Eltmanns Heimspielfinale – es war das Topmatch!

Volleyball, 2. Bundesliga Süd: VC Eltmann – Grafing 3:1 (25:16, 25:19, 23:25, 25:18)

 

Eltmann. Die Oshino-Spieler um Kapitän Sebastian Richter waren am Samstag gleich richtig motiviert, spielten mit zwei kurzen Schwächephasen im Mittelteil der letzten beiden Sätze wie aus einem Guß. Im Vorjahr war man beim letzten Heimspiel schon Meister, und die Abschlußheimvorstellung war glanzlos, diesmal hatte Gegner Grafing den Meistertitel vorher schon in der Tasche, aber die Oshinos, die noch Vizemeister werden können, machten ihren Fans, anfänglich 400, doch dann wurden es doch noch mehr, und den Sponsoren in der Halle eine echte Freude, legten gleich wie die Feuerwehr los, hatten aber in den Sätzen 3 und 4 kritische Situationen zu umschiffen.

Eltmanns Trainer Milan Maric bemerkte nach dem letzten Ballwechsel, dass er diesmal richtig zufrieden sei. Er beglückwünschte seinen Gegenüber Alexander Hezareh mit freundlicher Geste zum Meistertitel und der revanchierte sich damit, Maric zur starken Leistung der Oshinos an diesem Abend zu beglückwünschen. Maric sagte: „Glückwunsch an die Grafinger, sie haben sich insbesondere nach der sehr starken Rückrunde ohne große Rückschläge den Titel redlich verdient

Beim Hinspiel im Dezember wurde ja bekanntlich das Oshino-Team nach einem total spannenden ersten Satz dann mit einem 3:0-Sieg der Gastgeber „bestraft“, denn es gab nichts zu holen vor den fast 600 Zuschauern in der anfänglich kühlen, dann fast kochenden Bärenhöhle mit dem Weihnachtsbaum.

Besonders spielfreudig bei den Oshinos war neben dem mit Merten Krüger als Regisseur agierende Kapitän Richter vor allem Johnny Engel, der einige Glanzpunkte schon im ersten Satz beisteuerte, der nach nur 17 Minuten mit 25:16 an die Eltmanner ging, und bezeichnenderweise war der Satzball dann ein Engel-Ass.

Im zweiten Satz dann ein ähnlicher Verlauf. Bevor sich die Grafinger richtig besannen, lagen sie erneut mit 8:3 im Rückstand. Und als Basti Richter das 9:4 und 10:4 markierte, kamen echte Sorgenfalten auf der Spielerbank der Oberbayern auf. Doch nach dem 17:11 kämpften sich die Hofer, Zierhut und Co. auf 18:15 heran, und auf den Rängen erkannte man, noch sind die Grafinger nicht bezwungen. Doch Richter, Engel und der Eltmann-Block verhinderten vorerst schlimmes, und auch Satz 2 ging an die Oshinos, diesmal mit 25:19.

Nach der 3:1-Niederlage in Schwaig am 3. Dezember hatte es für Grafing bis zum Samstagabend keinen Ausrutscher mehr gegeben, eine beeindruckende Serie, für die jetzt 60 Punkte auf der Habenseite stehen, und drei könnten am letzten Spieltag noch dazukommen.

Dann folgte die Pause mit Musik und Cheerleaders und wie so oft ein gefühlter Einbruch im Oshino-Spiel.

Zwar ging man mit 8:7 in die erste technische Auszeit, doch Hofers anschließender Ausgleich zum 8:8 deutete schon an, so einfach geben sich die Bären nicht geschlagen. Die mittlerweile mehr als 600 sahen eine erste Top-Serie der Grafinger, garniert mit zwei Top-Ballwechseln in dieser Phase. Aus einer 14:12-Führung für Eltmann war plötzlich eine 14:16-Führung der Voggenreiter und Co. geworden. Zwar kam Eltmann nochmal heran, auch Hansi Nürnberger steuerte ein schönes Ass bei, Krüger glich zum 20:20 aus, Engel und dann Späth sorgten wieder für eine kleine Führung zum 22:21. Nach dem 23:23 waren die Grafinger hellwach, und hatten den dritten Satz mit 23:25 im Sack.

In Durchgang 4 ging das Maric-Team wieder gleich konzentrierter zu Werke, führte 10:6 durch Engel. Man sah anschließend einen Ballwechsel vom Feinsten mit Akrobatik und Szenenbeifall garniert, doch den Punkt nach diesem Highlight heimste Grafing ein.

Nach dem 11:7 durch Krüger dann ein leicht verunglückter Brachialangriff der Oberbayern, der Ball schoss raketenhaft in drei Meter Höhe eine Sponsorentafel an der Hallenwand fast ab.

Nach einem Peta-Hammer dann das 14:9 brachte, kam plötzlich nochmal Sand in das Getriebe des Maric-Teams. Die Grafinger verkürzten binnen Minuten auf 15:12, doch Kellermann löste den Psychischen Knoten mit einem blitzartigen Aufsteiger zum 16:12. Ein wichtiger Punkt, und einer der Gründe, warum er dank mehrerer ähnlicher Aktionen in den Sätzen zwei bis vier seine zweite MVP-Goldmedaille der Saison aus der Hand des Oshino-Chefs entgegennehmen durfte, die durchaus auch Engel und Richter verdient gehabt hätten.

Nach dem 19:14 durch Johnny Engel, der sich mit seinen 1,86 m auf Höhen hinaufschrauben konnte, die einst seinem Vater als international erfolgreichen Stabhochspringer vorbehalten waren, und nachdem Zierhut bei Grafing seinen Angriffsschlag ins Aus setzte, war mit dem 21:15 die Vorentscheidung gefallen. Dann war nur noch Engel-Time, bevor der im Vorjahr noch aktive Nico Bitsch zu Höchstform bei der Zubereitung von Coctails auflaufen konnte. Auch die Profis von Fischers House ließen die feiernden Eltmann-Fans musikalisch Jahrzehnte zurückträumen, und was alles noch schöner machte, Timon Schippmann, der zum Erstligisten Rottenburg gewechselt war und sich vor Wochen verletzt hatte und Nicola Poluga feierten den Eltmann-Erfolg gegen die Grafinger freudig in der Halle mit, mussten viele Hände drücken.

 

Und last not least, noch zweimal gilt es auf dem Parkett zu kämpfen, nächste Woche bei Thiago Welters „Roten Rudel“ und im Burdadschungel in der Heimat von David Strobel.

Ob es noch mit dem Vizetitel klappt ist noch ungewiss, aber eines ist Fakt: Auch wenn man den Titel nicht halten konnte, die Oshino-Volleys haben sich würdevoll mit einer Top-Leistung von den Fans zuhause aus der Saison verabschiedet. Und zusätzlich noch konnte in der Halle die Meisterschaft der Eltmanner Frauen in der Bezirksklasse Ost gefeiert werden, nicht ganz so hoch wie Bundesliga, aber auch erwähnenswert. In diesem Sinne: „Fly, Eltmann, Fly..!!! - Rolf Müller-

VC Eltmann: Engel, Peta, Richter (K), Krüger, Späth, Werner; Nürnberger, Kellermann, Kessel, Knauer, Schmitt, Strobel – Coach Milan Maric.

 

 

 

Fotos von Rene Ruprecht

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