Tagen über die wohl prominenteste Mobilfunkbaustelle berichtet. Dabei feierte die Presse auch den Sieg Schonungens über die mächtigen Mobilfunkkonzerne, so zusagen der Kampf „David gegen Goliath“ gegen vorherrschende Mobilfunklöcher. Immer wieder haben Mobilfunkbetreiber Ortsteile wie Reichmannshausen oder Löffelsterz als unwirtschaftlich abgetan und die große Politik hat ohnmächtig zugeschaut.

 

Letztlich waren es die hartnäckigen Aktivitäten des Bürgermeisters, Gemeinderats und der Bevölkerung, die es immer wieder in die bundesweiten Schlagzeilen geschafft haben und den Ausbau so regelrecht erzwungen haben. Dass nach Jahren des Stillstands jetzt plötzlich alles ganz schnell geht, kann selbst Bürgermeister Stefan Rottmann nicht glauben: „Halleluja“ schreibt die Gemeinde in einem Facebookbeitrag und postet das Baustellenbild als Beweis. Dass nun neben Vodafone Anfang des Jahres auch die Telekom den Mobilfunkausbau für Reichmannshausen und Löffelsterz bis 2020 angekündigt hat, macht das Glück perfekt. Hundert zusätzliche Mobilfunkstandorte der neuesten Generation sollen in Bayern entstehen: Zwei davon alleine im Gemeindegebiet Schonungen. Daneben plant die Telekom noch in diesem Jahr den Ausbau der Mobilfunkversorgung im Ortsteil Hausen: In Marktsteinach ging der Sendemast im vergangenen Jahr erfolgreich in Betrieb.

 

Mit einer Leerrohrverlegung im Zuge des Kanalbaus von Marksteinach nach Löffelsterz will Vodafone auch in Marktsteinach ein zusätzliches Angebot schaffen. Womöglich eröffnet der Kanalbau auch die weitere Vernetzung mit Glasfaseranbindung zwischen den Ortsteilen, die für ein zusätzliches hochgeschwindigkeits Breitbandangebot sorgen könnte.

 

Das weit verzweigte Gemeindegebiet und die schwierige Topographie stellen alle Beteiligte vor große Herausforderungen. Doch bald sind auch die letzten „weißen Flecken“ von der Karte verschwunden. Wie wichtig die Mobilfunkversorgung ist, zeigt die Einführung der Handyalarmierung zum Jahreswechsel: Gemeindeweit werden nun alle Aktiven der neun Feuerwehren neben der Sirene auch durch eine Handymeldung effektiv alarmiert – Voraussetzung ist natürlich Mobilfunkempfang. Damit setzt die Gemeinde Maßstäbe bei der Einsatzalarmierung. Bauhof und Forstbetrieb der Gemeinde profitieren genauso wie Gastronomie, Unternehmen, Dienstleister und alle Bürger von der Erreichbarkeit.

 

Ein bisschen Geduld müssen derweil die Bürger von Löffelsterz und Reichmannshausen noch mitbringen, ehe sie von Mobilfunk- und LTE-Technik profitieren. Die Erschließung, Fundamentierungsarbeiten, der Bau der Masten und die Anbringung der Technik wird in den kommenden Wochen umgesetzt. Zuvor mussten Fragen der Stromversorgung, Naturschutzbelange, Absprachen mit Grundstückseigentümern, Pächtern usw… geklärt bzw. durchgeführt werden. Die Gemeinde selbst hat dabei aufs Tempo gedrückt, um den Bau zu beschleunigen. Rottmann zeigte sich dankbar für das Engagement von Telekom und Vodafone, die sich nun zu einem Ausbau durchgerungen haben.

 

Das Foto zeigt den Start der Baumaßnahmen in Reichmannshausen (Foto St. Rottmann).

 

 

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