Asyl: Wohnungsbörse-Koordinator Udo Wachter beendet Tätigkeit

Landkreis Schweinfurt und Diakonie bedanken sich bei einem sehr engagierten ehrenamtlichen Helfer

 

 

Landkreis Schweinfurt. In unzähligen ehrenamtlichen Stunden half Udo Wachter anerkannten Flüchtlingen ein Dach über den Kopf zu finden, baute letztlich die Wohnungsbörse für Flüchtlinge in und um Schweinfurt mit auf. Damit war der engagierte Rentner sowohl dem Amt für Soziales des Landratsamtes Schweinfurt als auch dem Diakonischen Werk Schweinfurt eine wertvolle Stütze. Nach nun fast zweijähriger Tätigkeit beendet Udo Wachter auf eigenen Wunsch diese Tätigkeit. In einer kleinen Feierstunde sagten Landratsamt und Diakonie noch einmal Danke.

 

„Die Integration von Flüchtlingen wird von ganz vielen Säulen und ehrenamtlichen Helfern getragen, aber Udo Wachter hat sicherlich einen ganz besonders großen Beitrag dazu geleistet“, sagte Landrat Florian Töpper. Auch Pfarrer Jochen Keßler-Rosa sprach im Namen des Diakonischen Werkes Schweinfurt Wachter seinen Dank aus.

 

Wenn Asylbewerber als Flüchtlinge anerkannt sind und aus den staatlichen Unterkünften ausziehen dürfen, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie umgehend und ohne Probleme eine Wohnung finden. Ist diese dann doch gefunden, stellen sich viele Herausforderungen. Dies fängt an mit der Frage, wer die Kosten für Miete und Kaution trägt bis hin dazu, wie Energiekosten mit richtigem Lüften und Heizen gering gehalten werden können oder welche Pflichten von der Hausordnung dem Mieter aufgegeben werden. Nicht selten gilt es Vorbehalte von potentiellen Vermietern abzubauen oder im späteren Mietverhältnis Missverständnisse zwischen den Parteien auszuräumen.

 

Udo Wachter, einst Kreishandwerksmeister im Landkreis Schweinfurt, war bereits seit längerem ehrenamtlich in der Conn-Gemeinschaftsunterkunft engagiert. Dort bekam er diese Schwierigkeiten immer wieder hautnah mit und sah die Notwendigkeit der Hilfe. Auch der Asylsozial- und Integrationsberatung des Diakonischen Werkes Schweinfurt sind diese Themen nur zu gut aus der täglichen Arbeit bekannt. Schließlich gibt es im gesamten Landkreis Flüchtlinge, die aus einer dezentralen Unterkunft oder aus den Gemeinschaftsunterkünften in den Conn-Barracks, in Röthlein und Gochsheim ausziehen müssen.

 

So entstand die Idee, eine Wohnungsbörse einzurichten. Mit Wachter war schnell jemand gefunden, der es gewohnt ist, Dinge in die Hand zu nehmen und voran zu bringen. Gemeinsam mit einem Kreis weiterer ehrenamtlich Engagierter baute er die Wohnungsbörse für Flüchtlinge in und um Schweinfurt auf und fungierte als deren Koordinator.

 

Hier wurden Wohnungsangebote systematisch gesichtet, Kontakte zu Vermietern geknüpft, Informationsveranstaltungen für interessierte Vermieter gehalten, informiert und beraten. Es wurden Flüchtlinge bei der Wohnungsbesichtigung begleitet und bei der Vertragsabwicklung unterstützt, bei Bedarf auch mit Dolmetscher. Wachters gute Kontakte aus der früheren beruflichen Tätigkeit vermochten so manche Tür öffnen.

 

Nach fast zwei Jahren Tätigkeit kann die Wohnungsbörse eine stolze Bilanz verzeichnen: 385 Mietgesuche wurden seit Beginn an die Wohnungsbörse gerichtet, 48 Verträge kamen durch den Einsatz der Wohnungsbörse zustande und 183 Personen fanden mit Unterstützung der Wohnungsbörse ein neues Zuhause. Viel Kraft und Engagement hat Wachter in dieses Ehrenamt investiert. Die Wohnungsbörse ist gut angenommen, ihre Weichen sind gut gestellt. „Aber alles hat seine Zeit“, sagt der immer noch vor Energie sprühende Rentner. Auf eigenen Wunsch hin tritt Wachter jetzt kürzer.

 

Die Koordination der Wohnungsbörse wird künftig von der neuen Integrationslotsin Antje Dekkers übernommen.

 

 

Im Bild von links:

Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, Udo Wachter und Landrat Florian Töpper.

(Foto: Landratsamt Schweinfurt, Uta Baumann)

 

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