1. Genehmigung zu Stilllegung und Abbau des AKW Grafenrheinfeld / Freigabe = Erhöhung der Strahlenbelastung für die Bevölkerung

Symbolfoto SW-N
Symbolfoto SW-N

„Freimessung und Freigabe“ stehen in der Kritik, da sich daraus eine Erhöhung der „Grundstrahlung“ ergeben wird. 

Nach § 29 StrlSchV können radioaktive Stoffe sowie bewegliche Gegenstände, Gebäude, Bodenflächen, Anlagen oder Anlagenteile, die kontaminiert oder aktiviert sind, als nichtradioaktive Stoffe behandelt werden (nach Freigabebescheid), sofern dadurch für Einzelpersonen der Bevölkerung eine effektive Dosis von 10 Mikrosievert im Jahr nicht überschritten wird. (10 Mikrosievert-Konzept).  Freigabe ist ein Verwaltungsakt, der die Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung bewirkt.

Dieser Definitionstrick kann jedoch die Niedrigstrahlung der Materialien nicht entfernen!

Die Landesärztekammer von Baden-Württemberg weist darauf hin, dass es „keine unschädliche ionisierende Strahlung“ gibt und dass die „Minimierungsdosis“ von 10 Mikrosievert nichts daran ändert, dass sich durch die Freimessungs- und Freigabe-Pläne von Materialien aus den AKW-Rückbauten eine Erhöhung der Strahlenbelastung für die Bevölkerung ergeben wird.

Auch die Ärztevereinigung IPPNW und andere Ärtzeinitiativen warnen aus präventiv-medizinischen Gründen eindringlich gegen die geplante Verbringung des gering radioaktiven Abfalls aus den AKW-Rückbauten auf Hausmülldeponien, in die Müllverbrennung oder Wiederverwertung.

Sie fordern von der Politik einen ernsthaften Dialog über das Freimess-Verfahren und die ernsthafte Prüfung von Alternativen zur Freimessung!

Dieser Forderung schliessen wir uns an.

In einer PM der Bürgeraktion Müll und Umwelt wurde kürzlich die Lagerung von Bauschutt oder sonstigem freigemessenen Material aus dem AKW-Abriss auf der Deponie Rothmühle abgelehnt, da der Landkreis das Füllvermögen dort mit einem einzigen Großprojekt zu sehr aufbrauchen würde. Diese Position sollte dadurch ergänzt werden, dass die Erhöhung der Strahlenbelastung nicht zu verantworten ist.

 

 

Die geplante Verteilung von niedrig radioaktiven Materialien aus dem AKW Grafenrheinfeld erscheint uns als großes Problem, sie widerspricht dem Erfordernis des größtmöglichen Schutzes der Bevölkerung.

 

 Babs Günther

Schweinfurter Aktions Bündnis gegen Atomkraft, Sprecherin 
 
Edo Günther 
Vorsitzender BUND Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Schweinfurt
 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0