Florian Köhler „Bei Tagesanbruch ist die Nacht am dunkelsten“ und Lothar Fischer

Florian Köhler „Bei Tagesanbruch ist die Nacht am dunkelsten“ und Lothar Fischer

8.12.2017– 8.4.2018

Vernissage am 7.12.2017, 19 Uhr

 

Der Schwerpunkt der Kunsthalle Schweinfurt liegt in der Vermittlung deutscher Kunst nach 1945 im Dialog zwischen Abstraktion und Figuration. Neben informellen Ausdrucksformen wird dort vor allem auch ein besonderer Akzent auf die neofigurative Formensprache der 1950 und 60er Jahre bis heute gelegt. Der Maler Florian Köhler (1935-2013) und der Bildhauer Lothar Fischer (1933-2004) im Umkreis der Gruppen SPUR, WIR und GEFLECHT zählen zu den herausragenden Repräsentanten dieser Kunstgeschichte.

Im Zentrum der Ausstellung steht das malerische Werk des 1935 in Frankfurt geborenen Künstlers Florian Köhler, der seit 1969 in Hamburg lebte und wo er 2014 verstarb. Die Auseinandersetzung mit Figur und Raum prägten sein Werk. Ausschlaggebend waren seit Anfang an die Frühzeit und die Adaptionen barocker sakraler Bauplastik in Bayern und die Vorbilder in Münchens Gemäldegalerien. Malerei sah Florian Köhler als Erkenntnisinstrument und diesem Credo ist er konsequent gefolgt.

Die Kuratorin erfüllt sich mit dieser Retrospektive einen lang gehegten Wunsch, nach der Ausstellung Der Maler besteht aus Bildern 1999 in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Schweinfurt diesen herausragenden Maler erneut in Schweinfurt zeigen zu können. Nun sind im vierseitigen Umgang unter dem Innenhof eine repräsentative Auswahl von rund 100 Arbeiten bestehend aus Zeichnungen, Vorstudien, Aquarellen, Pastellen sowie Gemälden des Künstlers zu sehen, der zeitlebens Malerei als Drama gesehen hat, wenn die Figur in die Landschaft tritt. Ob im kleinen oder großen Format, ob in der kleinen Vorstudie oder im großen Gemälde, sein Farbenvorrat schien dabei unerschöpflich.

 

Den expressiven Farbgewittern von Florian Köhler werden plastische Werke des langjährigen Bildhauer-Freundes Lothar Fischer als freundliche Leihgaben des gleichnamigen Museums in Neumarkt in der Oberpfalz gegenüber gestellt: Die menschliche Figur und der sie umschließende Raum stehen bei beiden zeitlebens im Fokus künstlerischer Auseinandersetzung. In der Tradition der Münchener Bildhauerschule unter Heinrich Kirchner stehend, entwickelte Fischer unter der Maxime Bilden, nicht abbilden eine unverwechselbare Formensprache, die immer wieder das antike Vorbild spüren lässt. Das plastische Gebilde sah er als Sinnbild des Menschen in Form einer „Kunstfigur“ analog zur Natur des Menschen.

 

Florian Köhler

geb. 1935 in Frankfurt

1957-63 Studium an der Städelschule in Frankfurt/Main und an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Erich Glette

1959 Gründung der Gruppe WIR mit Helmut Rieger und Heino Naujoks

1966 Zusammenschluss der Gruppen SPUR und WIR zu GEFLECHT

1969 Umzug nach Hamburg

2013 in Hamburg verstorben

 

 

Lothar Fischer

geb. 1933 in Germersheim/Pfalz. Kindheit und Schule in Neumarkt/Oberpfalz

1952-58 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, ab 1953 bei Heinrich Kirchner, dessen Meisterschüler Fischer wurde.

1958 Gründung der Gruppe SPUR mit Heimrad Prem, Helmut Sturm, H.P. Zimmer

1975-97 Professur an der Hochschule der Künste, Berlin

Seit 1991 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München

2004 Eröffnung Museum Lothar Fischer, Neumarkt kurz nach Tode des Künstlers.

 

Zu seinen Schülern, die in der Kunsthalle Schweinfurt mit Arbeiten vertreten sind, zählen, Klaus Hack, Christine von Bitter, Friedmann Grieshaber, Sati Zech, Menno Fahl.

 

Begleitprogramm

 

Do 14. 12. 2017, 19 Uhr und

Do 15. 3. 2018, 19 Uhr

Kuratorenführungen mit Andrea Brandl M.A.

Kosten: € 1,50

 

Do 25. 1. 2018, 19 Uhr

Vortrag des in München lebenden Schriftstellers, Lieder-und Filmemachers Alfred Gulden „WILDE ZEITEN. Die 60er Jahre in München“ Ein Zeitzeugenbericht.

Kosten: € 5,-

 

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Bildquelle: Kunsthalle Schweinfurt 

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