Ausstellung im Rathaus - Kunst und Demenz – verborgene Schätze

Menschen mit Demenz verlieren nach und nach nicht nur ihre kognitiven Fähigkeiten, sondern auch ihre Sprache, bis hin zum völligen Sprachverlust. „Was bleibt, sind die Gefühle, sie sind die Sprache der Seele“, weiß Kunsttherapeutin Natalia Ehlerding und 1. Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Würzburg/Unterfranken.
Die Ausstellung „Kunst- und Demenz. Verborgene Schätze“ zeigt ab 5. Juni im Rathaus verschiedene Wege, um mit dementen Menschen kreativ zu arbeiten. Es werden der museumspädagogische Ansatz mit Sophia Kippes, Museumspädagogin, das kunsttherapeutische Arbeiten mit Natalia Ehlerding, Kunsttherapeutin, und das ergotherapeutische Werken mit Claudia Schleupner, Ergotherapeutin vorgestellt. Wie ein Autodidakt frei mit dem Material Holz umgeht, zeigen die Werke von Alfred Popp, Steinmetz. Im Würzburger Seniorenheim St. Thekla steht das Entdecken von Bildwelten seit 2013 im Vordergrund eines Projektes für Menschen mit Demenz und bietet (wieder) Zugang zur eigenen Phantasie und eigenem Können.
Ein weiterer Weg ist Musiktherapie für Menschen mit Demenz, für pflegende Angehörige und für Altenpfleger. Diesem Feld widmen sich seit zehn Jahren die FHWS und ihre Kooperationspartner Aalborg Universität (Dänemark), Anglia Ruskin University Cambridge (Großbritannien) und die Universität Melbourne (Australien). Hier werden Grundlagen und effektive Interventionen, dies sind nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen, erforscht und entwickelt. Dazu gehört auch die Qualifikation von Musiktherapeuten für diese Felder. In diesem Teil der Ausstellung werden in Bild und Text Information zur Qualifikation, zu Würzburger Tagungen, zu Interventionen, zu Leitlinien sowie den aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekten gegeben.
„Bei allen Herangehensweisen steht das Wohlbefinden des Einzelnen im Vordergrund. Es geht nicht darum, ein schönes Werk zu erschaffen, sondern den Schaffensprozess zu erleben, den Kontakt mit dem Material zu spüren, Farben zu sehen, Erinnerungen zu verarbeiten oder einfach Assoziationen hochkommen zu lassen. Auch wenn das Kognitive schwindet, wenn die Sprache geht, wenn das Ausführen einer zielgerichteten Bewegung immer schwerer wird – die Seele wird nicht dement“, so Natalie Ehlerding. Die Ausstellung entstand mit Unterstützung der Alzheimer Gesellschaft Würzburg/Unterfranken und HALMA e.V. als Initiator des Arbeitskreises Kultur und Demenz.

 

Die Ausstellung wird im Oberen Foyer der Stadt Würzburg am Dienstag, 5. Juni, um 17:00 Uhr eröffnet und ist anschließend bis einschließlich Dienstag, 26. Juni 2018 zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen, diese sind Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr und Freitag 8 bis 13:30 Uhr.