Schonungen: Ausschreibung für Energiezentrale gestartet

Am Schonunger Schulzentrum entsteht eine Heizung so groß wie ein Einfamilienhaus für mehr als 1,1 Mio. Euro

 

Es ist kaum vorstellbar, dass im einstigen Schulgarten bald eine Heizung, so groß wie ein geräumiges Einfamilienhaus entsteht. Alleine das Gebäude, das zu großen Teilen unterirdisch entsteht hat Abmaße von knapp 15 Meter auf 12 Meter. Mit der Ausschreibung der Energiezentrale an Schonungens Schulzentrum ist jetzt endgültig der Startschuss für das ehrgeizige Bauprojekt gegeben worden, wie Bautechniker Lutz Brückner im Rahmen der Gemeinderatssitzung berichtet.

 

Sternförmig sollen Schwimm- und Turnhalle, Kindergarten mit Kinderkrippe, Realschule, das nebenstehende Hausmeisterwohnhaus und die künftige Grundschule über ein Nahwärmenetz angeschlossen werden. Modern, effizient und umweltverträglich wird mit der hoch komplexen Energiezentrale Wärme produziert. Herzstück sind zwei Holzhackschnitzelkessel mit einer Leistung von je 150 Kilowatt. Das gemeindeeigene Holz soll über einen Dienstleister getrocknet, aufbereitet und zur Wärmegewinnung verfeuert werden. Dabei handelt es sich um eine Hackschnitzelkesselanlage mit automatischer Rotationsfeuerung von trockenen bis feuchten Holzbrennstoffen. Die Brennstoffentnahme erfolgt über zwei Bodenrührwerke innerhalb des Hackgutbunkers mit waagerechter Federkernaustragung. Gerade durch den Betrieb mit Hackschnitzel, gelingt es der Großgemeinde, sich weitestgehend von fossilen Energieträgern loszulösen, schließlich zählt Schonungen zu den waldreichsten Kommunen der Region.

 

Der bestehende Gaskessel des Schulzentrums wird in die Heizzentrale versetzt, ebenso zwei Mini-Blockheizkraftwerke, die um eine zusätzliche Anlage erweitert wird. Damit wird gleichzeitig auch Strom produziert, der direkt vor Ort verbraucht werden kann. Etwa 140 Meter beträgt die Länge des künftigen Nahwärmenetzes, dass an eine Übergabestation andockt. Die Energiezentrale ist mit neuester Informationstechnik ausgestattet: Die komplette Gebäudeautomation zur Steuerung und Regelung der Anlagentechnik erfolgt über ein Farb-Touch-Bediengerät mit systematischer Darstellung der Hydraulik. Markanter Bestandteil der Energiezentrale sind vier 10 Meter hohe Edelstahl-Abgas-Kaminanlagen. Dank modernster Aufbereitungs- und Filtertechnik, gelangen kaum Immissionen in die Umwelt. Mit der neuen Energiezentrale wird im Vergleich zur hiesigen Heizung eine CO2-Einsparung von rund 190 Tonnen/Jahr erreicht. Überalterte Gebäudetechnik im Technikraum des Schulzentrums wird zurückgebaut und geordnete Verhältnisse geschaffen.

 

Die Investitionskosten für die Energiezentrale alleine werden auf mehr als 1,1 Mio. Euro geschätzt. Über das Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes erhält die Gemeinde eine Förderung von 816.400 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Leitungsverlegung und Umschlussarbeiten.

 

Nicht nur aus Klimaschutzgründen ist die Energiezentrale am Schulzentrum eine kluge Investition, vor allem treffen Preissteigerungen bei Öl und Gas die Gemeinde weniger empfindlich, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Durch die Installation verschiedenster Anlagetypen wird eine hohe Effizienz erreicht, was sich vor allem auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage niederschlägt. So gehört das Schulzentrum zu den mit Abstand größten Energieverbrauchern im Großgemeindegebiet. Die künftige Wärmezentrale am Galgenberg wird bis unter das Dach mit innovativer und zukunftsweisender Heiztechnik ausgestattet sein, sodass sich vor allem durch den hohen Förderbetrag eine wirtschaftliche Amortisation bereits nach wenigen Jahren einstellt, das unterstreicht Alexander Bächer von der Energieagentur Nordbayern. Jetzt geht es darum, dass sich möglichst viele Firmen für die Ausschreibung er Rohbau- und Tiefbauarbeiten, sowie dem Neubau einer Energiezentrale mit Hackschnitzelbunker und angeschlossenem Nahwärmenetz beteiligen. Die Ausschreibung erfolgt über den Bayerischen Staatsanzeiger (www.staatsanzeiger-eservice.de) und kann getrennt nach Gewerken abgerufen werden.

 

 

Foto: Hier im Bereich des ehemaligen Schulgartens und größtenteils unterirdisch entsteht das große Heiz- und Kraftwerk für das Schulzentrum. (Foto St. Rottmann)

 

 

 

 

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