Pressebericht zur Verkehrsunfallentwicklung und Kriminalitätsstatistik 2017 der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck

Unfallgeschehen auf den Autobahnen

 

Auf den von der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck betreuten Bundesautobahnen A 7, A 70 und A 71 ereigneten sich im Jahr 2017 1331 (Vorjahreszahlen in Klammern: 1324) Verkehrsunfälle. Bei den 152 (160) Unfällen mit Personenschaden wurden 5 (2) Menschen getötet und 217 (246) Personen verletzt, 57 (54) davon schwer.

 

Die häufigsten Unfallursachen waren ungenügender Sicherheitsabstand und nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit. Bedingt durch die großen Brückenbaustellen auf der A 7 bei Schraudenbach und am Klöffelsberg bei Fuchsstadt, führten vermehrt Fehler beim Überholen und Nebeneinanderfahren auf den schmalen Fahrspuren im Baustellenbereich zu Unfällen.

 

Der folgenschwerste Verkehrsunfall im Jahr 2017 ereignete sich Mitte November auf der A 7 zwischen den Anschlussstellen Bad Kissingen/Oberthulba und Bad Brückenau/Wildflecken. Ein Lkw mit bulgarischer Zulassung wechselte vom rechten auf den mittleren Fahrstreifen, um einen vorausfahrenden Lastwagen zu überholen. Als der bulgarische Lkw offenbar zu weit nach links geriet, kam es zur Kollision mit einem Mercedes, der auf der linken Spur unterwegs war. Durch den Zusammenstoß wurde die rechte Fahrzeugseite des Mercedes aufgerissen. Der Beifahrer wurde aus dem Pkw geschleudert und dabei tödlich verletzt. Auch der Mercedesfahrer erlitt schwerste Verletzungen.

 

 

Mobile Verkehrsüberwachung

 

Ein Hauptziel der konzeptionellen Verkehrssicherheitsarbeit der VPI Schweinfurt-Werneck ist die Bekämpfung der festgestellten Hauptunfallursachen. Insbesondere der Einsatz von Zivilfahrzeugen mit modernster Videomesstechnik die beweiskräftige Feststellung und Verfolgung schwerwiegender Verkehrsdelikte wie Nötigung oder Straßenverkehrsgefährdung ermöglicht.

 

Im Jahr 2017 wurden im Rahmen der mobilen Verkehrsüberwachung 216 Verkehrsteilnehmer angezeigt und dabei 45 Fahrverbote ausgesprochen. Mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten mussten die Fahrzeuglenker, die auf gravierende Weise den Sicherheitsabstand unterschritten oder erheblich zu schnell unterwegs waren.

 

 

Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung

 

In Zusammenarbeit mit den Verkehrssachbearbeitern der Polizeiinspektionen in der Region Main/Rhön wurden Unfall- und Gefahrenstellen festgestellt und von der Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck gezielt überwacht. Die Radargeräte und Lichtschranken waren dazu insgesamt 5085 Stunden auf und neben den Autobahnen im Einsatz. Nach der Auswertung der Aufnahmen musste gegen 8902 Fahrzeugführer ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Für 431 Raser bedeutete dies auch ein Fahrverbot von mindestens vier Wochen. 21969 kamen mit einem Verwarnungsgeld davon.

 

Bei Abstandskontrollen auf den Autobahnen wurden insgesamt 1931 Fahrzeugführer beanstandet. Bei 209 Fahrern war der Abstand so gering, dass ein Fahrverbot ausgesprochen wurde.

 

 

 

Unfallfluchtfahndung

 

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der VPI Schweinfurt-Werneck mit Unerlaubten Entfernen von der Unfallstelle sank 2017 um 10,1 Prozent auf 159.

59 flüchtige Unfallbeteiligte konnten die Beamten der Unfallfluchtfahndung ermitteln. Bei Verkehrsunfallfluchten mit schwerverletzten oder getöteten Personen übernimmt die Verkehrspolizei in Werneck für die Dienststellen im gesamten Bereich Main/Rhön vollständig die Sachbearbeitung.

Die Spezialisten der VPI unterstützen auch die umliegenden Polizeiinspektionen in der intensiven Recherchearbeit. Dies war bei zwei tödlichen Verkehrsunfällen 2017 im Bereich der Polizeiinspektion Schweinfurt der Fall.

Mitte Juni 2017 unterstützte die VPI Schweinfurt-Werneck die Polizeiinspektion Schweinfurt bei der Fahrerermittlung nach der Verkehrsunfallflucht mit einer getöteten Fahrradfahrerin bei Maibach.

Bei dem tödlichen Verkehrsunfall auf der Hahnenhügelbrücke in Schweinfurt Ende Juli übernahm die VPI Schweinfurt-Werneck die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang.

 

 

Prävention

 

Der VPI Schweinfurt-Werneck ist es ein besonderes Anliegen, gerade auch im Bereich des Schwerverkehrs, die Verkehrssicherheit weiter zu optimieren, da bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung dieser Fahrzeugart besonders schwere Folgen festzustellen sind. Neben regelmäßigen Kontrollmaßnahmen werden seit Jahren speziell auf diese Zielgruppe abgestimmte Präventionsveranstaltungen für Lkw-Fahrer angeboten.

Die bereits 2016 gestartete Präventionskampagne für Motorradfahrer „Es liegt an Dir…“

wurde 2017 weitergeführt. Die Polizei will damit an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer appellieren. Bei 2/3 der Unfälle war ein falsches Fahrverhalten des Motorradfahrers selbst der Auslöser für den Unfall. Auch auf dies wollen die Beamten der Motorradstaffel bei den jährlich durchgeführten Zweirad -Kontrollen im Frühjahr hinweisen.

 

 

 

 

Überwachung des Schwerverkehrs

 

Zusätzlich zu den präventiven Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Schwerlastverkehr baut die VPI Schweinfurt-Werneck auch auf ein engmaschiges Kontrollkonzept. Täglich werden stationäre und mobile Kontrollen durchgeführt. Neben den technischen Aufzeichnungen zu Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer sowie zur gefahrenen Geschwindigkeit werden auch die Sicherung der Ladung und der allgemeine Zustand der Fahrzeuge intensiv überprüft. Leider nehmen es nicht alle Fahrer mit den Vorschriften so genau. Allein im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten wurden im Jahr 2017 862 Anzeigen mit zum Teil erheblichen Bußgeldern erstellt.

 

Wegen erheblichen Verstößen gegen Vorschriften über Lenk- und Ruhezeiten wurde in 63 Fällen die Weiterfahrt unterbunden. Wegen erheblicher technischer Mängel oder Überladung der Fahrzeuge in 208 Fällen.

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überwachung von Gefahrguttransporten. Im Falle eines Verkehrsunfalls kann es lebensrettend sein, dass die mitgeführte Ladung vorschriftsmäßig gesichert und richtig gekennzeichnet ist. In 96 Fällen mussten Anzeigen gegen Fahrer und Firmenverantwortliche erstattet werden. Die Bußgelder sind in diesem Bereich deutlich höher als im übrigen Schwerverkehr. Außerdem kommen für den Transporteur oftmals noch weitere Kosten hinzu, da unzureichend gesicherte oder gekennzeichnete Fahrzeuge an Ort und Stelle aus dem Verkehr gezogen werden. Die Weiterfahrt kann erst zugelassen werden, wenn alle Vorschriften des Gefahrgutrechts erfüllt sind.

 

 

 

 

Kriminalität

 

Die Statistik der VPI Schweinfurt-Werneck im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung weist im Jahr 2017 einen leichten Anstieg der Straftaten um 15 Fälle (+2,1 %) auf 731 auf. Erfreulicherweise konnte die Aufklärungsquote auf 61,1 Prozent (+5,4 %) gesteigert werden.

Im Bereich der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung, war ein Rückgang um 39,2 Prozent auf 79 Fälle zu verzeichnen.

 

Erneut zugenommen hat die Zahl der Tankbetrügereien um 15 Fälle auf 312 Delikte. Da an den Tankstellen auf den Rastanlagen vermehrt Überwachungskameras installiert wurden stieg die Aufklärungsquote auf 28,8 Prozent.

Im Bereich der Eigentumsdelikte verzeichnet die Verkehrspolizei einen Rückgang um fast 50 Prozent von 85 auf 44 Diebstähle.

 

 

 

 

Schleierfahndung

 

Neben den uniformierten Streifenbeamten sind Kollegen der Fahndungsgruppe der VPI Schweinfurt-Werneck in Zivil auf den Autobahnen unterwegs, um die überörtliche Kriminalität zu bekämpfen. Insbesondere die Autobahn A 7 stellt einen ständigen Arbeitsschwerpunkt für die Dienststelle dar. Auf der Transitroute „schwimmen“ zahlreiche Kriminelle mit, die Drogen, illegale Waffen und Diebesgut mitführen, oder mit gefälschten Führerscheinen, Ausweispapieren oder entwendeten Fahrzeugen unterwegs sind.

104 Rauschgiftdelikte musste die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck 2017 verzeichnen und zusätzlich 131 Fahrzeugführer, die unter Drogeneinfluss am Steuer saßen, aus dem Verkehr ziehen.

 

 

 

 

Allgemeine Informationen

Die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck hatte im vergangenen Jahr 5291 Einsatzfahrten zu bewältigen. Angefangen von verlorenen Ladungsteilen, die von der Fahrbahn geräumt werden mussten, bis hin zu schweren Verkehrsunfällen und Falschfahrern.

 

Besonders ärgerlich sind die zahlreichen Kleinunfälle, die durch unvernünftige Überholer auf den schmalen Streckenabschnitten in den Baustellenbereichen verursacht werden. Auch durch liegengebliebene Pkw und Lastkraftwagen in den Baustellen entstehen schnell erhebliche Rückstaus, weil dort auf einen Seitenstreifen aus Platzgründen verzichtet werden musste.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei alle Verkehrsteilnehmer darum, im Falle eines Staus immer damit zu rechnen, dass Einsatzfahrzeuge wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und auch Abschleppfahrzeuge durch den Stau an die Gefahrenstelle gelangen müssen. Durch das Freihalten einer Rettungsgasse kann schneller Hilfe geleistet und die Störung dann auch frühzeitiger beseitigt werden.

Das Bilden einer Rettungsgasse bei stockendem Verkehr auf mehrspurigen Straßen ist keine Frage der Höflichkeit, sondern gesetzlich festgelegte Pflicht. Bereits bei stockendem Verkehr muss eine Rettungsgasse gebildet und offen gehalten werden. Denn wenn die Fahrzeuge schon dicht auf dicht stehen, ist es oftmals nicht mehr möglich, den Hilfsfahrzeugen rechtzeitig Platz zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

Tag der offenen Tür“ bei Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck am 16.07.2017

Mit Fertigstellung des Dienstgebäudes im Gewerbegebiet Werneck an der A 70, wurden die Dienststellen der Autobahnpolizeistation Oberthulba und die der Verkehrspolizei Schweinfurt im Jahr 2007 zur Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck zusammengelegt. 10 Jahre danach hatte die Polizeidienststelle ihre Türen für die Bevölkerung geöffnet. Etwa 5.000 Personen nahmen die Chance wahr, sich vor Ort von der Ausstattung und den Möglichkeiten einer modernen Verkehrspolizeidienststelle ein Bild zu machen. Der Reinerlös der Veranstaltung in Höhe von 1.000 Euro wurde je zur

Hälfte der Bürgerstiftung Werneck und einer Spendenaktion zur Verfügung gestellt.

 

 







Zuständigkeitsbereich:

Von der VPI Schweinfurt-Werneck wird eine Streckenlänge von 165,4 km auf folgenden Autobahnabschnitten betreut:

BAB A 7: Anschlussstelle Gramschatzer Wald bis zur Landesgrenze Hessen

BAB A 70: Autobahnkreuz Schweinfurt/ Werneck bis zur Anschlussstelle Eltmann

BAB A 71: Autobahndreieck Werntal bis zur Landesgrenze Thüringen.

Im Zuständigkeitsbereich liegen sechs Rastanlagen, zwei Autohöfe und das Gewerbegebiet an der A 70 bei Werneck.

 

 

 

 

 

 

 

Langfristige Verkehrsunfallentwicklung auf den Autobahnen der

 

VPI Schweinfurt-Werneck

Schwerer Verkehrsunfall auf der A 7 Höhe Oberthulba bei dem der Beifahrer aus dem Fahrzeug geschleudert und tödlich verletzt wurde.

 

Quellenangabe „Polizei“ 

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