Gibt es diesmal ein versöhnliches Heimspielfinale?

Volleyball, 2. Bundesliga Süd: VC Eltmann empfängt seinen Meisternachfolger Grafing

 

Eltmann. Die Bärenhöhle von Grafing liegt in Oberbayern, und nicht in Niederbayern, etwas, was ich mir vor Monaten anhören musste, mich aber auch zur Vorsicht bei Prognosen mahnt.

Dafür wurde ich beim Hinspiel hart „bestraft“, aber mit mir auch gleich das ganze Oshino-Team und seine Fans, denn es gab nichts zu holen vor den fast 600 Zuschauern in der Bärenhöhle mit Weihnachtsbaum.

Doch nun geht es im Franken-Hangar auf ein Neues, und selbst wenn seit Wochen die Devise bei Eltmann hieß, jedes Spiel ist ein Endspiel, dieses Match ist ein Endspiel, auch wenn es die Tabelle nun nicht mehr grundsätzlich durcheinanderbringen kann.

Sicherlich hatte man bei den Oshinos zum Jahreswechsel Ursachenforschung im heimischen Hangar betrieben, warum es in Grafing zum Fiasko wurde. Und wieder kam eine Wahrheit zutage, dass ein knapp verlorener Top-Satz die Weichen Richtung Niederlage stellt, etwas, was auch derzeit in der ersten Bundesliga zu beobachten ist, ich denke da nur an den 0:3-Sieg von Schwerin bei den Frauen in Dresden oder auch andere Spiele in der KO-Runde.

Das ändert aber nichts daran, dass sich die Grafinger zum Spitzenteam der 2. Bundesliga gemausert haben, vor Weihnachten ein Super-Match zelebrierten, das zumindestens in den ersten beiden Sätzen inclusive der spielerischen Leistung der Eltmanner das Prädikat „erstligareif“ verdient hatte.

In Eltmann gelobten Milan Maric und seine Spieler Besserung. Das hielt zwei Spiele, doch dann folgte in Rüsselsheim mit zwei scharfen Rasierklingensätzen und gegen Schwaig mit dem dramatisch verlorenen ersten Satz mit 23:25 nochmals Niederlagen, wobei die im Franken-Hangar gegen Unterhaching für die Fans die wohl schmerzlichste war.

Doch die Mannschaft zog sich erneut wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf, doch nun gegen die Grafinger, bedarf es schon einer wahrhaft meisterlichen Leistung, um als noch amtierender Meister den künftigen Meister zu besiegen.

Nochmal zurück zum Hinspiel in der Bärenhöhle, wo es die Eltmanner nach dem 26:24 im zweiten Satz besser machen wollten, mit 4:8 und dann 5:10 führten. Der Meister hatte sich gefangen, so fühlte man sich im Eltmanner Lager. Aber leider nicht lange, denn Grafing eroberte fünf Punkte am Stück. Doch die Oshinos ließen nicht locker, hielten über mehrere Minuten einen knappen Vorsprung. Wieder war es Peta, der die Oshinos mit 17:19 in Führung brachte, doch dann zeigte auch dieser unverwüstliche Akteur erste Verschleißerscheinungen. Die Fehlaufschläge häuften sich, Höfer schmetterte die Grafinger mit dem 22:21 in Front, Schippmann glich nochmal aus, doch dann sorgte ein Aufschlag ins Netz für die Grafinger 24:22-Führung und gleich der erste Satzball saß – 25:22, auch ein Satz, der nicht hätte kippen dürfen.

Doch nun sind die Karten neu gemischt, und Kapitän Sebastian Richter hat sich mit seinen Mannen einiges vorgenommen, nachdem er durch seinen Geburtstag diese Woche, nachträglicher Glückwunsch, noch unnachgiebiger geworden sein dürfte. Und auch der Ex-Freiburger David Strobel, der sich vor einigen Wochen verletzte, aber nun wieder zur Verfügung steht, möchte auch das Geburtstagsgefühl in das Spitzenmatch einbringen. Und aller guten Dinge sind drei, denn der Eltmann-Bomber Mircea Peta hatte ebenfalls kürzlich Wiegenfest, und dürfte für das Match ebenfalls hochmotiviert sein.

Ohne nun im Detail auf alle Eltmanner Spieler einzugehen, es gibt mehrere Gründe, warum man am Samastagabend ein hochmotiviertes Oshino-Team wird auflaufen sehen. Aber live erleben können es nur diejenigen, denen der VBL-Ticker zu wenig ist und die sich in Realität in den Eltmanner Franken-Hangar aufmachen, um das zu sehen, was sich alle hiesigen Fans wünschen: „Fly, Eltmann, Fly..!!! - Rolf Müller-

 

VC Eltmann: Engel, Peta, Kolbe, Krüger, Kellermann, Späth, Schippmann, Kessel, Knauer, Schmitt, Werner, Bibrack – Coach Milan Maric.

 

 

 Foto  aus einem früheren Spiel gegen Grafing und einer beschwörenden Geste des Eltmanner Trainers Milan Maric. Fotos: Frank Heumann

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