Cube als erster fertiger Baustein: Wirtschaftdialog schnuppert ZDI-Luft

Auf dem Areal der Landesgartenschau zog dieser Neubau nun schon vier
Wochen viele neugierige Blicke auf sich. Jetzt erfolgte mit der
feierlichen Eröffnung des Gründerlabors des Zentrums für Digitale
Innovationen (ZDI) Mainfranken ein für die gesamte Wirtschaftsregion
wichtiger Impuls. Elf Monate nach dem Spatenstich ist der sogenannte
Cube nun quadratisch, praktisch und bezugsfertig. Geplant wurde das
würfelähnliche Gebäude, das im Inneren Platz für Prototypwerkstätten,
Start-Up-Büros, Coworking-Bereiche und Aufenthalts- sowie
Kommunikationsräume bietet, von Prof. Anett-Maud Joppien vom Fachbereich
Architektur der TU Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Henne Schönau
Architekten GmbH in Frankfurt. Das Büro Hofmann Keicher Ring Architekten
aus Würzburg übernahm die rekordverdächtig schnelle Umsetzung. Die
Außenhülle ist mit einer Bastelanleitung für einen Papierflieger
verziert – dies war wiederum eine Idee der Stadtgrafikerin Choon-Hee
Bae. „Unweit der früheren Start- und Landebahn am Hubland sollen gute
Ideen nun Flügel bekommen. Das Tempo indem wir diese helfende
Infrastruktur aufgebaut haben ist absolut bemerkenswert“, freut sich
Projektleiter Klaus Walther vom Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und
Standortmarketing der Stadt Würzburg.

So konnte ein Jahr nach der Übergabe des Förderbescheids für das ZDI
durch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner beim 2. Würzburger
Wirtschaftsdialog bereits beim 3. Wirtschaftsdialog mit ihrem Nachfolger
im Amt Franz Josef Pschierer der Einzug in eine von insgesamt drei
ZDI-Immobilien gefeiert werden. Minister Pschierer erläuterte am Hubland
das Förderprogramm „Gründerland.Bayern“. In ganz Bayern soll die
Herausforderung der Digitalisierung mit neuen Gründerzentren angegangen
werden. Für die zentrale Anlaufstelle in Mainfranken stehen rund 6
Millionen Euro Förderung zur Verfügung. Der Cube kostete mitsamt
Innenausstattung wie veranschlagt 2,9 Millionen Euro. Die staatliche
Förderquote wird bei rund 75 % liegen. 

Auch wenn nun die Stadt Würzburg zu der Doppel-Veranstaltung aus
ZDI-Eröffnung und Wirtschaftsdialog einlud, die Projektpartner sind
die digitalen Player der gesamten Region: die Würzburger Universität,
die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, die
IHK Würzburg-Schweinfurt, das Rhön-Saale Gründer- und
Innovationszentrum, das Gründer-, Innovations- und Bera-tungszentrum
Schweinfurt, das Technologie- und Gründerzentrum Würzburg, die Region
Mainfranken GmbH sowie das Innovations- und Gründerzentrum Würzburg. 

Räumlich ist das ZDI aufgeteilt in drei Gebäude. Neben dem Cube am
Hublandplatz 1 beherbergt der Tower künftig das Ideenlabor. Der Bau des
dritten wichtigen Bau-steins, des Inkubators, wird im Sommer  beginnen.
Das Konzept möchte junge Start-Ups bei der Hand nehmen und guten Ideen
und Innovationen ideale Rahmenbedingungen bieten: vom kritischen
Überprüfen und Nachjustieren einer ersten Idee, über den
inspirierenden Austausch mit anderen Gründern und Coaches bis zur
Bewährungsprobe im Markt. Oberbürgermeister Christian Schuchardt
setzt aus verschiedenen Gründen auf dieses dreistufige Konzept: „Wie
schön wäre es, wenn im Cube auch Lösungen heranwachsen, die uns auf
dem Weg zur ‚Smart City Würzburg‘ helfen.“ Gleichzeitig appellierte er
an die über 300 Teilnehmer des 3. Würzburger Wirtschaftsdialogs: „So wie
die Stadt Würzburg große Hoffnungen auf den zukünftigen Brain Pool des
ZDI Mainfranken setzt, kann ich alle etablierten Unternehmerinnen und
Unternehmer nur dazu ermuntern, sich Gedanken darüber zu machen, wie
sich mit diesem Pfund wuchern lässt. Nutzen Sie dieses Netzwerk und
seine Innovationskraft – beispielsweise um ihre Produkte zu optimieren,
Ihr Innovationsmanagement zu verbessern oder auch um wertvolle
Arbeitskräfte zu gewinnen.“

Der Wirtschaftsdialog, der unweit des Cubes in der LGS-Blumenhalle
stattfand, hatte sich bei seiner dritten Auflage ganz der Idee von einer
„Smart City“ verschrieben. Wer mit diesem Schlagwort bis dato noch nicht
viel anfangen konnte, erfuhr von zahlreichen spannenden Ideen und
Konzepten, die alle darauf abzielen, durch geschickte
Datenverarbeitungen und neue Technologien das Stadtleben via Smartphone
oder PC ein Stück komfortabler und cleverer zu machen. Dies könnte
beispielsweise durch Sensoren geschehen, die jeden freien Parkplatz in
Echtzeit auf dem Handy anzeigen. Auch eine intelligente
Straßenbeleuchtung könnte direkt auf Menschen oder Bewegungsdaten
reagieren und sich nicht nur an der Tageszeit orientieren. Manches ist
noch Zukunftsmusik, anderes bereits zum Greifen nah. So werden nun
beispielsweise im Bereich Tourismus bei der Stadt Würzburg Chatbots auf
Webseiten zum Einsatz kommen. Bei diesem Service chatten Benutzer nicht
direkt mit einem Menschen, sondern sie stellen ihre Fragen einer
umfangreichen Datenbank, die dann mit Hilfe einer guten Verschlagwortung
hilfreiche Tipps und Links in die Antwort packt. 

Beim Wirtschaftsdialog wurden weitere Ideen und die Macher dahinter auf
Themen-postern präsentiert, zudem standen Experten zum Thema Smart City
aus dem IT- und Wissenschaftsnetzwerk zur Verfügung. Durch den Abend
führte Moderator Jo-hannes Keppner. Er half bei der Übersicht in
einer Halle, die bei kleinen Snacks gezielt auf einen Messe-Charakter
und inspirierende Einzelgespräche setzte. Jeder konnte sich so selbst
auf einen kleinen Smart-City-Rundgang begeben. Interaktive Angebote gab
es einige. So wurde beispielsweise auch das Umfragetool Tedme
vor-gestellt. Ergebnisse dieser Befragung, ein Film über Smart-City und
vieles mehr gibt es unter: www.wuerzburg.de/smart-city. Und wer sich
über eine unterhaltsame Gründer-Themenpalette von „Acherla“ bis ZDI
lieber ganz „altmodisch“ beim Blättern einem Magazin informieren möchte,
dem sei die zweite Ausgabe des Gründer-Magazin Mainfranken empfohlen,
die zum Wirtschaftsdialog in einer Auflage von 5.000 Stück erschien. In
der gesamten Region wird dieses Heft bei allen Projektpartnern ausliegen
– natürlich auch im Würzburger Rathaus im Bürgerbüro. Das ZDI stellt
sich zudem unter www.zdi-mainfranken.de vor.

Bild „Cube_Wirtschaftsdialog“
Eröffnung mit über 300 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und
Wissenschaft: Staatsminister Franz Josef Pschierer (Bildmitte),
Oberbürgermeister Christian Schuchardt (vordere Reihe, Vierter von
links), Projektleiter Klaus Walther (Dritter von rechts), Staatsekretär
Gerhard Eck (Fünfter von rechts) und weitere Festgäste beim feierlichen
Durchschneiden des Bandes vor dem Gründerlabor am Hubland. Bild: Georg
Wagenbrenner

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