IT-Sicherheit geht alle Unternehmen an

Beim Treffen von Landkreis und Wirtschaft standen die IT-Sicherheit und die Angriffswege von Cyber-Kriminellen im Mittelpunkt

 

 

Landkreis Schweinfurt. Landrat Florian Töpper hat erneut Vertreter aus Handwerk, Handel, Industrie und Behörden unter dem Motto „Landkreis trifft Wirtschaft“ ins Landratsamt Schweinfurt eingeladen. Ziel dieser Treffen ist es, den Austausch zwischen dem Landratsamt und den Unternehmen noch weiter zu fördern und zu vertiefen.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen diesmal weniger die Chancen der Digitalisierung, sondern vielmehr die Herausforderungen und Gefahren, die diese mit sich bringt. Die rasanten technischen Entwicklungen und die zunehmende Vernetzung von Maschinen ermöglichen Kriminellen neue Angriffswege auf die Daten von Unternehmen.

 

Landrat Florian Töpper stellte in seiner Begrüßung das Potential der Digitalisierung heraus. Auch kleine Betriebe werden dadurch ihren Kunden individuellere Lösungen anbieten können. Störungen und Ausfälle lassen sich durch eine bessere Überwachung und Vernetzung der eingesetzten Maschinen reduzieren. Er wies jedoch auch eindrücklich darauf hin, dass sich durch die Digitalisierung Kriminellen neue Angriffspunkte bieten. „Eine Masse von Unternehmen kann mit geringem Aufwand angegriffen werden, digitale Angriffe auf Unternehmen können automatisiert und international ablaufen. Das Thema IT-Sicherheit geht deswegen nicht nur Großbetriebe, sondern alle Unternehmen an“, stellte Landrat Töpper einführend heraus.

 

Christian Schülke, Security-Spezialist mit umfassenden Wissen und Erfahrung in der Betreuung kleiner und mittelständischer Unternehmen, nahm die Besucher mit in die Welt der Cyber-Verbrecher. Schülke erläuterte, dass in der Öffentlichkeit oft nur gezielte Attacken gegen große Unternehmen wahrgenommen werden. Er stellte an Hand mehrerer Beispiele jedoch dar, wie Kriminelle mit geringem Aufwand und ohne umfassende Informatikkenntnisse Schadsoftware installieren oder Zugriff auf Unternehmensdaten erhalten können.

 

Eine Software zur Umgehung eines Passwort-Schutzes im gängigsten Betriebssystem ist frei im Internet verfügbar und lässt sich für wenige Euro herunterladen. Gleiches gilt für Dateien, die beim Öffnen einen Trojaner – also eine Schadsoftware – installieren. Christian Schülke demonstrierte daneben, dass die angezeigte Telefonnummer bei einem Anruf keinesfalls die des Anrufers sein muss. Beeindruckt zeigten sich die Besucher auch davon, dass nicht nur Smartphones als Wanze genutzt werden können, sondern auch deren Ladekabel.

 

Ein wirksamer Schutz gegen professionelle Cyber-Attacken wird zunehmend schwieriger. Neben der steten Aktualisierung von Firewall und Virenschutz-Software bleicht sicherlich die Sensibilisierung der Mitarbeiter die wichtigste Schutzmaßnahme. Ein sensibler Umgang mit Zugangsdaten, keine unbefugte Installation von Software, keine Nutzung von eigenen oder gefundenen USB-Sticks sowie die Einhaltung der betrieblichen IT-Sicherheitsregeln muss für alle Beschäftigten eine Selbstverständlichkeit in der digitalisierten Arbeitswelt sein.

 

Durch Investitionen in die IT-Sicherheit lassen sich die in jedem Betrieb vorhandenen Schutzmaßnahmen noch ausbauen. Georg Schanz von der Regierung von Unterfranken stellte abschließend den „Digitalbonus“ vor, mit dem kleine und mittelständische Unternehmen bei Investitionen in die IT-Sicherheit gefördert werden können. Weitere Informationen zum Digitalbonus sind auf der Internetseite der Wirtschaftsförderung des Landkreises Schweinfurt zu finden.

 

 

Im Bild von links:

Frank Deubner (Wirtschaftsförderung Landratsamt Schweinfurt), IT Security-Spezialist Christian Schülke, Anouschka Kordes (Wirtschaftsförderung Landratsamt Schweinfurt) und Landrat Florian Töpper.

(Foto: Landratsamt Schweinfurt, Uta Baumann)

 

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