LAB 13: FHWS-Mitarbeiter präsentierten einen virtuellen Baumschnittkurs auf der Landesgartenschau

Rechts die Aufnahme des jungen Baums, links die virtuellen Zweige vor dem Schnitt (die Studierenden von li.: Philipp Schömig, Daniel Blümm) 

Interessierte haben bis zum Oktober die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen an einem virtuellen Jungbaum

 

Wenn die Begriffe Augmented und Virtual Reality fallen, assoziieren sie wohl die wenigsten spontan mit dem Thema Pflanzen. Dass dies doch so sein kann, zeigten die beiden Studierenden der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Philipp Schömig und Daniel Blümm, im Rahmen der Landesgartenschau auf. Unter der Projektleitung und -betreuung von Josef Zenker und Florian Schuster gaben sie anschauliche An- und Einblicke in die Möglichkeiten computergenerierter, interaktiver virtueller Flora am Beispiel eines korrekten Pflanzschnittes eines jungen Baums. Zum Szenario: Zuerst werden junge Bäume, Rosen oder Sträucher mit einer Kamera fotografiert bzw. mit einem Laser gescannt. Diese Aufnahmen werden mit einer Software in 3D- Modelle überführt, sodass diese auf einem Rechner weiterbearbeitet werden können. Anschließend werden die Daten mit der virtual reality-Technik auf einem Monitor räumlich gezeigt. Mit einem Datenhandschuh oder einem vergleichbaren Werkzeug können dann die digitalisierten Objekte bearbeitet werden. 

Der Jungbaum wird aufgenommen.

 

Dann heißt es, die korrekten Pflanzschnitte an den Bäumen, Rosen oder Sträuchern auszuführen. Es gilt: Stark wachsende Triebe werden nicht, schwach wachsende werden stark zurückgeschnitten. Mit Hilfe von zwei Controllern können Anwender und interessierte Laien den korrekten Schnitt virtuell erlernen und ausprobieren.

Ein Team des Bayerischen Rundfunks verfolgte mit Kamera und Mikrofon die Präsentation der Hochschulmitarbeiter.

 

„Es besteht die Möglichkeit“, so Zenker, „den dazustellenden Inhalt verschieden zu präsentieren. Dazu gehören die HTC Vive, die Samsung Gear VR und die Microsoft HoloLens.“ Jede Methode habe ihre individuellen Möglichkeiten und Grenzen: „Die Vive ist eine Virtual Reality Brille der Firma HTC. Mit Hilfe dieser Brille kann man sich in einem getrackten Bereich bewegen. Darstellung und Position passt sich entsprechend dem User an. Es wird durch die Brille der Eindruck erzeugt, als würde der User direkt in einer „weiteren“ Welt stehen. Dabei kann er mit Hilfe von zwei Controllern diese Welt steuern. Die Controller werden im Sichtfeld der Brille abgebildet. Eine einfache Interaktion ist somit möglich.“ 

Johannes Beckert, Junggärtner im OGV Wülflingen, und sein Sohn übertragen die Kenntnisse des korrekten Baumschnitts auf ihren selbst gepflanzten Familienbaum, die sie in der virtuellen Realität erlernt haben, auf einen realen Jungbaum. (Fotos FHWS / Friese)

 

 

Das zweite Instrument, die Gear VR, ermöglicht es, so die Wissenschaftler weiter, „die Androidanwendung zur Darstellung von VR-Inhalten zu verwenden. Dabei wird ein Smartphone in die Brille eingelegt und als Anzeigemedium verwendet. Mit Hilfe von verschiedener Software kann z.B. ein 3D Rundgang erzeugt werden. In der im Labor vorhandenen Software Present4D kann ein Szenario am PC angelegt werden.“ Die dritte Option über eine Powerwall mit der Software IC.IDO ermögliche es, Inhalte zu visualisieren: „Dabei wird ein handelsübliches 3D Anzeigegerät wie ein Projektor oder Fernseher verwendet. An die Nutzer werden 3D Brillen verteilt. Es kann gemeinsam mit einer großen Anzahl an Leuten die Szene betrachtet werden.“ Interessenten können sich während eines Besuches der Landesgartenschau im LAB 13 diese Möglichkeiten ansehen und durch Studierende erläutern lassen. In der Mediathek können die Aufzeichnungen des BR angesehen werden: https://www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/digitalerbaumschnitt-auf-lgs-116.html 

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