Austausch über die Entwicklung von Gewerbegebieten aus Konversionsflächen

Herausforderungen bei der Umwandlung von Militärflächen sind in Schwaben, Oberbayern und bei den Conn Barracks ähnlich

 

 

Landkreis Schweinfurt. Die Herausforderungen bei der Umwandlung von ehemals militärisch genutzten Flächen sind oftmals ähnlich. Nach 2013 nutzte der Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks daher nun erneut die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch in Leipheim mit dem Verantwortlichen des dortigen Zweckverbands ArealPro.

 

Bereits im Jahr 2010 übernahm der Zweckverband ArealPro den ehemaligen Fliegerhorst Leipheim von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. In diesem Zweckverband haben sich die Städte Leipheim und Günzburg, die Gemeinde Bubesheim sowie der Landkreis Günzburg zusammengeschlossen, um in unmittelbarer Nähe zur A 8 auf dieser Konversionsfläche einen Gewerbepark zu entwickeln.

 

Gut 30 Vertreter aus den Gemeinden Geldersheim und Niederwerrn sowie von Stadt und Landkreis Schweinfurt nutzten die Gelegenheit, um sich vor Ort über den Erwerb, die Erschließung des Gewerbegebiets, den Umgang mit Altlasten oder das Vorgehen bei Ansiedelungsanfragen zu informieren. Seit dem letzten Besuch einer Delegation aus der Region Schweinfurt im Jahr 2013 konnten weitere Unternehmensansiedelungen erfolgen, so dass mittlerweile bereits eine Fläche von ca. 50 Hektar verkauft werden konnte.

 

Die Fläche des Gewerbeparks ArealPro entspricht in etwa der Größe des nach den aktuellen Planungen in den Conn Barracks vorgesehenen Gewerbeparks. Auch weitere Aspekte, etwa die militärische Nutzung als Flugplatz oder die verkehrsgünstige Lage sind bei beiden Konversionsflächen vergleichbar. „Die Informationen, die wir in Leipheim erhalten haben, sind für uns bei der weiteren Entwicklung der Conn Barracks sehr wertvoll“, so der Vorsitzende des Zweckverbandes Conn Barracks, Landrat Florian Töpper.

 

Auch bei einem Austausch mit Vertretern weiterer bayerischer Landkreise, die sich mit der Umwandlung von ehemaligen militärisch genutzten Flächen befassen sowie dem Markt Manching, konnte Frank Deubner vom Zweckverband Conn Barracks teilnehmen. Hier standen die Erfahrungen des Marktes Manching mit dem bereits bestehenden „Transitzentrum“ im Vordergrund. Dieses gilt als Vorbild für die von der bayerischen Staatsregierung in jedem Regierungsbezirk vorgesehenen Ankerzentren.

 

Ein solches ist auch in den Conn Barracks geplant. Auf Grundlage einer Vereinbarung der bayerischen Staatsregierung mit den betroffenen Kommunen aus dem Jahr 2016 will der Freistaat Bayern die bisherige Erstaufnahmeeinrichtung zu einem Ankerzentrum umbauen. Auch diese kann gemäß der Vereinbarung maximal bis Ende des Jahres 2025 betrieben werden. Verbesserungen konnten die Gemeinden sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt jedoch in einigen Punkten erreichen, so wird eine Reduzierung der Plätze erfolgen, auch sichert das zuständige Innenministerium die Nutzung der Hauptzufahrt für die gewerbliche Entwicklung der Conn Barracks zu.

 

 

Info:

Der Begriff „Konversion“ bedeutet Umwandlung. Im städtebaulichen Kontext beschreibt Konversion den Veränderungsprozess von Flächennutzungen. Dies betrifft in der Praxis überwiegend Flächen, die vormals in militärischer Nutzung standen. Bei den betroffenen Flächen spricht man entsprechend von sogenannten Konversionsflächen.

Die Gemeinden Geldersheim und Niederwerrn sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt gründeten im Dezember 2013 den „Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks“. Dieser befasst sich insbesondere mit der Erschließung und der Bauleitplanung für das Kasernenareal „Conn Barracks“, das sich auf den Gebieten der beiden Gemeinden sowie der Stadt Schweinfurt befindet. Auch die Planungen für den Erwerb des Geländes werden aktuell vom Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks bearbeitet.

 

 

Im Bild:

Die Vertreter der vier Mitglieder des Zweckverbandes Conn Barracks, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Landrat Florian Töpper, Bürgermeister Oliver Brust sowie Bürgermeisterin Bettina Bärmann mit dem Geschäftsleiter des Zweckverbandes ArealPro Christian Zimmermann

(Foto: Landratsamt Schweinfurt, Uta Baumann):